Rollstuhltransportwagen 2.0 DBP

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    ich wollte euch hier am Bau eines Rollstuhlwagens für die Dampfbahner Plochingen teilhaben lassen.
    Zur Eröffnung der Anlage in den Neckarauen 1998, vor 17 Jahren, wurden zu den normalen Fahrtagswägen extra 2 Rollstuhltransportwagen gebaut.

    Habe lange gesucht und dieses Bild gefunden:

    Da sich auch auf dem Sektor der Rollstühle einiges getan hat, wollen auch wir mit dem Fortschritt mithalten.
    In letzter Zeit ist es einige Male passiert, das wir Rollstühle nicht befördern konnten, da die Bauform des Wagens es nicht zugelasssen hat.

    Dies ist auch der Hauptgrund für den Neubau.

    Der Anfang:

    - es war von Anfang klar, das unser neuer Wagen den Transport auf einer möglichst tiefliegenden Plattform ermöglichen soll,
    damit auch Elektrorollstühle, Kinderwagen, etc. sicher befördert werden können.

    - Traglast: ca. 180 kg

    - Fläche der Plattform: 1500/760 mm

    - Rampe zum barrierefreien Befahren des Wagens

    - seitliche Auffahrmöglichkeit ( bisher über die Ende vom Wagen übers Gleisbett)

    - Sitzmöglichkeit für Begleitpersonen (bisher wurde immer ein Gartenstuhl auf den Wagengestellt)

    - und last but not least: Er sollte vom Design her zu den vorhanden Wagen passen.


    Hier ein Bild der Sitzwagen (es gibt sie mit und ohne Dach):



    So da haben wir ein prall gefüllte Lastenheft und noch nichts auf den Papier. :thumbup:

    In etlichen Gesprächsrunden in der Werkstatt und auch manchmal zur fortgeschrittener Stunde und in Skizzen, haben wir eine Idee erarbeitet, nach der der Neue entstehen soll.

    Ich habe mich bereit erklärt, mich mit den Zeichnungen zu befassen.

    Bei den gebremsten Drehgestellen und dem Kupplungssystem wollen wir auf die schon Bestehende und im Dauertest überzeugende
    Konstruktion zurückgreifen.
    Dank der damaligen professionellen Planung, konnte ich eine Plankopie bekommen.

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    Dann vergingen ein paar Stündchen am Rechner, bis es dann irgendwann mal was zu shene gab:

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    In Ruhe mit den Vereinskollegen mal drüberschauen, ein bischen diskutieren, Änderungen und Wünsche einarbeiten und Materialliste machen.
    Den Stahlhändler seines Vertrauens kontaktieren und ....

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    So das wars für heute.


    Viele Grüße

    Martin

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    so jetzt gehts mit dem Bau los.
    Es gibt bei dem Projekt eine Besonderheit.
    Dank der guten Kontakte der DBP zur WKF (Warschauer Klein- und Feldbahn) wird der Bau des Wagens dort zum Großteil geschehen.

    Über die WKF wird hier an anderer Stelle noch berichtet werden.

    In der Werkstatt verantwortlich ist dort ein gewisser Marcin E. , der sich vor nichts zurück schreckt und schon einige Erfahrung im Bereich Metallbearbeitung, natürlich autodidaktisch, in früheren Projekten angeeignet hat. ;) Auch unter dem Pseudonym Flexowy unterwegs.
    Dem ein oder anderen wird er hier bekannt sein.

    Beginn der Arbeiten am Rahmen. Brettriß zur Ermittlung der Winkel.

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    Anschließend die benötigten Teil ablängen. Da die große Metallbandsäge noch nicht in der Werkstatt eingetroffen ist, werden alle Material Zuschnitte mit der Flex ausgeführt. Das geht ganz gut, wenn man sich alle Schnitte anreißt und an einem aufgespannten Stück Stahl entlang schneidet.

    Die ersten Teile werden in Position gebracht, , über die Diagonale ausgerichtet und verschweißt.

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    Nach weiterem flexen und schweißen, kann man schon sehen, wo die Reise hingeht.

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    Nachdem Durchschweißen wurde der Rahmen auf Klötze gelegt und ein erster Belastungstest erfolgte.
    Leider verlief er nicht zur Zufriedenheit der Werkstattmannschaft, so daß nach Rücksprache mit der Konstruktion der Einbau von Unterzügen beschlossen wurde.

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    Da von Unterkante Rahmen nur 50 mm Bodenfreiheit zur OK Schiene bestehen, mußten die Träger in den bestehenden Rahmen eingelassen werden.


    Viele Grüße von

    Marcin aus der Werkstatt

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    es ging in der Zwischenzeit etwas weiter.

    Durch die Unterzüge haben sich ein paar Änderungen der Konstruktion ergeben.

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    Die Träger für die Drehgestelle wurden abgelängt und eingeschweißt.

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    Jetzt ging es nach Plan F, F wie fertigmachen.
    Bei dieser gelegenheit wurden gleich die Nebenträger für die Bodenplatte mit eingebaut.
    Einige Zwangspausen später, bedingt durch den Thermoschutz des Schweißgeräts, konnte der Unterzug mit dem Grundrahmen verbunden werden. Dieser wurde mit einer Vorspannung von jeweils 5 mm an den Enden des Rahmens eingeschweißt.
    Somit "wülbt sich die Bodenplatte leicht nach oben.

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    Viele Grüße

    Martin

  • Hallo Martin,
    mein Kompliment! Super geniale Konstruktion und Arbeit die du da machst. Wir bei der Parkbahn Schmiden sind auch am Überlegen einen Rollstuhlwagen anzuschaffen.... da inspirierst du uns gerade sehr :) .
    Was ist das denn für eine schnuckelige Feldbahndiesellok beim letzten Bild im Hintergrund ;) ?
    Viele Grüße
    Alex

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Alex,

    wir haben auch lange rumüberlegt wie es werden soll.
    Vorteil für euch, den fertigen Wagen testen und wenn für gut befunden bauen.
    Die Pläne kannst du gerne haben.

    Die kleine grüne im Hintergrund ist meine Gmeinder 7,25 Zoll.
    Ex Hornburger Kleinbahn, Fahrgestell Musche Benzin/Hydrostat, Aufbauten Baumann.


    Viele Grüße

    Martin

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    so weiter gehts.

    Da die Bordkante möglichst tief liegen soll, mußten für die Aufnahme der Drehgestellzapfen auf den Rahmen eine Konstruktion gebracht werden. Diese erfolgte aus 60/5 mm Flachstahl.

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    An den Stirnseiten wurden gleich die Ausklinkungen für die Kupplung vorgesehen.

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    Jetzt geht es an die Brücken zur Aufnahme der Drehgestelle.


    Viele Grüße

    Martin

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    so weiter gehts.

    Alle Arbeiten am den beiden Enden wurden auf den gleichen Stand gebracht.

    Für die Aufnahme der Drehgestelle habe ich Kegelpfannen und Kugelscheiben bestellt.

    Damit dies auch montiert werden können, wurden aus Flachstahl 120/10 mm die Brücken für die Drehgestelle mit der Flex zugeschnitten , die Bohrung für Drehgestellzapfen in 19 mm gesetzt und in den Hilfsrahmen geheftet.

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    Anschließend kamen die Halterungen für die Kupplungen dran.
    Da der Rahmen langsam schwer wird, vesuche ich alle Arbeiten an beiden Enden von einer Seite zu machen um nicht so oft drehen zu müssen, geschätztes Gewicht ca. 70 kg, wobei es gefühlt knapp 2 Tonnen sind. ;)

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    Um die Maßhaltigkeit und die Flucht zu gewährleisten, wurde mit allerhand Mitteln gearbeitet.

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    Material 12/12 mm Vierkantstab und ein Abschnitt 120/60/10 mm vom Flachstahl.

    Nachdem die Oberseiten geheftet waren einmal drehen und von unten das Gleiche nochmal.

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    So fertig.

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    Um für die Befestigung der Zughakenführungen und der Stirnseiten Material zu haben, wurden auf die Hilfsrahmen noch ausgeklinkte Blechstreifen angeschweißt.

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    So, noch ein paar Kleinigkeiten und die Plattform seht im Rohbau.

    Ach übrigens, ich bein bein Flexscheibe Nr. 14.


    Viele Grüße

    Martin

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    gestern war das Rollout. Aber der Reihe nach.

    Zunächst war nochmal schweißen und flexen angesagt.

    Aus L-Profil 40/40/4mm entstanden die Stützen für die beiden Sitzflächen der Begleitpersonen.

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    Mit Hilfe einer Schablone wurden sie angepaßt und gepunktet. Dannach durchgebraten und auf Endhöhe abgeschnitten.

    Als Querriegel kamen Reste vom L-Profil 25/25/3mm zum Einsatz.

    Die Längsträger bestehen aus Kastenprofil 20/20/3 mm.

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    Dann kam der anstrengende Teil der Geschichte.

    Den Rohbautorso aus der Garage auf die Gleise bringen.
    Mit Hilfe einer Sackkarre ist es mir gelungen. Ich schätze das momentane Gewicht so um die 65 kg .

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    Um erste Rollversuche zu machen habe ich provisorisch, von meinen Univeraltrucks, 2 Stück als Drehgestelle montiert.
    Sie haben von den Abmaßen genau gepaßt. Wunder der Normung. ;)

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    Das Ganze nochmal von oben.

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    Er lief sehr schön durch meine rechtwinkligen Radien (4 m).

    Somit wäre der erste Teil erfolgreich beendet.

    Weiter wird es mit den Kupplungen und den Kupplungsführungen gehen.


    Viele Grüße

    Martin

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    es ging etwas weiter.
    Für den Bau der Kupplungen wurde folgendes Material verwendet:
    4 Kant Stahl 18/18 mm, Flachstahl 60/5mm

    Skizze der benötigeten Maße einpacken und ab in den Keller.


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    Als erstes entstanden die trapezförmigen Bleche. Es werden insgesamt 4 Stück benötigt.
    Die ersten beiden Zuschneiden und Bohren.
    Dannach das Restmaterial für die beiden anderen mit den schon fertigen Teilen als Schablone bohren und als "Päckchen" in Form bringen.

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    Anreißen der gewölbten Vorderkante mit Hilfe eines Wandfarbeimers, hatte den passenden Radius ;) und mit der Schruppscheibe die endgültige Form ausarbeiten.

    Anreißen der Kupplungsplatten auf dem Flachstahl. Ich habe sie beide am Stück gefertigt, damit ich nachher eine Chance habe die Krümmung herzustellen.

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    Abbohren

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    mit Hilfe von Flex, Stichsäge und Meisel die Durchbrüche herstellen.

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    Anschließend mit der Feile auf Maß bringen.

    Für die Wölbung habe ich zwei Vierkantabschnitte auf den Boden gelegt und mit dem Hammer vorsichtig den Flachstahl mit den Kupplungsöffnungen "gebogen".

    Anschließend auf Endmaß zurichten und anschweißen.

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    Nochmal die Lage überprüfen und durchschweißen.

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    Alles schön mit der Fächerscheibe verputzen und die Kupplungsstange auf Endlänge bringen.

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    Vor dem endgültigen verschweißen muß erst noch der 18er Vierkant abgedreht werden, damit die Federn draufgehen.
    Dieses kann ich aber erst später machen, da ich dazu an eine große Drehbank muß.

    Schönen Sonntag


    Martin

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    kleines update, leider ohne Fotos.

    Die Anpassungsarbeiten wurden in der Werkstatt in Plochingen gemacht.

    Die Auffahrrampen sind angepaßt und 2 gebremste Drehgestelle sind überholt, dank der Unterstützung von Manfred und Marc.

    Alles vom Verzinken zurück.
    Wie ich aus dem Buschfunk hörte, soll er auch schon das erstemal gerollt sein.

    Sobald ich Beweisfotos habe, melde ich mich wieder.


    Viele Grüße

    Martin

  • Hallo Martin und Panki,

    wie sichert ihr den Rollstuhl, damit er während der Fahrt nicht ein Eigenleben führt?

    Gruß,
    Dirk

    M.A. Verick:
    Die gefährlichsten Massenvernichtungswaffen sind die Massenmedien. Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen, und ersetzen diese mit Angst, Misstrauen, Schuld und Selbstzweifel.