Guten Abend,
jetzt muss ich doch mal sehen, ob ich das mit den Bildern im Text auch hin bekomme. Und damit das Ganze nicht sinnfrei wird, möchte ich Euch die Geschichte unserer Kastenwagen erzählen. Uns, das sind in diesem Fall V75Christian und ich.
Wie Ihr vielleicht wisst, ackern wir intensiv beim Heizer beim Bau seiner Feldbahnanlage mit. Nach dem vorletzten Einsatz dort haben wir auf der Rückfahrt beratschlagt, dass es ganz schön spuckig ist, mit der Schubkarre auf dem Plattenwagen den Schotter zu fahren. Und dabei wurde dann die Idee geboren, die kleinen Kastenwagen zu bauen, nein, nicht für den Heizer sondern für uns.
Einige Tage später saßen wir beiden dann im Garten beim Bier und durchstöberten einen alten Orenstein & Koppel-Katalog nach einem geeignetem Fahrzeug.Christian favorisierte einen Wagen mit abnehmbaren Bordwänden, mir schwebte ein Wagen mit klappbaren Seitenwänden vor. Irgendwann fanden wir dann auch einen Wagen, der unseren Vorstellungen entsprach und der sollte es dann werden. Für jeden einen ungebremsten und einen handgebremsten Wagen, so war der Plan.
Wieder ein paar Tage später rief Christian an und teilte mit, dass die Zeichnung für unsere Wagen fertig ist. Allerdings wird es wegen der Stangenlänge der U-Träger blöd mit vier Wagen, drei wären besser. So schaute ich mir die Zeichnung noch einmal an und wir änderten einige Details des Rahmens. Nochmal nachgerechnet und siehe da, jetzt reichte es für vier Wagen, aber eben leider nur für die ungebremste Version. Und nachdem wir dann auch noch einmal über die Finanzen geredet hatten, waren wir am Punkt "Go!".
Nun habe ich zwar mal was über Metallbearbeitung gelernt und in der Lehre auch mehrere Kilo Eisenfeilspäne "produziert", aber mein Maschinenpark für den Bau so grosser Modelle ist dann doch quasi nicht vorhanden. Also haben wir beschlossen, dass Christian die Metallbearbeitung macht und ich mich um die Holzarbeiten kümmere. Kurz vor dem Urlaub lud Christian dann eine größere Menge Bretter bei mir ab, um die ich mich mal kümmern sollte. Da stand ich also mit meinem Latein. Die Bretter waren von alten Paletten und lediglich sägerauh. Na gut, damit könnte man leben, wenn da nicht die unterschiedlichen Breiten gewesen wären. Da bis zum Urlaub nun aber auch nicht mehr allzuviel Zeit verblieb, schnitt ich schnell ein paar Schränkhölzchen, pinselte die Brettchen mit etwas Holzschutzlasur und baute einen dekorativen Holzstapel. Christian bat ich doch während meines Urlaubs noch einmal nach Brettern zu suchen, denn einige Bretter in Reserve können ja nicht schaden. Und dann bin ich in den Urlaub.
10 Tage Malle mit einigen schönen Fotomotiven des Roten Blitz, das wird gern genommen. Ein paar Aufnahmen möchte ich Euch hier zeigen.
Nach wie vor sind 4 Elektrotriebwagen unterwegs, und das mit jeweils 6 Personenwagen. Als wir morgens los sind, hatte es gerade geregnet in Bunyola.
In Soller im Lokschuppen stand dieser kleine "Kerl", den ich herzallerliebst finde. Schaut Euch nur mal die Radsätze an!
Zurück in Bunyola war dann auch Zeit für eine ausgiebige Besichtigung des kleinen Bahnhofs. Dabei entdeckte ich diese hochinteressante Wagendrehscheibe, die die Verbindung zum ehemaligen Güterschuppen herstellt.
Aber zurück zu unseren Kastenwagen. Unser Flieger aus Malle kam kurz vor dem Mittag an und so waren wir recht schnell wieder in unserem Garten. Als ich den Schuppen aufschloss dachte ich mich trifft der Schlag. Da standen die vier Kastenwagen, dekoriert mit einem kleinen Zettel. Auf dem stand "Ich habe fertig! Nun Du!". Das war ja der Hammer. Also musste ich ran.
Zunächst einmal schleppte ich die Fahrgestelle aus dem Schuppen und machte erst einmal wieder etwas Platz. Nun wollte ich die Bretter nicht auf das nackte Eisen schrauben, also nach einer passenden Farbe gesucht. Modulisten haben ja immer einen Farbtopf in grün und einen in braun am Lager. Der grüne war fast leer, in dem braunen war noch reichlich Farbe. Also ran an den Pinsel und die Farbe auf den Rahmen verteilt. Zwischenzeitlich rief Christian an, ob wir schon im Garten wären. Nun, ich pinselte, also ging meine Frau ans Telefon. Und so war Christian einigermaßen erstaunt, als er hörte, dass da schon Farbauftrag angesagt war. Es dauerte auch nicht lange und Christian war da. Und er kam nicht alleine, im Bus war jede Menge Holz. Damit war unsere Materialbasis wesentlich besser geworden.
Nachdem alle Rahmen gepinselt waren, ging es an die Holzbearbeitung. Da konnten meine kleine Kreissäge und die Kappsäge punkten. Am nächsten Tag waren die Wagen dann fertig und es fehlte nur noch ein zweiter Anstrich mit Holzschutzlasur. Den brachte ich dann am nächsten Tag auf und danach kamen die Wagen erst einmal zu mir in die Garage. Bis zum nächsten Heizer-Trip waren ja noch einige Tage Zeit.
Und dann war es so weit, Arbeitseinsatz bei Heizer. Begrüßungsbier und dann Heckklappe auf und sich über Heizers Kulleraugen
gefreut. Die Diema stand passend und so gab es gleich noch eine erste Fahrt mit den Wagen. Die Wagen liefen sehr gut, nur an einer Stelle kam es immer wieder zu Entgleisungen. Später stellte sich heraus, dass die beiden Gleise an dieser Stelle schlecht geschottert waren. Zwei Schippchen Schotter lösten das Problem dann recht schnell.
Am nächsten Tag kamen dann WeiMi und Martin und nun wurde gebaut. Drei voll beladene Kastenwagen mit Schotter konnte die Diema, nachdem ihr Christian die Räder wieder festgezogen hatte, Heizers Rampe hochschieben. Natürlich wurde auch die Leonie angeheizt, was uns mehrere "Freudenbekundungen" der Nachbarschaft einbrachte.
Abends große Verladung, denn am nächsten Tag war ein Besuch bei WeiMi angesagt. Auf dem folgenden Bild seht Ihr Christian bei der ersten Probefahrt auf WeiMis Anlage.
Das Ergebnis war ernüchternd. Die Kastenwagen entgleisten fast in jeder Weiche. Schnell war die Ursache gefunden, unser Radsatzinnenmaß passte nicht zu WeiMis Hausnormen. Nur gut, dass die Spurweite änderbar ist. So konnten WeiMi und Christian das Radsatzinnenmaß ändern.
Alles wieder aufgegleist - der Heizer schaut recht skeptisch ...
Und dann ab zur zweiten Runde, die dann mit weit weniger Entgleisungen abging.
Inzwischen stehen die Wagen wieder bei mir in der Garage und warten auf den nächsten Einsatz. Und wenn es meine Zeit zulässt, dann werde ich Euch noch einmal mit ein paar technischen Details langweilen. Allerdings muss ich dazu erst einmal weitere Fotos machen.
Viele Grüße
Joschi