Befestigung Kupplungshaken

  • Hallo,

    ich habe derzeit mehrere Güterwagen nach Verbandsbauart im Bau. Die Rahmen, maßstäblich in 1:11 aus gekanteten Stahlprofilen, sind bereits zusammengeschweißt.
    Meine Frage bezieht sich auf die Befestigung der Zughaken.
    Im Original werden die Zugkräfte über den Zughaken und eine (gefederte) Zugstange auf die Wagenmitte und dort unter Verwendung diverser Bleche und Winkel in die mittleren Längsträger abgeleitet .
    Ist dieser Aufwand im Modell auch notwendig oder sinnvoll oder ist es auch angängig, den Zughaken unmittelbar hinter der Pufferbohle abzufedern und die Zugkräfte somit über die Pufferbohlen abzuleiten.
    Diese Lösung spart nicht unerheblich Teile und ist konstruktiv und zeitlich um einiges schneller umzusetzen.

    Danke und Gruß
    Kourosh

  • Hallo Kourosh,

    mit der von Klaus erwähnten Splintsicherung habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.
    Es geht zwar schnell und die Splinte reißen kein großes Loch in das Budget, aber bei größeren Anhängelasten knicken die Splinte ab und lassen sich nur schwer wieder herausziehen.
    Mein Vorschlag: auf den Vierkant ein Gewinde M 6 oder was draus paßt schneiden und die Feder und Unterlegscheibe mit einer Stop-Mutter sichern. Die kann auch hohe Anhängelasten problemlos verkraften.

    Gruß Wolfgang

  • Hallo Klaus,

    meine Splinte sind selbst mit U-Scheibe abgeknickt. Bei den Splinten konzentriert sich die ganze Kraft auf die beiden Punkte links und rechts der Bohrung. Bei der Mutter verteilt sich die Kraft auf den Umfang der Mutter. Weil der Umfang größer ist, wird die Kraft kleiner und nichts passiert.

    Gruß Wolfgang

  • Hallo Kourosh.
    oben beschriebene Vorgehensweise ist durchaus üblich.
    Im nächsten Gartenbahner ( Mitte Februar) soll ein Baubericht über eine Umsetzung des Vorbilds im Modell erscheinen. In Karlsruhe sind letztes Jahr bei einer Entgleisung 2 Pufferbohlen von den Längsträgern weggerissen worden.
    Volker

  • Ohne viele Worte ...

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  • In Karlsruhe sind letztes Jahr bei einer Entgleisung 2 Pufferbohlen von den Längsträgern weggerissen worden.

    Hallo Volker,

    danke für dieses Beispiel! Man denkt ja wohl meistens nur an die "normale" kontinuierliche Zuglast durch rollende Wagen, nicht jedoch an die stoßartigen Zugkräfte, die beim Holpern entgleister Wagen über die Schwellen entstehen, wobei die "Sicherung" in Form von Durchdrehen der Lokräder durch die Trägheitsmasse ausgehebelt wird.

    Schöne Grüße...
    Kristian

  • Hallo Ihr,

    bei meinen Eigenbauwagen habe ich die Kupplungshaken per Stopmutter in der Pufferbohle befestigt.
    Um die Kräfte besser aufzunehmen, habe ich ein U-Profil (gleiche Abmessungen wie die Längsträger) mit der offenen Seite nach unten eingeschweisst.
    Das Profil läuft mittig längs durch den Rahmen, von Pufferbole zu Pufferbohle.
    Die Oberkante schließt mit der Rahmenoberkante ab.
    Da das Profil unten offen ist, kommt man immernoch gut an die Stopmutter ran, falls die Kupplung mal raus muss.
    Klar, diese Methode ist overkill, aber sie funktioniert.

    Viele Grüße

    Holger

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  • Zunächst Danke für die Antworten,

    wobei das stichhaltigste Argument für die von Johannes gezeigte , am Original orientierte , Lösung sein dürfte, ein abreissen der Pufferbohlen , aus welchem Grund auch immer, zu vermeiden.
    Allerdings sollte sich dieses Risiko , eine ordentliche Verschweißung vorausgesetzt, in Grenzen halten.
    Wie heißt es doch so schön im Faust 1: ... und bin so schlau als wie zuvor....

    Gruß Kourosh

  • Moin Johannes,

    ein paar Worte hättest Du aber doch sagen können (sollen) - Dass das von Dir gezeigte Fahrgestell nämlich eine Holzkonstruktion ist ... und der, der sich dem Thema nähern möchte diesen Baubericht sicher lesenswert findet und etwas daraus "mitnimmt".

    Grüße Dietrich
    der gen mal wieder in alten Beiträgen liest - weil die so schön substantiell waren ;)

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hallo Kourosh,

    noch ein Argument, weshalb ich Dir von der Splintlösung abraten möchte.
    Ich bin mal bei einem Besuch einer süddeutschen Anlage vor malerischer Bergkulisse mit meinem Zug in ein Schlagloch gefallen. Die Erbauer der Anlage hatten wohl aus Angst vor Erdbwegungen versucht, diese möglichen Gefahren durch größere Schienenstöße zu kompensieren. Das Ergebnis war, der Wagen fiel ins Loch und der Kupplungshaken ist an der schwächsten Stelle gebrochen. Das war die Bohrung. Die anderen Wagen hatten Kupplungen mit Mutternsicherung. Die haben es überlebt.

    Gruß Wolfgang

    Ich möchte aber hier nicht als der Weise aus dem Nordenland verstanden werden.
    Jeder hat das Recht auf seine eigenen Fehler.

  • Leute
    Schaut vielleicht mal hier:

    Musterblätter

    Ich hab hier zwei Bilder von Stephans Page verlinkt.

    Bei fast allen 2-achsigen Güterwagen mit einem Fahrwerk aus Stahl (oder Holz) gab/gibt es durchgehende Zugstangen für die Kupplungen.
    Es ist sonst garnicht möglich, die Zugkraft von der Lok nach hinten durch den Zug zu leiten. Das Fahrgestell alleine ist ungeeignet hierfür.
    Eine durchgehende Zugstange ist daher vorbildgerecht und sicher.

  • Hallo Kourosh,

    noch ein Argument, weshalb ich Dir von der Splintlösung abraten möchte.
    Ich bin mal bei einem Besuch einer süddeutschen Anlage vor malerischer Bergkulisse mit meinem Zug in ein Schlagloch gefallen. Die Erbauer der Anlage hatten wohl aus Angst vor Erdbwegungen versucht, diese möglichen Gefahren durch größere Schienenstöße zu kompensieren. Das Ergebnis war, der Wagen fiel ins Loch und der Kupplungshaken ist an der schwächsten Stelle gebrochen. Das war die Bohrung. Die anderen Wagen hatten Kupplungen mit Mutternsicherung. Die haben es überlebt.

    Gruß Wolfgang

    Ich möchte aber hier nicht als der Weise aus dem Nordenland verstanden werden.
    Jeder hat das Recht auf seine eigenen Fehler.

    Besser den Haken als Sollbruchstelle opfern als den ganzen Wagen krumm zu machen................................
    denn irgendwas wird "nachgeben".......................

    Gruß Roger

  • Interessanter Artikel ;) Das Thema nicht, hohe 90+% machen das alles an der Bohle mit Feder und Sperrspannstift ,Stopmutter und oder Splint wie Klaus schon weiter oben anmerkte und das reicht dicke aus....
    Wenn was entgleist und sich verbiegt ist es immer die Schraubkupplung , ich habe noch nie gesehen das am Haken auch nur irgendein Schaden entstehen kann oder konnte.
    Und ich habe schon einige Entgleisungen an meinem 25 Wagen Zug gehabt.

    Das gefährlichste an dem Thema sind Leute die sich andere Wagen ausleihen und nicht wissen wie man damit umgeht ;)
    VG AK