Wasserstandsglas, Einschraubsockel

  • Hallo Leute
    Ich wollte ein betagtes Wasserstandsglas austauschen. Dabei ist mir der untere, marode Sockel abgeschert und einTeil des alten Gewindezapfens steckt noch in der Kesselrückwand.
    Wie kriege ich den Gewinderest aus der Kesselrückwand heraus, ohne daß das Einschraubgewinde schlimmstenfalls beschädigt wird oder irgendwelche Reste in den Kessel hineinfallen und irgendwann ein Abschlammventil blockieren.
    Und natürlich möchte ich auch nicht das Führerhaus komplett abbauen müssen...
    Ich bin für jeden Vorschlag dankbar.

    • Offizieller Beitrag

    Hi Johannes,


    kannst Du mal ein Bild der Misere einstellen, dann kann man sich ein besseres Bild machen.
    Das Stück in der Kesselrückwand hat ja dann bestimmt eine Bohrung, könntest Du da nicht einen Schraubenausdreher ansetzen und probieren den Rest so in einem Stück raus zu bekommen.....


    So was hier....

    Schraubenausdreher Satz 5 teilig für Gewindereparatur Handwerkzeuge Gewindeschneider


    Gruß
    Christian

    Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein !!! :D Ich bin der Fräser Eilig, was ich nicht fräs das feil ich.... Genitiv ins Wasser weil es Dativ ist :pinch:

  • Hallo,

    wieviel "Fleisch" ist denn noch vorhanden? Also Außendurchmesser Gewinde minus Bohrung. Wenn´s nicht zu dünnwandig ist mit Kriechöl einweichen und dann vorsichtig eine Schraubendreherklinge in die Bohrung hineintreiben und ausdrehen. Ansonsten bleibt nur ausbohren und nachschneiden, wobei mit Garantie Späne in denn Kessel gelangen.

    Gruß,

    chris69

    P.s. Fällt mir gerade noch ein. Vielleicht ein Linksgewinde in denn Materialrest einschneiden.

  • Hallo Johannes,

    bei meiner Minx hat die Kriechölbehandlung über Nacht gewirkt. Danach habe ich mit einem (leichten!) Hammerschlag einen Torx Schraubendreher 2mm tief reingetrieben. Der Gewinderest liess sich dann leicht herausschrauben. Das Gewinde im Kessel blieb unbeschädigt.

    HTH

    Viele Grüße

    Holger

    Fueled by coffee, powered by steam.

  • Bilder der Malaise

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    • Offizieller Beitrag

    Hi,

    also ich würde es mal mit den Schraubenausdrehern probieren, schön einölen und dann mit spitzen Fingern und Gefühl den Stumpen ausdrehen.....die Ausdreher erzeugen keine Späne. Aber für dieses eine Mal tut es auch der Torxdreher bestimmt.
    Die Ausdreher sind auf jeden Fall ein nützliches Gimmik in der Werkstatt.
    Möchte sie nicht mehr missen...

    Drück dir die Daumen Johannes.

    Gruß
    Christian

    Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein !!! :D Ich bin der Fräser Eilig, was ich nicht fräs das feil ich.... Genitiv ins Wasser weil es Dativ ist :pinch:

  • Am einfachsten probierst es mit Torx Schraubendrehern. Probieren welcher "paßt" . mit einem beherzten Schlag das Gewinde lockern und ausdrehen.
    Besser geht's noch mit Vielzahnnüssen, aber so kleine hat nicht jeder zu Hause. Solche Nüsse beißen sich richtig fest und man kann den Rest gut ausdrehen.
    Schlechte Erfahrungen habe ich mit den sogenannten Linksdrehern gemacht. Dir spreizen das ganze nur und es klemmt alles nur fest und nichts geht.

    MfG Harzbahner

  • Hallo Johannes,
    Du kannst es nach dem Einweichen auch mit einem kleinen scharfen Dreikantschaber oder einer scharfen Dreikantfeile probieren. Mit der Feile sei aber vorsichtig, die sind glashart und brechen leicht ab!
    Heinrich

    Der liebe Gott gab uns die Zeit
    (von der Eile hat er nichts gesagt!)

  • Leider kein Erfolg...
    Ich habe vorsichtig ein passendes Torx-Bit in den Stumpf eingetrieben, Dies ging schon verdächtig leicht. Beim Versuch, das Torx-bit zu drehen, bröselten Krümel von dem offensichtlich porösen Stumpf ab. X(X(
    Ich werde nun wohl vorsicht soviel Material abtragen müssen bis ich knapp unter dem Kerndurchmesser des Fittings bin.
    Dann will ich versuchen, die Reste des Gewindes heraus zu schälen, um dann mit dem passenenden Gewinde, die Gänge wieder frei zu kriegen.
    Hierzu muß ich zuerst einmal das Führerhaus komplett abbauen müssen...

    Das obere Fitting des Wasserstandglases muß auch noch heraus - es bleibt interessant.
    Am Schluß werde ich die Abschlammhähne entfernen und den Kessel säuern und gut ausspülen.

  • Hallo Johannes,
    bei diesem Fehlerbild kekäme ich Bauchschmerzen. Die anderen Dampfventile sind wahrscheinlich ähnlich traurig im Zustand. Der Kessel ist doch aus Kupfer oder. Bin heute übrigens an Deiner Haustüre Richtung Cadzand vorbeigefahren. Beim Arbeiten an den Teilen nimm einen Staubsauger dazu, dann fällt nicht soviel in den Kessel.
    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

  • Wolfgang
    Bei einer Beurteilung der anderen Bauteile aus der Ferne wäre ich vorsichtig...
    Der Kessel ist idT aus Kupfer. Ich bin nicht sicher, aber es sieht so aus als ob der gebrochene Sockel nicht Bronce, sondern Messing war.
    Der obere Anschluß des Wasserstandsglases kam ohne Problem heraus und ist einwandfrei. Sicherheits-, Speise- und Abschlammventile hatte ich schon vorher problemlos demontiert, entkalkt und inspiziert - einwandfrei. Die anderen Anbauten machen mir deshalb keine Sorgen.

  • Hallo Johannes,
    wenn Du Dich weiter mit dem bröseligen Resten und dem Nachschneiden des Gewindes beschäftigst gib während der Arbeit etwas Druckluft auf den Kessel, dann fliegen die Brösel nicht hinein sondern heraus!
    good luck
    Heinrich

    Der liebe Gott gab uns die Zeit
    (von der Eile hat er nichts gesagt!)

  • Danke für den Tip, Heinrich!
    Vielleicht hat der Zustand des unteren Sockels auch etwas damit zu tun, daß der Abblasehahn ständig eine winzige Undichtigkeit hatte und das Küken deshalb immer wieder 'fest' gibt. Deshalb habe ich den Abblasehahn regelmäßig (und wahrscheinlich zu häufig) demontiert, um den Hahn wieder frei zu kriegen.
    Jetzt war ich das Spiel satt und wollte einen einwandfreien Hahn haben...

  • Gelöst!

    Mit dem Vorschlag von Heinrich ging es am Ende recht gut - beinahe besser als dachte:
    Mit ein paar winzigen Schabern und Sticheln wurden die Reste des alten Gewindes vorsichtig entfernt.
    Etwas Druck war auf dem Kessel, dennoch ist nicht auszuschließen, daß vielleicht doch 1-2 Krümel nach innen gefallen sind.
    Also die Entleerungsventile wieder herausdrehen und gut ausspülen.
    Am Ende wurde die Gewindegänge mit dem passenden Gewindebohrer ausgeräumt. Dabei hatte ich den GB vorher noch mit WD40 angefeuchtet. Beim Herausdrehen klebten in den Flutes noch die letzten paar Krümel fest.
    Zur Kontrolle habe ich den noch intakten oberen Sockel eingedreht - alles OK

    Die Bilder sind um 90 grd nach rechts verdreht...

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    Das Problem war wahrscheinlich ein teilweiser Zinkverlust aus dem Messing des Fittings.
    Habe leider keinen passenden Deutschen Artikel dazu gefnnden... Nur: Dezincification

    Die Vorbedingungen für die Abreicherung von Zink aus MS sind laut dem Artikel:
    Kontakt mit leicht saurem oder leicht alkalischen Wasser
    Wasser mit wenig Sauerstoffgehalt
    Niedriger Wasserumlauf
    Relativ hohe Wandtemperatur
    Durchlässige Ablagerungen

    Alles dies trifft bei den Armaturen am Kessel mehr oder weniger zu:
    Gutes KSW ist leicht alkalisch und frei von Sauerstoff.
    Im Anschluß des Wasserstandglases gibt es kaum Durchströmung.
    Die Kesselwandung ist heiß genug und in den Anschlüssen von Fittingen kann sich durchaus etwas Kalk ablagern.

    Zinkabreicherung ist ein Langzeiteffekt und wird durch wechselnde Qualitäten des KSW auch noch gefördert.
    Es gibt MS-Legierungen, die gegen Zinkabreicherung immun sind.
    Ich glaube aber nicht, daß die üblichen Lieferanten von unseren Fittingen solches Material verwenden.

    Anderswo hab ich gelesen, daß Zinkabreicherung auch in der Dampfphase geschieht, aber langsamer aus in der Wasserphase. Das würde erklären, daß hier nur der untere Sockel betroffen war.

  • Hallo Johannes

    Über Entzinkung ist hier ja schon einige Male philosophiert worden.
    Entzinkung betrifft die alten Kupferlegierungen, wie Tombak und Gunmetal. Aktuelle Legierungen wie MS58 und MS63 sind beständig gegen Entzinkung und können ohne Einschränkung verwendet werden.

    Gefährdet sind die alten Jäger und Sammler.
    Also Vorsicht bei Geschenken, besonders von älteren Bastlerkollegen!!!!!! Wer weiß, wie lange das schon in der Schublade schlummert?
    Auch Material vom Schrott ist u.U schon ein halbes Jahrhundert alt.

    Alle Kesselarmaturen aus neuem, selbst gekauftem Metall herstellen. Dann besteht keine Gefahr.

    mfg

    Thomas