"Bear Creek Railroad" Reloaded - Komplette Überarbeitung einer 5"-Sammlung

  • Hallo Großbahn-Kollegen,

    Das Jahr 2016 steht am Bear Creek im Zeichen eines umfänglichen Redesigns des Fuhrparkes. Beide Dampflokomotiven benötigen Reparaturen, ebenso viele der Wagen, wobei einige auch verbessert oder gar komplett neu gebaut werden sollen. Hintergrund sind zum einen die nötigen Reparatur-Arbeiten, zum anderen der Wunsch die Kategorie "Hollywood & Disney" zu verlassen und mehr hin zu einer detail- und vorbildgetreueren "Modellbahn" im Maßstab 1:6 zu kommen.

    Als erstes Exemplare möchte ich hier meine Überarbeitete Forney vorstellen. Die Lok hatte nach 33 Jahren eine umfangreiche Mängelliste. Undichte Wasserleitungen, undichte Ventile, ausgeschlagene Steuerung und noch das eine oder andere mehr. Auch kosmetisch wurde einiges verändert, so hat die Lok (wieder) Laufbretter entlang dem Kessel erhalten, vorne eine Rahmenverlängerung und die Fronttüren im Füherhaus lassen sich nun öffnen. Die Lok wurde anschließend komplett in schwarz lackiert und hat eine entsprechende Beschriftung im Stil der 1920er Jahre erhalten. Dabei habe ich mich von der Lok #10 der Wiscassette, Waterville & Farmington Railroad inspirieren lassen.

    Vorher

    Zwischendurch

    Fertig

    Leider habe ich es noch nicht geschafft die Lok anzuheizen. Aber unter Druckluft macht sie schon einen guten Eindruck. Ich hoffe die Testfahrt wird bald folgen.

    Demnächst zeige ich dann die Shay. Diese hat bei den Dampfmodelltagen in Zürich einen schweren Triebwerkschaden erlitten und muß daher auch umfangreich repariert werden.

    Grüße, Gerd

  • Guten Morgen,

    wenn es euch so gut gefällt, dann gibt's hier gleich die nächste Enthüllung.

    wie schon oben erwähnt hat die Shay beim Dampffest in Zürich einen schweren Schaden in Folge einer Entgleisung erfahren. An einer Weiche war die Stellschwelle gebrochen und bei der Überfahrt "fiel" das erste Drehgestell so unglücklich in die Weiche, daß es das Drehgestell über den eigentlichen Totpunkt hinaus nach rechts verdrehte. Dies führte zunächst zum Abreißen der Kardanwelle am Drehgestellseitigen Kreuzgelenk und zudem erfolgte ein Böser Schlag auf die Kurbelwelle in Richtung Lokmitte, welche die Kurbelwelle als auch den Maschinenträger verbogen hat. Ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurden die Anbauteile an der Dampfmaschine wie Entwässerungs- und Umsteuergestänge.
    Auf dem dritten Bild erkennt man den Knick im Abgang der Kurbelwelle daran, daß die Exzenter nicht mehr parallel zum Lager stehen.

    Natürlich war in dem Moment der Frust recht groß. Zum Glück ereignete sich das Unglück am Samstag Nachmittag, so daß wir immerhin 2,5 Tage Fahrspaß hatten.

    Also rein in die gute Stube und ran ans Werk...
    Die Lok wurde zerlegt, der Schaden ermittelt und eine Reparaturliste erstellt. Bei der Gelegenheit sind noch einige andere Fehler bzw. Probleme ermittelt worden, so daß sich letztlich die Entgleisung doch auch irgendwie gelohnt hat, denn manches davon hätte ich sonst wohl lange nicht erkannt, oder ignoriert.

    Hier ein Blick auf den Maschinenträger. Der Schenkel war sogar los gebrochen und mußte neu gelötet werden.

    Und der Knick an der Kurbelwelle. Zum Glück nur an der Abgangswelle direkt hinter dem Wellenlager. Da die Welle nur gestiftet ist konnte ich den Stummel ausbauen, richten und wieder montieren.

    Hier mal noch ein Bild, welches deutlich zeigt warum der Kessel auf der Shay asymetrisch montiert ist. Ohne die knapp 6 Kilo der Dampfmaschine an der Seite hat die Lok stark Schlagseite...

    Nachdem alle Teile gerichtet waren und einige Umbauten ausgeführt (andere Stopfbuchsen, neue Treibstangenlager unterfütterte Kolbenringe...) ging es Bauteil für Bauteil wieder an die Montage.

    Bis die Maschine letztlich unter Druckluft wieder sauber lief und montiert werden konnte.

    Blieb nur noch die Kardanwelle wieder zu reparieren und ich habe dann noch die Antriebswellen in den Drehgestellen getauscht, da hier kurz vor dem Treffen in der Schweiz die Lager getauscht wurden (Von Nadellager auf Kugellager) und die Getriebe nicht richtig abgestimmt waren.

    Und wie man es sich hätte denken können, natürlich hat auch die Shay ein Facelift erhalten.... Damit sind nun beide Dampfloks wieder Betriebebereit und warten auf ihren ersten Einsatz unter Dampf.

    Viele Details und weitere Bilder zu den Umbauten und Reparaturen findet ihr übrigens in meinem Blog auf https://www.dampfbahner.net/www.waldbahner.de

    Grüße vom Bear Creek

  • Auf zu den nächsten Modellen - Die Personenwagen.

    Diese wurden 10mm tiefer gelegt um elegant die Kupplungshöhe anzugleichen an die neue Höhe von 80mm über SOK.
    Ansonsten wurden hier und da Reparaturen ausgeführt und die Wagen haben eine neue Anschrift in Goldfarbe erhalten.

    Grüße, Gerd