Neue Flachwagen für die Bear Creek Railroad

  • Hallo Großbahners,

    bei Interesse möchte ich euch hier vom Bau meiner neuen Flachwagen für die Bear Creek Railroad berichten.
    Es sollen 2 Flachwagen mit je 20' Länge (100cm im Modell) entstehen nach typischer, amerikanischer Bauart mit Archbar Trucks (bei uns besser als Diamond-Drehgestelle bekannt) und möglichst vielen Details. Der Maßstab meiner Wagen ist 1:6, aber ich denke die meisten Techniken und Ideen dürften für alle Interessant sein.

    Vorab möchte ich euch heute ein 3D-Modell zeigen daß ich erstellt habe. Dies diente mir in erste Linie zur groben Planung und zum Prüfen ob alles paßt wie erdacht. Die fertigen Wagen werden mit Sicherheit von diesem Entwurf abweichen, da ich einige Details im 3D-Modell gar nicht berücksichtigt habe und andere Ideen sicher erst später beim Bau einfließen werden.

    Beginnen möchte ich mit den Drehgestellen. Insgesamt werden 3 Paar benötigt, 2 für die Flachwagen und das dritte Paar für meinen alten Boxcar, der ebenfalls ein neues Fahrwerk in dieser Machart erhalten soll.
    Außerdem sei noch erwähnt, daß ich den Wagen etwas stabiler bauen werde als es der Maßstab vorsieht, also z.B. massivere Längsträger, damit er die Großbahntypischen Transportgüter (1:1 Fahrgäste) aufnehmen kann.

    Grüße, Gerd

  • Hallo Gerd
    Der Wagen und sein Konstruktion gefällt mir richtig gut!
    Ich bin sicher, daß ähnliche Wagen einst auch bei Normalspurbahnen in Europa und USA fuhren, als die Konstruktion mit Holz außerhalb vielleicht von Drehgestellen durchaus üblich war. Ich werde nun diese Artikelserie nun im Auge behalten... :D

  • Hallo Chris,

    Zu Erstens - Die Drehgestelle sind gefedert. Die Schraubenfedern befinden sich wie beim Original innerhalb des hölzernen Bolsters. Ich werde die Federung versuchen auch funktionsfähig nachzubauen, was jedoch eine besondere Herrausforderung wird, da der Wagen sowohl leer, als auch mit bis zu 150kg Gewicht eingesetzt werden soll. Die Federung dazu geeignet auszulegen ist nahezu unmöglich.

    Zu Zweitens - was das Vorbild nicht hat, braucht das Modell auch nicht. Das Modell orientiert sich da gezielt an dem gewählten Vorbild.

    Am Wochenende werde ich euch mit ersten Bildern versorgen können, denn die Flacheisen für die Drehgestelle sind schon in Form und und gebohrt....

    Grüße, Gerd

  • Hallo Gerd

    Zu Wagen dieses Typs gehören natürlich auch die passenden Kupplungen.
    Für den Fall, daß Du diesen Artikel noch nicht kennst...
    Hier findest Du bestimmt die passende Kupplung.
    Kupplungen

  • Hallo Gerd,
    vielleicht bekommst du Federn, die ein progressives Verhalten haben. Am Anfang für die Leerfahrt relativ weich und mit zunehmenden Gewicht werden die Federn härter. Oder mit zwei Federn ineinander, eine etwas längere für Leerfahrten und eine härtere Feder, wenn der Wagen sich absenkt und eine schwere Ladung bekommt. Die weichere Feder verschwindet dann in der härteren Feder. Ist ein bisschen umständlich beschrieben, aber vielleicht hilft es.
    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

  • Hallo Johannes,
    Der Wagen hat doch eine passende Kupplung für diesen Typ - amerikanische Link&Pin-Coupler...

    Wolfgang - die Ideen habe ich auch schon durch gesponnen. Letztlich ist dabei, auch die Kupplungshöhe zu berücksichtigen. Damit sind die möglichen Federwege begrenzt und in den 10mm Spielraum wird das wohl schwer Umsetzbar sein. Daher vertraue ich hier auf meine Erfahrungen. Auch wenn die sich oft von der Norm unterscheiden.

    Grüße, Gerd

  • So, hier kommt der erste Wochenbericht - Ich will versuchen jedes Wochenende vom aktuellen Baustand zu berichten. Mal schauen ob ich das so schaffe.

    Für die Träger der Archbar-Trucks habe ich 12x3mm Flacheisen besorgt und passend abgelängt. Zum Biegen wurden zunächst auf beiden Seiten die Mittellinie und dann die jeweiligen Biegelinien angerißen. Beidseitig deswegen, da ja ein Knick nach oben, der ander nach unten geht. Damit das schnell von der Hand geht, habe ich die zusammengehörigen Teile mit Paketband zusammen geklebt und konnte so alle Teile identisch anzeichnen.

    Zum Biegen verwende ich eine Werkstattpresse mit selbstgefrästen Gesenken. Ich habe mir je eine Matritze für 16° und 46°-Winkel gemacht. Die fertigen Winkel sind dann etwas spitzer und können so bequem gerichtet werden, bis die Form paßt.

    Dabei ist der endgültige Winkel gar nicht mehr so wichtig. Viel mehr Augenmerk gilt, daß die drei Ebenen parallel und im richtigen Abstand zu einander liegen.

    Dank guter Vorbereitung ging das Biegen der 24 Archbars an einem Abend bequem über die Bühne.

    Hier gibt es dann schon mal einen Ausblick auf die nächste Stufe...

    Teil 2 folgt in wenigen Minuten

  • Löcher!!!!!!

    Zum Bohren der Löcher habe ich mir auf der Fräse einen Bohrtisch mit Anschlag und Dorn eingerichtet. So konnte ich jedes Loch exakt in der Mitte der 1mm breiten Flacheisen bohren. Der Dorn hilft beim schnellen Ausrichten auf den exakten Abstand. Wo nötig wurden die Teile entsprechend unterbaut. Auf der Fräse habe ich die Löcher mit einem Zentrierbohrer angebohrt und dann auf der Ständerbohrmachine daneben auf 4mm aufgebohrt und entgratet, damit sie anschließend wieder als Referenz verwendet werden können.

    Auch das Bohren ging auf diese Art sehr schnell von der Hand da lästiges Anzeichnen entfiel. Die gebohrten Löcher sind so exakt, daß man einen Bund von 12 gleichen Flacheisen zusammen klemmen kann und man ohne Probleme durch jedes Bohrloch eine M4-Gewindestange schieben kann. Die exakten Abstände sind wichtig, damit die Achsen später parallel und rechtwinklig im Drehgestelle sitzen.

    Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen noch schnell zwei Drehgestellseiten zusammen zu setzen für eine erste Stellprobe. Das Ergebnis beflügelt zum Weiter bauen. Als nächstes müssen 48 Bolzen zur Montage der Achslager gedreht werden - danach geht es an die Schreinerarbeit der Bolster (Querträger).

    Grüße, Gerd

  • Guten Morgen,

    vielen Dank für eure Anregungen bzgl. der Federung. Wegen dem zur Verfügung stehenden Platz und maximalem Federweg, zusammen mit der Gewichtsspanne von 5-120kg verzichte auf die Federung und setze wieder auf die bewährte 3-Punktlagerung.

    Weiter geht's nun auf der Kreissäge. Aus 12mm Multiplex-Sperrholz werden hier die Teile für den Bolster zugeschnitten.

    Auch hier verwende ich wieder Anschläge und Hilfsvorrichtungen für paßgenauer Teilefertigung in kurzer Zeit.

    Genau so geht es anschließend auf der Fräse weiter, beim Bohren der vielen Löcher.

    Schweizer Käse ??

    Die Seitenteile und die Schwinge wurden anschließend verklebt und vormontiert.

    Im Anschluß wurden die Drehgestellbaugruppen lackiert und warten nun auf die End-Montage. Weitere Bilder und Details gibt's wie immer auf https://www.dampfbahner.net/www.waldbahner.de

    Bis gleich....

  • Nachtrag - ich habe ja völlig die Achslager vergessen....

    Diese habe ich als 3D-Modell gezeichnet und in Nylon-Kunststoff 3D-drucken lassen.
    Sie sind zur Aufnahme von 22er Kugellagern ausgelegt und können direkt so verwendet werden ohne nacharbeit.


    Da viel an der Stabilität gezweifelt wurde, habe ich einie Lager geopfert...

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    Bis später....

    Einmal editiert, zuletzt von Waldbahner (22. August 2016 um 14:15)

  • Soooo.... Letzter Teil für heute....

    Je Drehgestell kommen 272 Einzelteile zusammen, wobei die Pfanne für den Drehpunkt noch fehlt. Die wird erst später angepaßt und montiert.

    Ein fertiges Drehgestell

    Und alle 6...

    Damit werde ich mir eine kurze Pause gönnen um etwas anderes fertig zu machen, aber spätestens in 2 Wochen geht es dann mit dem Boxcar weiter, der ein neues Fahrwerk erhält. Dabei werde ich die Teile, die ich für alle Wagen brauche ebenfalls wieder in Serie produzieren, damit dann der Bau der Flachwagen schneller von der Hand geht.

    Grüße, Gerd

  • Hallo Chris,

    getreu meinem Design-Stil "Baumarkt" handelt es sich um Möbelrollen, die es in verschiedenen größen gibt. Das hier sind die kleinsten vom Verein orange/lila.
    Diese und ähnliche verwende ich schon seit langem ohne große Probleme.

    PS.: Ich habe das Video noch gegen die Deutsche Version getauscht.

    Grüße, Gerd