Zylinder Abdeckung Abdichten

  • Hallo Dampfbahner

    Habe eine Frage und zwar wie dichtet ihr eure Zylinder Deckel ab . Bedanke mich sehr um hilfreiche Tipps

    Liebe grüße Michael
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  • Zu Loctite 510
    Ist ein gutes Produkt, aber...
    Bei Loctite 510 hab ich die Erfahrung gemacht, daß L510 auf keinen Fall in irgendwelche Verschraubungen von Deckeln gelangen darf. Ich hatte dann nämlich arge Schwierigkeiten, die Schrauben später wieder heraus zu bekommen. Seitdem streiche ich die Gewindegänge von Schrauben vorher mit CU 800 Copper Anti Sieze Paste ein. dann geht es später wieder leicht auseinander, selbst wenn die Schrauben mit L510 in Berührung gekommen waren.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Michael,

    ich nutze seit 2009 dieses Papier. Mehrmaliges Ein- und Ausbauen ist ohne Probleme möglich. War bisher immer dicht.

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    Das gibt es z.B. hier: Dichtpapier

    lg Jonas

  • Hallo Michael,
    geh doch einfach mal in das nächste Geschäft für Kfz.Zubehör. In der Regel haben die das Dichtungspapier (z.Bs. von ABIL) von der Rolle. Es gibt verschiedene Sorten und Stärken, je nach Verwendung. Ich habe auch schon Dichtung aus Papier und Schnellhefter Karton gemacht. Wichtig ist es diese Dichtungen vor dem Einbau gut einzugehen und nach der ersten Erwärmung nachzuziehen. Mit einem Heissluftfön kannst du es dir auch vereinfachen (Johannes hat das mal irgendwo geschrieben ).
    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

  • Es soll auch Back-Papier aus Teflon geben. Da ich daheim nicht die Kuchen backe(n darf), kann ich keinen Lieferanten nehmen.
    Dieses Material dürfte sich sicher auch als Dichtungsmaterial eignen.

    Die Herstellung von speziellen Flächendichtungen mache ich über 'Stanzen'.
    Eine Platte aus Stahl enthält das exakte Lochmusterdes Deckels.
    Es gibt eine Unterlage aus Holz und Stanzen aus Stahl, innen mit einer Aushöhlung und scharfen Kanten am Rand.
    Die Löcher für die Verschraubungen sollten so exakt wie m0glich sein.
    Zusammenklemmen und ausstanzen...

  • Hallo Dampfbahner,
    Dichtungen aus Papier (Abil) habe ich im Drucker, nach der Zeichnung ausgedruckt. Für runde Bohrungen nehme ich eine etwas größere Kugel, als der Durchmesser und mit einem Schlag auf die Kugel, ist das Loch fertig. Größere Bohrungen schneide ich mit dem Cuttermesser über den vorhandenen Rand der Bohrung. So geht es zügig und ohne großen Aufwand.
    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

  • Hallo

    Nehmen wir mal an, es gibt noch eine perfekte unbenutzte Ersatzdichtung.
    Bevor ich diese aber verbrauche würde ich folgendes machen.

    1. Dichtung mit hoher Auflösung einscannen
    2. Bild als Referenz archivieren
    3. Bild mit einer Grafiksoftware auf eine Schwarz/Weiß Strichbild reduzieren, abspeichern
    4. In die Layer einer CAD-Software importieren und auf einer anderen Layer als Strichzeichung nachzeichnen.
    5. Checken, daß keine Verzerrungen eingetreten sind, daß die Löcher im richtigen Muster und Winkel angeordnet sind, etc, wieder archivieren
    6. Linienmuster mit einem Inkjet-Printer auf normales Papier ausdrucken und prüfen, daß Proportionen und Winkel immer noch korrekt sind.
    7. Nun das Linienmuster mit einem Inkjet-Printer auf das dünne Dichtungspapier ausdrucken, uU vorher ein paar Experimenten mit einem Papier gleicher Dicke machen.
    8. Dichtung mit Schere ausschneiden, Löcher mit einem Stanzwerkzeug ausstanzen.

    Wenn man eine ganz neue Dichtung zu einem Projekt macht, dann Dichtungen im CAD entwerfen und bei Step 6 beginnen.

    Allerdings
    Perfektionisten würden wohl sicher ein Stanzwerkzeug in Futter einer Fräsmaschine plazieren und die Koordinaten der Löcher mit dem Meßlinealen anfahren und ausstanzen - unter dem Dichtmaterial sollte aber eine Hartfaserplatte liegen. Einen Tiefenstop verwenden, dann lebt das Stanzwerkzeug länger. 8o

    Noch ein Tip:
    Große geschlossene Flächen in der Dichtung unter einem kompakten Deckel sind suboptimal. Es kann dann doch Kondensat zwischen Dichtung und Flanschdeckel kommen und die Dichtung nach innen aufwölben und damit unter einen Streß setzten. Die Dichtung wird nur funktonieren, wenn sie beidseitig komprimiert wird.

  • Hallo Michael,

    für meine T3 ( 7,25") habe ich mir beim Bau der Lokomotive entsprechende Schablonen angefertigt. Man kann, wie schon
    beschrieben, Dichtungen auch mehrmals verwenden, sodass nicht bei jeder Kontrolle oder Reparatur unbedingt neue
    Dichtungen fällig werden.
    Als Material verwende ich Abil, meist 0,5 mm.

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    Das ist die Schablone. Ich glaube das muss man nicht lange erklären. Das innere Loch wird mit einem Anreißzirkel gemacht.
    Die äußere Kontur muss dann nicht so genmau sein, die wird später mit einem scharfen Messer geschnitten.


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    So sieht das dann aus.


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    Hier sieht man die Dichtungen schon nach dem Zurechtschneiden.
    Danach geht es zur Bohrmaschine. Die Löcher werden mit einem scharfen Bohrer durchgebohrt.


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    Das sind dann die fertigen Dichtungen.


    Durch die Konstruktion der Schablone ist es durchaus möglich 6 oder 8 Dichtungen auf einmal
    herzustellen. Ob sich die Anfertigung einer Schablone lohnt, darüber kann man natürlich diskutieren.
    Ich habe festgestellt, dass man genau im unpassenden Zeitpunkt mal "eben schnell" eine Dichtung
    braucht, weil es bei der Demontage doch wieder passiert ist und das "blöde Ding" gerissen ist.
    So ist man dann in der Lage innerhalb vo 15 min. genau die passende Dichtung herzustellen.

    Die Bilder hatte ich auch schon in meinem Beitrag der Revision meiner T3 eingestellt

    Gruß aus Dormagen,
    Herbert

    Ein Leben ohne Dampf ist möglich, aber sinnlos.

  • Eine kleine Bemerkung dazu: Wenn man Papierdichtungen bevorzugt, sollte man dieselben vor der montierung mit etwas Graphit oder Fermit einschmieren, auf dass sie bei der Demontage nicht mühselig von der Dichfläche abgekratzt werden müssen. Papier- oder sonstige Weichstoffdichtungen bergen die Gefahr in sich, dass die Deckelmuttern ungleichmäßig angezogen werden, was u.U. zum Schwergang von Kolbenstangen- und Kreuzkopfführungen führen kann. Seit vielen Jahren benutze ich ausschließlich feuerfestes Silikon, welches unter verschiedenen Handelsnamen überall für unter 10 € zu haben ist. Es ergibt beim Anziehen einen hauchdünnen, absolut dichten, und zur Demontage leicht abziebaren Film. Eine Papierdichtung kann normalerweise nur einmal verwendet werden und es muss hernach eine neue angefertigt werden, wobei das feuerfeste Silikon nur neu auf die Dichtfläche augetragen wird und auch auf Gewinden nicht als Schraubensicherung wie Lok-Tite wirkt. Mal einfach gesagt. Gruß Fritzle.

  • Seit vielen Jahren verwende ich mit gutem Erfolg eine primitive Papierdichtung
    die aus mit Dampföl getränkten Fotokopierpapier besteht.
    Der Zylinder wird auf seiner Dichtfäche mit Öl bestrichen ,das Papier aufgelegt und
    es saugt das Öl auf und wird transparent. Danach wird mit dem Cuttermesser ausgeschnitten.
    Die Bohrungen für die Gewinde steche ich mit einer Spitze nach.
    Dann wird zusammengeschraubt und aussen abgeschnitten.

    Funktioniert schon jahrelang, wenn genügend Dichtfläche vorhanden ist.

    Ich habe auch schonmal aus Bockwurstkarton vor Ort eine Dichtung hergestellt.
    Ich weis ist alles unprofessionell.
    Gruß Werner

  • "Ich weis ist alles unprofessionell."

    Keineswegs, denn ich finde alles was Werner tut OK !
    In seinem Motorrad sind ja auch Dichtungen aus Pizzakarton - jetzt ist es raus !!!

  • Hallo Freunde,

    bisher habe ich zwar nur einmal eine derartige Dichtung gebraucht, aber hierzu auch mein Bericht:
    Das Material (Abil) stammte für kleines Geld aus der großen Bucht (wohl Abfallstücke aus der Großproduktion).
    Die Dichtung selbst habe ich mit dem Zirkel angezeichnet und mit der Schere ausgeschnitten.
    Dann auf den Domflansch aufgelegt, darauf den Deckel. Und nun mit einem speziell angefertigten Stanzwerkzeug (ein Abfallstück Rundmaterial passenden Durchmessers, von der Stirnseite her mittig rund eingefeilt - wie beim Bürolocher) per Hand die Löcher durchgestochen. Hat keine 15 Minuten gedauert....
    Dann die Dichtung mit Öl getränkt und montiert.
    Ist nun schon drei Jahre dicht.....

    Viele Grüße
    Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn