Ein 4-Zylinder entsteht
Nach zwei Jahrzehnten Modellbau steigen die Ansprüche, so habe ich entschieden, mich auf das nächst höhere Level zu wagen. Nach längerem Studieren umfangreicher Literatur ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Die bekannte Schwarzwaldbahnlok der Reihe IVe aus dem Hause Grafenstaden (2C, n4v) mit dem markanten Außendrehgestell war zuerst mein Favorit, aber der recht kleine Kessel? Wie macht der sich bei Belastung auf der Strecke? Also, Projekt verworfen – es muss ne Nummer größer werden. Ersatz war schnell gefunden, viel, viel schneller als Fotos und Unterlagen jeglicher Art. Weit über ein Jahr habe ich recherchiert und gesammelt. Meine auserwählte Lok wurde im Jahre 1905 gebaut, an Plänen war da nicht allzu viel zu erwarten. Die Nachfrage im Verkehrsmuseum war entsprechend dürftig, ist aber dann nicht gänzlich erfolglos geblieben. Auch konnte ich über 40 nützliche Fotos zusammen tragen. Zwischendurch habe ich schon mal mit CAD mit der Konstruktion angefangen.
Der Anfang des neuen Projektes sollte, wie es ganz normale Menschen auch tun, der Rahmen werden. Weil er durch die vielen Durchbrüche recht filigran und kompliziert aussieht, war Wasserstrahl schneiden doch wohl die Geeignetste aller Möglichkeiten. Soweit die Theorie. Der Wasserstrahlschneider meines Vertrauens hatte aber noch mehr Kunden und vor allem Wichtigere als mich, so hatte ich das Gefühl von Anfang an, und später sowieso! Also warten, telefonieren, warten, vertrösten und hinhalten. Da gibt’s nur eines, eben mit einem anderen Teil mal anfangen, aber womit. Na ja, bei detaillierter Planung ist das ja nicht so von Bedeutung. Also nicht von unten nach oben, sondern von vorne nach hinten, die Pufferbohle und ein paar Kleinteile sollten den Anfang machen!
Ach ja, noch ganz nebenbei. Ich baue im Maßstab 1:11,3 eine funktionsfähige Schnellzugdampflok auf 5 Zoll Spur.
Fortsetzung folgt.
Grüße vom Bodensee, Gerhard


