Eine 4-Zylinder-Schnellzuglok entsteht

  • Hallo Gerhard,
    meine Vorschreiber haben eigentlich schon alles geschrieben, was man zu einem solch schönen Projekt nur schreiben kann. Jetzt genieße erst mal die Fahrten mit der neuen Lok bei Tageslicht und an der frischen Luft, nach einer solch langen Zeit in der Werkstatt und im Büro am PC. Träumst du schon von einer neuen Herausforderung?
    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

  • Lieber Gerhard !

    Meine absolute Hochachtung;
    nicht nur für das Werk an sich - daß das ein absoluter Hammer ist, ist ja buchstäblich offen_sichtlich ...
    ... sondern auch das Plädoyer für's CAD-Zeichnen UND dann - ganz besonders - für den wunderbaren, ausführlichen und reich bebilderten Bau-BERICHT !!!

    Ganz seltenes Geschenk an die Allgemeinhei. - an's GEMEINWOHL ... !

    Manche bauen tolle, schöne Loks;
    aber wer sonst dokumentiert das in dieser Art & Weise und QUALITÄT ... !?

    *Hut ab*

    und ganz ehrfurchtsvollen,
    herzlichen Gruss
    vom Wörthersee ...

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Hallo werte Modellbaukollegen!

    Jetzt wird es endlich Zeit mich ganz herzlich zu bedanken.

    Bei Thomas, Frank, Christian, Heli, Wolfgang, Stephan, Johannes, Kroko und Gega, und vielen Anderen, jeder einzelne weiss wo von er redet und schreibt, da hat jedes Kompliment seinen eigenen Stellenwert. Besten Dank auch für die vielen likes, das ist auf jeden Fall immer ein Motivationsschub für mich gewesen.

    Einen ganz speziellen Dank an die vielen anonymen Trittbrettfahrer, die intensiv im Hintergrund meine Bauberichte kommentar,- und emotionslos, aber langfristig und hartnäckig mitverfolgt haben, und es nicht übers Herz gebracht haben auch nur einmal den Daumen zu heben. Euch wollte ich noch fragen: Wisst ihr eigentlich nicht, dass so etwas gar nichts kostet? Und weh tut es auch nicht! Bei euch bedanke ich mich herzlich für das Interesse und die Ausdauer.

    Vielen Dank !

    Euer Gerhard vom Bodensee


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    • Offizieller Beitrag

    Gerhard,

    schöm das Du den Bericht mit einer persönlichen Note abschließt.
    Ich freu mich auf mehr....wenn deinerseits die Lust besteht.Ich habe da ja noch von mehreren Loks gelesen, welche sind es denn?
    Danke für die netten und imformativen Minuten beim lesen des Berichtes!

    Grüße und gute Fahrt

  • Hallo Gerhard,

    "fishing for compliments" hast Du bei Deiner Bauweise nicht nötig!
    Für mich bleibst Du "der größte Modellbauer vom Bodensee".
    Die Dran-Konstrukteure nicht mitgerechnet.

    Gruß Wolfgang

  • Hallo Gerhard,

    auch ich habe jede Zeile von Deinem Baubericht zu diesem herrlichen Modell genossen!!!
    Mein Daumen ist nicht groß und mein Arm nicht lang genug, um ihn so weit zu heben, wie es Deiner Leistung gebührt.

    Die vor uns liegende Fahrsaison gibt mir hoffentlich Gelegenheit, Dein Modell mal in Natura in Augenschein nehmen zu können.
    Auch ich bin auf Dein nächstes Projekt gespannt....

    Meine eigenen Bauberichte hängen leider noch in den unendlichen Windungen meines PCs fest.....
    ..... sollen aber bald hervorgeholt werden.

    Vielee Grüße
    Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

  • Tja, da steht sie nun. Die Schönheit aus Baden. Oder sollte man sagen vom Bodensee?
    Diese Lok hat mir von Anfang an den Atem und den Schlaf geraubt.
    Meine Bewunderung gilt dem Erbauer und den Konstrukteuren von damals.
    Eine solche Vorbildauswahl bringt auch eine gewisse Verantwortung mit sich. Da erbaut man schon fast ein Denkmal. Entsprechend sensibel sollte man so was angehen.
    Gerhard, du hast da wahrhaft ein Denkmal geschaffen.

  • Eine 4-Zylinder-Schnellzuglok entsteht


    … Die ersten Kinderkrankheiten

    Nachdem die ersten Fahrten mit dem gerade vor wenigen Tagen fertig gestelltem Tender über die Runden gegangen sind machen sich schon die ersten Kinderkrankheiten bemerkbar. Die Lok läuft erfreulicherweise rund und sehr geschmeidig, so wie man es von einem Vierzylinder erwarten konnte. Dass bei dem geringen Achsdruck viel Fingerspitzengefühl erforderlich ist war im Voraus schon klar.

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    Ein Problemchen ist dennoch aufgetreten. Mit der Wasserversorgung des Kessels bin ich noch nicht zufrieden. Die beiden auf der letzten Tenderachse installierten Achspumpen arbeiten zwar einwandfrei, jedoch ist die Schlauchverbindung zwischen Lok und Tender mangelhaft. Da alle Leitungen flexibel sein müssen hatte ich mich (leider) für Festoschläuche aus der Pneumatik entschieden, die halten zwar 20 bar aus, aber keine Wärme! Unglücklicherweise sind die Kesselspeiseventile nicht hundertprozentig dicht und die geringe Dampfmenge die entfleucht erwärmt die Schläuche die dann weich werden und bersten.

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    Meine Absicht: Die Pneumatikschläuche durch ummantelte Benzinschläuche zu ersetzen. Selbstverständlich werden zuvor die Sitze aller Kesselspeiseventile überarbeitet.

    Hat jemand einen besseren Vorschlag, ich bin ihm schon jetzt dankbar!

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    Bei dieser Gelegenheit will ich auch die mehrfach gestellte Frage nach meinem nächsten Projekt beantworten. Es gibt (noch) keins: Zuerst ist eine Undichtigkeit an den Rauchrohren meiner 70er zu beheben.

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    Danach eine Revision an der 75er, die hat schon viele Kilometer runter, die Stangenlager haben schon ordentlich Luft.

    Bei so einem seltsamen Hobby geht die Arbeit niemals aus!


    Grüße vom Bodensee

    Gerhard

  • Ich finde es suuuuper, dass Du vor Inangriffnahme eines neuen Projektes, Deinen Lok-Bestand pflegst !!!

    Eine von Meister Kargl W., Mürzzuschlag in die 56er installierte TenderAchsSpeisePumpe wurde wieder entfernt - wird seine Gründe gehabt haben ... .

    Tip(p)s von "Praktikern" werden folgen - HOFFE ich !

    Falls ich Dein Meisterstück mal fahren darf - verspreche ich einen ausführlichen Erlebnis Bericht ;) :) ... !

    ❤ lichen Gruss
    vom Wörther- an den Bodensee

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Hallo Gerhard

    Bei der Überarbeitung meiner undichten Rückschlagventile hat die Nacharbeit an den Sitzen der Kugeln nur wenig Verbesserung ergeben.
    Den meisten Erfolg hatte ich mit runderen Ventilkugeln. Zur Zeit verwende ich "Grade 10" Kugeln, nach denen habe ich aber ein halbes Jahr gesucht. Die zur Zeit eingebauten Kugeln gab es dann auf einmal billig in der Bucht.
    Manchmal hilft auch das Ausweichen auf das nächste Zoll- Maß.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

    • Offizieller Beitrag

    Moin Gerhard,

    wenn Du weiter mit Edelstahlkugeln arbeiten willst, sollte im Ventil eine scharfe Kante vorhanden sein, in die Du einmalig die Kugel unter Beigabe eines Tropfens Öl einschlägst.

    Besser ist die Verwendung von O - Ringen unter den Kugeln, noch besser sind Plattenventile.

    Ich benutze normalen Silikonschlauch für die Saugleitung und die dünnsten umsponnenen Schläuche aus der Wasserinstallation, aber ich bau ja auch ne Nummer grösser.

  • Hallo Gerhard,
    von Knupfer gibt es ummantelte Gewebeschläuche:
    Knupfer Gewebeschlauch Link

    Bevor Du dich an die Überarbeitung der Ventilsitze machst, kannst Du auch Elastomerkugeln ausprobieren. Auch diese hat Knupfer im Angebot, ebenso VA-Kugeln - so wäre es nur eine Bestellung. Ich habe zwar nicht so gute Erfahrungen mit den Elastomerkugeln gemacht, aber das kann ja bei dir anders sein. Es gibt einige Modellbauer in kleineren Spuren, die schwören darauf. Bei mir hat Hinrichs Methode besser funktioniert.
    Bohrungsdurchmesser sollte von 50% des Kugeldurchmessers bei Elastomerkugeln sein.
    Knupfer Elastomerkugeln Link

    Kinderkrankheiten sind normal, deshalb Glückwünsche zu dem schönen Modell!

    Viele Grüße
    Janosch

    Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)

    Einmal editiert, zuletzt von Janosch (5. April 2017 um 18:45)

  • Hallo ihr Dampfbahner!


    Unter den vielen, vielen Berichten mit großem Unterhaltungswert sind doch immer wieder tolle, brauchbare Tipps!

    Für die Hilfestellung bei meinem Problem bedanke ich mich recht herzlich bei Thomas, Hinrich und Janosch!

    Und ja ich weiss, dass Kinderkrankheiten dazu gehören, aus diesem Grund hat man in der Vorcomputerzeit immer eine Vorserie jeder neuen Lok gebaut, die zwei, drei Jahre scharf ran genommen wurde um eben diese Kinderkrankheiten zu erkennen und auszumerzen.


    @ Thomas. Grade-100-Kugeln, bisher unbekannt, aber soeben bestellt, die letzten waren wohl aus der Krabbelkiste, so’n shit!


    @ Hinrich. O-Ring unter die Kugeln klingt sehr gut, wird sofort ausprobiert! Plattenventile wäre das Optimale, scheiden aber wegen der geringen Größe leider aus.


    @ Janosch. Mit Vitonkugeln habe ich auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, denke aber, dass die Bohrung unverhältnismäßig groß war. Knupfer ist in den Lesezeichen gespeichert, nur das alleine reicht eben nicht!

    Danke schön euch Dreien.


    Grüße vom Bodensee

    Gerhard

  • Hallo Gerhard,
    zum Thema Ventilkugeln gibt es einen interessanten Artikel von Dave Noble mit dem Titel "Alle Ventilkugeln sind rund, aber..."
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich das hier veröffentlichen darf. Ich hab Dir das eben geschickt.

    Da ich mich seit einiger Zeit mit dem Thema Länderbahnlokomotiven (Dreizylindersteuerung) beschäftige, habe ich mich über jeden neuen Baubericht der bad. IId gefreut. Da ich auch viel Eigenkonstruktion nach Originalplänen mache, kann ich Deine Ansicht zum Verhältnis Konstruktions- Bauaufwand nur unterstreichen.
    Ich freue mich schon auf die Bauberichte zum nächsten Projekt.
    Michael

  • Hallo Gerhard,

    zum Thema Schläuchen: auch Benzinschläuche habe ich bis jetzt nur bis zum Bereich von 150° gefunden, das dürfte bei Dir schon zu knapp werden.
    Auch Schläuche aus dem Hydraulik- oder Hochdruckreiniger-Bereich gehen nicht höher. Zumindest habe ich noch nichts gefunden.
    Vielleicht findet sich nach intensiver Suche noch was höheres?

    Da will ich mich mal bedienen, diese Schläuche sind bereits schwarz....
    ... aber bei mir ist nur eine drucklose Verbindung gefragt.

    Viele Grüße
    Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

  • Ick kenne Freund Dave Noble sehr gut und habe ihn damals gefragt ob ich diesen Artikel übersetzen und veröffentlichen darf. Da Micheal meinen deutschen Titel zitiert, nehm ich mal an, daß es sich hier um meine Umsetzung handelt.
    Der Text ist schon mal hier zu lesen gewesen.

    Die SUCHE im Forum funktioniert immer noch perfekt.

  • Auch Schläuche aus dem Hydraulik- oder Hochdruckreiniger-Bereich gehen nicht höher. Zumindest habe ich noch nichts gefunden.

    Schläuche für Bio-Öl könnten vielleicht mehr aushalten, da werden zumindest bei den Ventilen gelegentlich Viton-Dichtungen eingebaut, und falls das bei den Schläuchen dann ähnlich ist, wäre die Temperaturbeständigkeit bis ca. 200°C praktisch vorhanden. Allerdings ist Viton nicht dauerhaft dampfbeständig, beim Modellbetrieb sollte das aber kein Problem werden. Ich denke nicht, daß kaltes Wasser darin dauerhaft zu echten Schäden führt - aber falls jemand das anders weiß, immer her mit der Info.

    Allerdings habe ich bislang nie mitbekommen, daß für Bio-Öl tatsächlich andere Schläuche verwendet wurden... ob das wohl Nachlässigkeit war???

    Wie heist jemanndt mitt ein Stöckchen in Popöchen? "Darm-Pflock-Führer"!

    ValveGear Constructor - Dampflokomotivgestänge halbautomatisch auslegen lassen und/oder auf weitere Zielwerte optimieren - in Sekunden, nicht in Tagen!

    Niederstrasser, "Leitfaden für den Dampflokomotivdienst" - Download
    Garbe, "Die zeitgemässe Heissdampflokomotive" - Download
    "Theoretisches Lehrbuch des Lokomotivbaues" - Download

    Einmal editiert, zuletzt von Stephan_A (16. April 2017 um 21:28)

  • Hallo Gerhard,

    es gibt im Industrieteilehandel gewebearmierte Schläuche aus FKM (Viton) zu kaufen, die an LKW - Dieselmotoren als Einspritzdüsen-Leckagenrücklaufleitung verbaut werden. Im Kaffeeautomatengewerbe findet man auch inzwischen recht flexible Teflonschläuche, die Temperatur- und Druckfest sind. Fals die Farbe nicht passt, einfach einen schwarzen Schrumpfschlauch darüber schrumpfen.

    Der Antrieb ist der Urtrieb des Menschen -
    Das Spiel mit dem Feuer !