Eine 4-Zylinder-Schnellzuglok entsteht

  • Ein Sicherheitsventil entsteht


    Nachdem ich die letzten Berichte zu diesem Thema gelesen habe hat es mir keine Ruhe mehr gelassen. Dazu stellt sich mir zuerst einmal eine Frage.


    … Bläst euer Ventil schon ab oder rechnet ihr noch?


    Über die Beantwortung dieser Frage würde ich mich ganz besonders freuen.

    Dieser Bericht ist gewidmet:

    Erstens: Den Denkern unter den Forenlesern. (Zu Nutz und Frommen)

    Zweitens: Den Nur-Lesern des Forums. (Zur Unterhaltung)

    Drittens: Den Unterholzfahren (Sofern geringes Interesse und Nutzen besteht)

    Viertens: Den Machern. (Die diesen Denkanstoß wohl am aller wenigsten brauchen)


    Zuerst mal meine eigenen Erfahrungswerte:

    Gebaute Sicherheitsventile:4 Paare für Spur 5“

    Berechnungen:Wenige

    Erfolgte Kesselzerknalle: Null

    Betriebsstunden gesamt: Weit über einhundert
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    Zu den Ängsten, berechtigt, unberechtigt, übertrieben oder maßlos übertrieben muss ich sagen, ich habe keine.

    Mein Hilfsbläser kann bauartbedingt nicht im geöffneten Zustand hängen bleiben. Wenn ich zu weit aufdrehe entweicht der Dampf, wegen der dann fehlenden Nadelschraube, aus dem Anstellventil ins Freie.

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    Vorsorglich kann man, wenn man eine Schaufel Kohle zuviel aufgelegt hat, oder die Abfahrt sich verzögert, die Feuertür öffnen. Durch die angesaugte Kaltluft sinkt auch da der Kesseldruck schon etwas ab. Auch besteht die Möglichkeit den Injektor anzuwerfen, oder etwas Kaltwasser nachzuspeisen, ruck zuck hat man den Spitzendruck recht schnell unterschritten. Die ganze Verfahrensweise erfordert etwas Übung, die hat man aber bald im Griff.

    Wie schon geschrieben, berechnet habe ich nicht viel, ein paar Gedanken jedoch schon darüber gemacht. So sind die Kugel-Ø auf 6 mm festgelegt worden, dazu passend die darunter liegende Bohrung von 4,8 mm. (80% des Kugeldurchmessers) Der Ringspalt des freien Raumes um die Kugel herum darf den Dampffluss nicht behindern. Wie es die Vorschrift zum Betreiben von Dampfkesseln verlangt sind: „Zwei von einander unabhängige Sicherheitsventile“ installiert. Druckfeder und Druckbolzen sind aus VA. Die Summe der Flächen der kleinen Bohrungen in der Kappe ist etwas größer als die der Ventilbohrung, so übern Daumen! So kann es keinen Rückstau geben.

    Die Ventile sind durch die Federvorspannung auf 8 und 8,1 bar einjustiert.

    Wichtig in diesem Zusammenhang erscheint mir ein Zitat aus der Kesselvorschrift: „Die Leichtgängigkeit und die richtige Funktion der Sicherheitsventile ist täglich durch anlüften der Ventile zu prüfen“. So verfahre ich auch im Modell.
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    Dass sich der eingestellte Maximaldruck nicht verstellen kann ist die Ventilkappe durch eine Madenschraube gegen Verdrehen gesichert.


    Grüße vom Bodensee

    Gerhard

  • Hallo Gerhard,

    vielen Dank für den/die ausführliche/n Baubericht/Bauanleitung.
    Jetzt sind keine Fragen mehr offen. Oder doch?
    Ich habe noch ein oder zwei.

    Hast Du noch ein paar genauere Angaben zu der verwendeteten Feder.
    Ich kenne bisher nur Gutekunst als Lieferant für Federn.
    Frage an Dich und an alle. Welche Bezugsquelle kennt Ihr noch?

    Viele Grüße
    Frank

    Praxis ist was theoretisch nicht funktioniert.

  • Frank
    Laß mir mal deine private Email Adresse zukommen...
    Fa. Polly hat alle Zeichnungen und Federn zu den Mild-Pop Designs von Gordon Smith im Programm, heißt es ....
    Für eine Simplex wäre das zB
    SIMPLEX LC-LCM-060B-06-SS (1 1/2" tall)
    Sitz Durchm 3/16"
    Kugel Durchm 7/32"
    Preis Feder 2.20£, Preis Kugel 0.25£ (uU veraltet...)

  • Hallo zusammen und gruezi mitenand,

    mit einer Frage nach dem Federlieferanten habe ich nicht gerechnet und bin leider auch nicht vorbereitet. Aber jeder Modellbauer/Heimwerker/Bastler hat doch so sein „Kästchen für brauchbare Abfälle“, da sammelt sich so Manches an, hin und wieder kann man da mal rein greifen, so wie in meinem Fall. Klingt nicht sehr professionell, muss es aber auch nicht! Aber seid beruhigt, aus einer durchgebissenen Mausefalle stammt die Feder ganz bestimmt nicht, war sicher aus einem hochwertigen, technisch sehr anspruchsvollem Wunderwerk.

    Ob Gutekunst oder Federnshop-Bayern mit solch einem Großauftrag zurecht kommt wird sich zeigen, ich wünsche jedenfalls schon mal viel Erfolg!

    Mit 10 Metern Federbandstahhl 10x1 mm, ungehärtet, hat das bei Gutekunst aber schon zweimal gut geklappt.

    Aber inzwischen hat sich Johannes wieder mal als Retter in der größten Not erwiesen. – Danke dafür – gemeinsam sind wir stark!

    Grüße vom Bodensee

    Gerhard

    Einmal editiert, zuletzt von Gerhard P (17. April 2017 um 11:35)

  • Vielen Dank an Euch für die Antworten.

    Gutekunst kommt auch mit Kleinmengen zurecht.
    Die haben Staffelpreise. Bei einer Feder wird man bestraft. :(
    Ich habe damals 17 Federn bestellt. Die waren billiger wie die benötigten Zehn.
    Von diesen übriggebliebenen habe ich aber mitlerweile schon 5 verbaut.
    Federn hat man eben nie genug. Selbst wickeln werde ich mal probieren, da ist man flexibel.
    Aber jetzt muß ich erst einmal zu Lidl. :thumbup:

    Viele Grüße
    Frank

    Praxis ist was theoretisch nicht funktioniert.