Hochgeschwindigkeitsstrecken im Schneckentempo

  • Hallo,

    soeben brachte das tschechische Fernsehen ein Interview mit Premierminister Sobotka zu dessen Gespräch mit dem Verkehrsminister, bei dem auch der Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken in der Tschechischen Republik angesprochen wurde. Wichtigste Information:

    In diesen Tagen wurde die Ausschreibung für eine Machbarkeitsstudie zur Strecke zwischen Dresden und Prag abgeschlossen. Möglicher Baubeginn: 2035 8o . Derzeit laufen die Vorbereitungen zu einer Novelle des Baugesetzes, die auch spezielle Regelungen zu sog. Linienbauwerken beinhalten soll, also hofft man, dass der Bau vielleicht früher beginnen könnte.

    Eine weitere geplante Strecke ist Prag - Brünn - Břeclav (Richtung Wien), zu der eine Ausschreibung für die Machbarkeitsstudie vorbereitet wird und eine Arbeitsgruppe zwischen Verkehrs- und Umweltschutzministerium sowie Ministerium für regionale Entwicklung entstehen soll. Grundlegender Stolperstein sind hier nämlich auf dem Weg liegende Naturschutzgebiete verschiedener Kategorien, vom Böhmisch-mährischen Hügelland als solchem mal abgesehen.

    Weiß jemand vielleicht, wie lange man für solche Strecken in Deutschland braucht zwischen Studie und Baubeginn bzw. Fertigstellung?

    Dank und Gruß...
    Kristian

  • Hallo Kristian,

    der Bau der Y-Trasse, der Verbindung Bremen/Hamburg mit Hannover, geisterte schon vor 40 Jahren durch die Medien. Gebaut wurde sie bis heute nicht.

    Gruß Wolfgang

  • Oder die Elektrifizierung München - LIndau. Dank der S-Bahn immerhin bis Geltendorf unter Draht. Zu meiner Schulzeit (bis 84) stand ich mit dem Radl am Bahnübergang Puchheim und hab die im Winter mit 2 218er, total vereisten Züge aus der Schweiz bewundert.
    Kleine Besonderheit: die Schweizerischen Bundesbahnen würden sich an der Elektrifizierung finanziel beteiligen, weil dann in Lindau kein Lokwechsel mehr nötig ist.

    Noch ein Thema ist bei der Münchener S-Bahn der 2. Stammstreckentunnel. Nächstes Jahr soll es endlich losgehen, geplant schon seit den 90er Jahren, ob er wirklich was bringt steht auf einem anderen Blatt.

  • Hallo in die Runde,

    natürlich gibt es überall Projekte, die bis zum St. Nimmerleinstag hinausgeschoben werden, aus welchen Gründen auch immer.

    Trotz allem gibt es in Deutschland aber doch schon Hochgeschwindigkeitsstrecken - hat es da auch fast 20 Jahre zwischen Beauftragung einer Machbarkeitsstudie und erstem Spatenstich gedauert?

    Dank und Gruß...
    Kristian

  • Wie, nur zwanzig Jahre?

    Köln - Frankfurt:

    • 1. Varianten 1964 (und die wurden auch schon ein paar Jahre vorher bauftragt)
    • 1. Streckenentwurf 1970
    • Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 1973
    • Neue Trassenstudien 1980
    • Vorlage von 5 Varianten 1985
    • Baubeginn 1995
    • Festlegung über den geauen Trassenverlauf 1997
    • Umplanng der Stecke 1998
    • Eröffnung 2002

    Mit gut 40 Jahren Planungs- und Bauzeit völlig im normalen Rahmen ;) .

    Zugegeben, damals wurde noch alles von Hand gezeichnet und konstruiert Ich habe selbst als Student im Ingenieurbüro fast anderthalb Monate an Linieenführung und Höhenplänen einer einzigen Kurve (ca. 600 Meter gesessen). Heute würde man dafür höchstens eine Woche benötigen.

    Gruß,
    Ralf

  • Hallo Ralf,

    das sind ja äußerst interessante Infos. Zugegeben, Bauwesen und Ingenieurbauten überhaupt liegen abseits meines Bildungsbereichs, also kann ich bei sowas nur den Mund aufreißen =O

    Dank und Gruß
    Kristian