Marine Boiler versus LOKomotiv-Kessel; Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Herstellungs-u. Instandhaltungs-Aufwand; Anbieter ...

  • Ich hätte gerne mal die Thematik "Marine Boiler" versus Lokkessel" als Dampferzeuger ausführlich besprochen, erklärt und erläutert "gekriegt";
    und BITTE die Fachleute um's "Plaudern aus'm Nähkästchen" ... - und DANKE dafür im Voraus !!!

    Als "Eckdaten" - bzw. "Paradebeispiele" - möchte ich die erwerbbaren KESSEL der Firmen Station Road Steam aus "BREXIT" und ZM aus Öhringen nennen;
    die für mich am Anschaulichsten die jeweiligen Typen verkörpern bzw. durch die große Verbreitung auch "bekannt" sein dürften.

    Als "landläufige Vor(?!?)Urteile" würde ich gleich mal in die Diskussion einwerfen:

    - Einfache/Billige Herstellung
    - Schlechter Wirkungsgrad
    - neigt zum Wasserreissen
    - leicht(er) zu reinigen/"entkalken"
    - kein Aschkasten nötig
    - aufwendige Konstruktion + viele, viele Einzel-TEILE (BoxWände, Stehbolzen, DampfDom(e), ...)
    - .....
    - ....
    - ...
    - ..
    - u.s.w. & so fort ...

    • Freue mich auf Feedback und DANKE dafür im Voraus !!!

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Hallo GEGA

    Ich habe kein "fundiertes" und "wissenschaftlich" belegtes wissen, aber ich habe einige Erfahrungen & Gedanken....

    1.) Die Marine Kessel wurden bei der "richtigen" Eisenbahn so viel ich weiss nur bei kleinen Feldbahn Loks eingebaut! >>> Reichte die Leistungsfähigkeit für grössere Loks nicht aus???

    2.) Bei Marine Kessel ist vor allem das Problem das zu wenig Platz (höhe) für ein richtiges Kohlenfeuer vorhanden ist! Bei den Kesseln der Firma Station Road Steam sind das nur ca. 3 cm. zwischen Feuerrost und Unterkannte Feuertüre. Durch die Starke Feuer Anfachung beim Fahren kann das durchaus Probleme für ungeübte Lokführer (Heizer) geben. (Bei einem Schiff wird die Anfachung des Feuers alleine durch die Länge des Kamins gemacht)

    3.) Der Dampfverbrauch einer Schiffsdampfmaschine ist Praktisch immer konstant und in den meisten fällen dank Verbundmaschinen auch nicht wahnsinnig gross, und genau für diese Verwendung wurde der Marine Kessel gebaut! (Bei einer Lok ist der Dampfverbrauch viel grösseren Schwankungen unterlegen)

    3.) Durch die "beengten" Verhältnisse im Feuerraum des Kessels ist auch der "Aschkasten" respektive der Aschenraum sehr klein. Wird dieser nicht regelmässig gelehrt kann das Feuer gar nicht mehr angefacht werden und es ist starke Schlackenbildung vorprogrammiert!

    4.) Die Konstruktion des Kessels benötigt zwar keinen Aschkasten im üblichen sinn, aber die ganze Asche liegt dann immer im Führerhaus rum...

    5.) Die Kessel der Firma Station Road Steam haben meines Wissens (wie im Vorbild) eingewalzte Kupferrohre! Sicherlich eine feine Sache, aber das hat auch zur Folge das die Kessel sehr sorgsam behandelt werde müssen! (Ein Zimmermann Kessel ist da sicherlich weniger anfällig)

    Fazit: Der Marine Kessel ist zwar Preisgünstig in der Herstellung aber hat einige Nachteile... Für den Betrieb der Station Road Steam Loks ist der Kessel in der Regel genügend, wie es aber bei einem täglichen Einsatz vor schweren Personenzügen aussieht kann ich Dir nicht sagen!

    Gruss von einem "Lokkesselfan"

    Dampfadi

  • Hallo Gerald,

    auch wenn ich nicht in eurer "Größe" mit spiele,
    glaube ich, der größte Vorteil ist wohl die einfache, kostengünstige Herstellung des Marine Boiler.

    Aber ich glaube die Marine Boiler im Modell haben einen großen Nachteil,
    das Rost ist waagerecht im Feuerrohr angeordnet, und somit kann man kein hohes Feuer aufbauen.

    Bei meiner kleinen Lok habe ich die Roststäbe auf einfache Weise so angepasst, dass sie nach hinten abfallen,
    und ich somit vor den Rauchrohren ein etwas höheres Feuer aufbauen kann...

    Meine Lok in Aktion:
    https://www.youtube.com/watch?v=qZV9MPA9drA

    Gruß
    Sascha

    Einmal editiert, zuletzt von black.man (28. März 2017 um 23:23)

  • hallo
    Das mit dem, dass dIe Feueranfachung nur von der Schornsteinlänge Bei Schiffskessel abhängig ist, stimmt nicht. Bei so gut wie allen Seeschiffen hatten die Kessel eine "Windmaschine" die Frischluft unter den Rost einblies! Zudem ist das Feuer in den schottischen Kesseln (Wendefeuerkessel) immer ein sehr flaches horizontal brennendes Feuer. Der größte Unterschied ist, das der Schiffskessel ein sehr gutmütiger Grossraumwasserkessel ist, was man von einem Stevensonkessel nicht gerade sagen kann. Hier ist auch bewusst das Verhältnis zwischen Heizfläche und Wasserinhalt ein anderes. Im Vergleich zum SchiffSkessel ist der SteveNsonkessel ein Hochleistungskessel. Kleine Größe mit hoher Dampfleistung. Das ist genau das was wir auf einer Dampflok brauchen. Das ist auf einem Schiff das tausende von Tonnen wiegt anders. Deswegen zwei dem Bedarf angepasste Systeme. Und nach meiner Meinung nach: wäre der Marine-Type Boiler das bessere , weil billigere System, für Lokomotiven, dann hätte Gölsdorf und Co. schon diesen verwendet. Glaubt ihr nicht auch? Es wird mit Sicherheit an der Stundenleistung/Dampf gelegen haben. Und die wird bei Lokkessel ordentlich gefordert! Also wenn wir vorbildgerechte Lokomotiven bauen wollen ist ein plumper Matinekessel wohl schwer die richtige Wahl.
    Liebe Grüße und danke für Deine Themenanregung. Kessel ist immer interessant

  • Bei so gut wie allen Seeschiffen hatten die Kessel eine "Windmaschine" die Frischluft unter den Rost einblies!

    Ok, schon wieder etwas gelernt... Ich nehme aber nicht an das die "Windmaschine" dermassen einen Luftstrom verursacht hat wie der Abdampf einer hart arbeitenden Dampflok oder?

  • Mit Sicherheit nicht, Adrian!
    Und ich vermute überdies, dass diese "Windmaschinen" hauptsächlich der Belüftung dienten;
    weniger der Feueranfachung.
    Überdies wurde ja der Abdampf der Maschinen wieder kondensiert - von daher waren wohl die Schornsteine die Haupt"verantwortlichen" für den "Zug".
    Andreas is kaaah Gschichtdrucka;
    von daher wird es diese "Gebläse" - in welcher Form und Funktion auch immer - bestimmt gegeben haben!

    Ich kenne mich bei Schiffen nicht aus;
    Meister Kargl W. BAUT grad eines - vlt. wüsste der mehrmehr.
    Aber der is leida kaaah Inta Netza ;) .....

    Ich wusste bis vor kurzem nicht, dass diese "komischen Rohr im Rohr-Kessel", auch auf 1:1 Loks vorkamen!

    Ich schätze sie im Gartenbahnbau nicht;
    weil die StrahlungsHeizfläche minimal ist;
    und sie vom Wasserstand her "kritisch" sind - ganz besonders im Falle KEINES Dampfdoms ...
    ... wie bei StationRoadSteam ;( .......

    Die Herstellung mag "billig" sein - keine Frage .

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
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  • Holla
    Gerald. Würde ich mich nicht auskennen würde darüber auch nicht schreiben. Die Betonung liegt auf Seeschiffe. Flussschifffe haben diese Einrichtung im Regelfall nicht gehabt. Da hat der natürliche Zug des Schornstein reichen müssen. Auch bei Schleppern war das so. Aber Seeschiffe haben diese Vorrichtung selbstverständlich gehabt. Wie du richtig erwähnst waren Seeschiffe alle Kondensationsmaschinen mit einem Geschlossenen Wasserkreislauf. Die diente nicht nur der Wirtschaftlichkeit, sondern auch war Der SüßwasserBedarf enorm. Da hätten WasserTanks nicht ausgereicht. Kleines Nebenproblem war das Öl aus dem Kondensat wieder heraus zu bekommen.
    Zur Gebläsemaschine: diese riesigen VentIlatoren trieb eine eigene Dampfmaschine, oder Elektromotor, an und dann wurde die Luft noch in einem eigenen Wärmetauscher vorgewärmt und dann von unten in die "Aschkammer" eingeblasen! Mit dieser Vorrichtung wurde die Leistung der Kessel gesteigert und mit Sicherheit die Luftversorgung Der Kesselmannschaft verbessert. Auf der Stettin im Hamburger Hafen habe ich mich dieser Vorrichtung lange genug beschäftigt.Hinter dem Mann am Steuerstand sieht man die Runde Verkleidung des Ventilatorrades auf der Stettin.
    Schöne Grüße
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  • Hallo Andi98,
    sag mal bitte warum hatten denn Kriegsschiffe im 1. Weltkrieg Marinebeuler ? Hat mit der Sicherheit auch zu tun, weil einen offenen Aschekasten konnte man aus Sicherheitsgruenden vergessen.
    Gruß
    Rainer

  • Hallo Rainer
    Ganz verstehe ich deine Frage nicht. Der Kesseltyp war eigentlich immer der Gleiche. Verwendet wurde ein "schottischer Wenderohrkessel"
    Auf dem Bild sieht man auch schön den Wärmetauscher . Der Lufteintritt ist eckig. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

  • Andreas is kaaah Gschichtldrucka;
    von daher wird es diese "Gebläse" - in welcher Form und Funktion auch immer - bestimmt gegeben haben!

    Holla
    Gerald. Würde ich mich nicht auskennen würde darüber auch nicht schreiben.
    ...

    Hallo Andreas,

    tut mir aufrichtig leid, wenn meine Aussage missverständlich war !!!!!

    Für mich war es eindeutig bzw. meinte ich:
    "Andreas ist einer der sich auskennt und ganz genau Bescheid weiß über das wovon er schreibt !!!
    Eben:
    Kein(!!!) "Gschichtldrucker" (=Märchenerzähler) . "

    DANKE für Deine weiterführenden Erläuterungen und Quellenangaben!

    Mit hochachtungsvollem
    Grusse

    Gerald "GeGa" Buschan

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
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  • Hallo Gerald
    Alles gut. Ich fühlte mich auch nicht angegriffenen. So schnell geht das auch nicht
    Nur leider sind wir von deinem Ursprungsthema abgekommen.
    Hoffentlich schreiben noch ein paar andere Modellbauer ihre Erfahrungen hier hin. Ich würde es mir wünschen.
    Schöne Grüße

  • Moin, liebe Kesselbauer,
    Ich möchte nur soviel zur Diskussion der verschiedenen Kesselbauarten beitragen , dass ich mich, bevor ich mir eine Lok mit Marinekessel zugelegt habe , genau mit dem Thema befasst habe und bei praktizierenden Marinekesselfahren um ihre Meinung nachgefragt und keine schlechte Bewertung des Systhems heraus bekommen habe. Das Volumen der Feuerbüchse ist bauartbedingt begrenzt was dazu führen würde wenn man die Feuerbüchse zu vollschaufelt keine vernünftige Anfachung möglich ist. . Also heißt es doch ein flaches Feuerbett zu erzeugen was einigen Aufwand erfordert. Ebenso aufwendig ist die Ascheentsorgung durch die Lüftungsklappe : Regelmäßiges Ausrakeln der Asche ist hier Heizerpflicht. Ich werde deswegen damit zurechtkommen weil ich ja eine Maschine haben wollte die ich selbst bediene und dazu gehört eben der ständige Einsatz um den Kesseldruck zu halten und ich glaube auch dass, wie beim Vorbild auch, der kupferne Marinekessel genug Leistung bringen wird. SRS "STAFFORD" Fahrer haben ihren Maschinen gute Noten für die Leistungsfähigkeit erteilt.

    Eisenbahn - Gruß vom

    Joe

  • Was heisst in der Herstellung, billig ?

    Die ganzen Stehbolzen fallen weg und die Rohr in Rohr Bauweise bietet trotzdem eine gute Stabilität. Zu mindestens ist meine , mit einem hartgelöteten Kupfer - Marinekessel ausgestattete , Sweetpea für 80 PSI / 5,75 Bar zugelassen und Hydraulisch um das doppelte geprüft. Ein klassischer Lokkessel aus Stahl hingegen ist geschweißt und einem Betriebs - Druck von 8 Bar ausgesetzt. , dafür aber durch die Stehbolzen und die Schweißung aufwändiger zu bauen. Ergo erscheinen dann auch die Kosten höher. Aber vergleicht man dabei nicht so wie so Äpfel mit Birnen, fragt vorsichtig in die Runde
    Joe

  • Hallo,
    wir haben im Verein auch eine Sweet Pea mit Marinekessel in 5-Zoll.
    Das größte Problem dieses Kessels ist die recht kleine Luftklappe bedingt durch die Bauform des Feuerraumes.
    Man muss diesen Raum ständig von Asche/Schlacke frei halten.
    Bei den Kesseln für 7,25 Zoll oder größer sind da erheblich weniger Probleme.
    Volker

  • Moin Volker,
    Dass ich einfach nur Kohle nachwerfen muss um zu einem guten Ergebnis zu kommen habe ich von Anfang an gar nicht erwartet . Es scheint mir, dass die Schlackenentfernung fast das Wichtigste bei der Benutzung eines Marinekessels darstellt um eine möglichst gute Luftzufuhr zu gewähren. Das ich für den Fahrgenuss den eine Dampflok bietet etwas tun muss ist für mich durchaus Teil des Hobbies Ohne die Elektrofraktion abwerten zu wollen , muss ich mir eingestehen dass ich elektrisch fahren würde, wenn es um die reine Bewegung auf Schienen gehen würde. Es gibt ja mittlerweile eine Vielzahl hübscher E-Modelle.. Für mich gehören einfach die notwendigen Betriebsabläufe des Dampflokbetriebs einfach dazu , auch wenn sie nicht ganz unkompliziert sind: Machen Herausforderungen das Leben nicht interessant ?

    Immer Hp1

    Joe

  • Hallo, Sascha,
    Isabell ist die Schwesterlok vom meinem Lokomotiv - Vorbild "Sybil" .
    Da sieht man dass tatsächlich Marinekessel in Lokomotiven der Bagnall - Lokomotivwerke eingebaut wurden . Mich persönlich freut der Fakt dass der Kessel auch im Original genau so konstruiert wurde weil dann nicht von Vereinfachung im Modell die Rede sein kann : Alles schön orschinool !

    Es grüßt ein durchweg zufriedener Lokomotivbesitzer

    Joe