Kontrollbohrungen für Kolbenschieber

  • Hallo allerseits,
    wie wurden die Kontrollbohrungen der Kolbenschieber benutzt?
    Wurde da mit einem Stift die Stellung der Schieber kontrolliert oder mußte man irgendwie hineinschauen?
    Auf den Originalzeichnungen gab es ja meist eine Tabelle mit Einstellmaßen der Kolbenschieber.

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    Ich nehme an, daß die Bohrungen auch an den Modellen funktionstüchtig sind.
    Danke im voraus für nützliche Antworten.
    Michael

  • Hallo Michael,
    die Bohrungen sind weniger für die optische Kontrolle, vielmehr sind das Anschlüsse für die Indizierung. Bei unseren Modellensind sie aber auch nur bedingt zur optischen Kontrolle brauchbar, weil sie nur einen ganz geringen Ausschnitt des Schieberkastens bieten.
    Heinrich

    Der liebe Gott gab uns die Zeit
    (von der Eile hat er nichts gesagt!)

  • Hallo

    Heinrich wird mir bitte einen Widerspruch erlauben...
    Wenn die Zylinder in einer größeren Verkleidung verpackt werden können, dann kann man durchaus vernünftige Beobachtungsöffnungen haben.

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    Bei dieser Lok haben Kolben und Schieber keine Kolbenringe, weil sie nach der sog. Don Young-Methode hergestellt wurden. Glaubt mir - es funktioniert...

    Alles Gute
    Johannes (aka Der Yorkshireman in Limburg)

  • Hallo Michael

    Diese Bohrungen mit ihren Verschlußschrauben habe bei mir nur Probleme mit Undichtigkeien gemacht.

    Sehen kann man durch die Löcher gar nichts, weil sie zu klein sind und ausserdem zwischen Bohrung und Kolbenschieber noch die Schieberbüchse sitzt.

    Modelloks werden sowiso nur statisch eingestellt und das geschieht über die Zylinderentwässerung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo Michael,
    ein Vereinskollege hatte über den Winter seine Lok gewartet und auch Arbeiten an der Steuerung vorgenommen.
    Eine Seite lief absolut Sch... .Trotz Kontrollbohrungen, und er kennt seine Lok in- und auswendig, war es unmöglich die Steuerung korrekt einzustellen. Erst die von Thomas genannte Methode brachte Erfolg. Allerdings hat er keine Probleme mit Undichtigkeit.
    Volker

  • Hallo Johannes

    Jetzt hast Du einen Begriff in den Raum geschmissen " Don Young -Methode"
    Im www findet man dazu nix .
    Trotzdem würde ich gerne wissen wie das funktioniert , vielleicht weißt Du das ja?

    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,
    ich bin auf dem Gebiet zwar noch Anfänger, aber Don Young scheint auf dem Steam Sektor in UK kein Unbekannter zu sein.
    Einfach mal nach "Don Young steam" goooogln
    Gruß Uwe

    Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es nocheinmal zu machen. [ . . . Murphys Gesetze].

  • Der 1994 leider relativ jung verstorbene Modellbauer Don Young hat mehrere in UK sehr populäre Loks konstruiert. Die bekannteste Lok von Don Young ist wahrscheinlich seine "Black Five".

    Don Young gab seine eigene Zeitschrift mit dem Titel "Locomotives Large and Small" heraus.

    Bei der Don Young Methode (DYM) werden einige spezielle Eigenschaften von Grauguss und die Kenntnis der Viscosität von Zylinderöl bei Betriebstemperatur ausgenutzt. Nach der DYM hergestellte Zylinder/Schieber benötigen keine klassischen Kolbenringe, sind aber dennoch auf Jahrzehnte DICHT .

    Wie das genau geht - das verrate ich, wenn ich mal Lust dazu habe. Leider habe ich keinen Zugang mehr zu den Ausgaben von "Locomotives Large and Small", sonst könnte ich den Originaltest von D.Y. hier bringen.

    Die DYM funktioniert bestens. Ich kannte in UK einst einen Modellbauer, der als Lebensunterhalt immer wieder die gleichen 3 Loks von DY baute - alle Zylinder nach der DYM.

    Alles Gute
    Johannes (aka Der Yorkshireman in Limburg)

  • Moin Johannes,

    wenn Du Dich dazu durchringen könntest, die Ausgabe der LLS zu nennen, in der das zu finden ist, könnte sich der interessierte Zeitgenosse (das sind in aller Regel aber weniger als man angesichts der großen Anzahl Fragender vermutet) ja selbst auf den beschwerlichen Weg des Wissenserwerbs machen, während Du an MARLENE weitere Arbeiten erledigen kannst. Bei A.J.Reeves sind zumindest einige Ausgeben noch zu bekommen.

    Wer mehr über Don Young erfahren möchte, kann sich ja auch das Buch "My First 50 Years with Steam "aneignen".

    Der wesentliche Grund für die langandauernde Freude an guter Funktion der Kolbenschieber nach DYM scheint mir die Entlastung und Führung des Kolbenschiebers mittels der ausreichend dimensionierten durchgehenden Kolbenstange zu sein.

    Übrigens "stehe" ich auf Grauguss und gutes Zylinderöl, weil der Betrieb der damit ausgerüsteten Dampfmaschinen insgesamt relativ problemlos ist - mein MARTIN ist dafür ein Beleg.

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.