Rohre einwalzen?

  • moin.
    Da der kesselbau für die decauville endlich weitergehen soll steh ich mal wieder vor einer Frage die mir Kopfzerbrechen bereitet.
    Ursprünglich war geplant stahlrohre einzuschweissen. Mittlerweile bin ich am überlegen doch lieber kupferrohre einzuwalzen.
    Da die Feuerbüchse uns die Kesselvorderwand bis jetzt nur auf dem Papier existieren stehen mit die Möglichkeiten noch offen.
    Leider finde ich im Internet nur wenig Infos zum Thema rohre einwalzen.
    Das Prinzip ist mir soweit klar, da wären nur noch Ein paar Fragen offen:

    -geplant sind 18mm siederohre. Diese sind aber fast nur mit 1mm wandstärke zu bekommen. Meint ihr das reicht?

    -wieviel Abstand sollten die rohre zur innenseite der feuerbüchse haben, um die rohre in der feuerbüchse noch problemlos walzen zu können?

    -geplant war, die rohre aufzufächern.
    Ist walzen dann trotzdem möglich?

    -bezugsquellen? Wo liegt so eine rohrwalze preislich ca?

    Gruss Marc

  • Danke Willy, ich werde mal Anfragen was dort eine Rohrwalze kostet.

    Ja die Suchfunktion hatte ich benutzt aber auf meine konkreten fragen noch keine Antwort gefunden.

    Gruss Marc

  • Hallo Marc,

    ich finde 1mm Wandstärke bei Kupferrohr arg wenig. Wegen Korrosion und Abnutzung beim Reinigen besser mehr.

    Bei Wilmsmetall gibts jedenfalls Rohr in 18x1,5mm; schau Dich mal im Netz um.
    Mike

  • Eine kleine Bemerkung dazu: An meinen Kesseln sind alle Rohre auf beiden Seiten eingeschweißt. Zumindest auf der Feuerbüchsseite ist das sinnvoll, da das Nachwalzen dort aus Platzgründen besonders umständlich ist. Die Spannungen, die auch an unseren kleinen Kesseln bei zu schnellem Hochheizen auftreten, nimmt das Material bei geschweißten Kesseln ohne Rohrlaufen auf. Walzstellen können undicht werden. Wichtig ist, bei Einwalzungen, auf die ausreichende Wand- und verbleibende Stegstärke der Rohrwandungen zu achten. Heizrohre mit 1 mm Wandstärke halte ich für vollständig ausreichend, da der Druck ja außen ansteht und für ein Zusammendrücken der Rohre ja nur die geringe Druckdifferenz, welche durch minimalste Unrundheit der Rohre enteht, verantwortlich ist. Das ist aber vernachlässigbar. Allerdings wirkt sich die durch dünne Rohrwandungen erkaufte lebhaftere Dampferzeugung auf die Lebensdauer der Rohre aus. Aber ich lerne auch noch gerne dazu. Erfolgreichen Kesselbau wünscht Fritzle.

  • Habe gerade bei Wilmsmetall geschaut. stimmt die haben auch 18x1,5mm Rohr, allerdings zum Hammerpreis von 20,53€ /m das wären bei meinem Kessel Knapp 300€ und zusätzlich noch die Kosten für die Rohrwalze...

    Puh, ich werde nochmal ein paar Preise recherchieren, denke aber damit ist die Wahl aus Kostengründen auf nahtloses Stahlrohr ca 8€/m gefallen.

    Danke, Gruss Marc

  • Hallo Fritzle,

    einschweissen? =O

    Kupferrohre in Stahlblech....

    Ich weiß daß es heute gelegentlich mit exotischen Schweissverfahren gelingt, 2 verschiedenartige Metalle zu verschweissen.
    Nur frage ich mich zm ersten, was kostet sowas?

    Zum zweiten, wer soll das bei einem Modelkessel machen, zu akzeptablen Konditionen? ?(

    Mit der Wanddicke hast Du Recht, die Wärmeleitung ist effektiver bei dünnerer Wand. inwieweit das aber die Lebensdauer positiv beeinflusst, keine Ahnung. Ich wär da skeptisch.

    Falls man die Rohre gelegentlich mit einer Bürste reinigt, würde mehr Wanddicke allerdings sicher grössere Lebensdauer bedeuten.

    Mike

    2 Mal editiert, zuletzt von Bastelmike (16. Januar 2018 um 18:56)

  • Hallo Marc,

    Wir haben bei unserer BR 64 auch Kupferrohre in den Kessel eingewalzt. Die Lock fährt jetzt schon über 10 Jahre mit dem Kessel und die wird mehrmals im Jahr angeheizt. Bis jetzt funktioniert der Kessel einwandfrei und wist noch keine Spuren von Korrosion auf. Wie wir den Kessel im detail gebaut haben will ich hier nicht noch einmal wieder holen, aber du kannst dir das alles noch einmal auf meiner Homepage M-niggemann.com ansehen. Vielleicht hilft es dir ja.

    Gruß Thorsten

  • Hallo

    Bei uns laufen vier Loks mit eingewalzten Kupferrohren im Stahlkessel. Undichtigkeiten und andere Probleme mit den Walzstellen haben wir keine in den letzten 14 Jahren gehabt.

    Allerdings mußte schon einmal ein älterer Rohrsatz getauscht werden ( nach 26 Betriebsjahren ) Der Grund waren verschlissene 1mm Kupferrohre, die an den Stellen, an denen die Rohrbürste den meisten Druck ausübt, durchgescheuert waren. Also kaputt geputzt!!!.
    Meine neueren Kessel haben deshalb Rohre mit 1,5 oder 2mm Wandstärke.

    Einwalzen eines Rohrsatzes dauert eine Stunde, die Entfernung verschlissener Rohre einen Samstag Nachmittag.

    Notwendig ist Die richtige Rohrwalze. Wir haben hier im Verein einen Satz beschafft, der Ausgeliehen werden kann!

    Wenn die Rohrwände richtig vorbereitet worden sind ist auch das Einwalzen aufgefächerter Rohre kein Problem. Die Bohrungen müssen gerieben sein, die rauchkammerseitige Bohrung sollte einen 5% größeren Durchmesser als den Rohrdurchmesser haben. Das erleichtert eine Revision erheblich.

    Die Rohrwände sollten 12 mm stark sein, bei über 200 mm Kesselrohr 15mm.

    In den Ecken der Feuerbüchse reichen 2mm Abstand zur Seite und 3 mm Abstand untereinander aus.

    Eingeschweißte Rauchrohre kenne ich nur aus kommerziellen Kessel, die soll man dann wohl wegwerfen und einen Neuen kaufen, nur weil ein Rohr schadhaft ist.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo

    Weil eben Kupferrohre angesprochen wurden, was für Kupfer ist denn gemeint?
    Ich glaube hier mal gelesen zu haben, das SF-Kupfer nicht geeignet ist für Kessel.
    Kann sein das ich mich irre?
    Bitte um Aufklärung.

    LG Andreas

  • Hallo Andreas

    Im Handel gibt es meist zwei unterschiedliche Sorten Kupfer:

    E-Kupfer, hat beste elektrische Eigenschaften

    SF-Kupfer ist Sauerstofffrei, nur diese Sorte ist gut zum Hartlöten oder Schweißen geeignet.

    Da wir beim Einwalzen der Kesselrohre weder die Leitfähigkeit für Strom benötigen, noch die Rohre Löten oder Schweißen, ist die Art des verwendeten Kupfers weniger Wichtig.
    Bei Rohren unklarer Herkunft (Sonderangebot Baumarkt) wäre ich bei der Verwndung im Kessel trotzdem vorsichtig.

    Wenn ich die Wahl habe, verwende ich SF-Kupfer, weil die Enden der Rohre vor dem Einwalzen weichgeglüht werden sollen.

    Weiter oben regt sich der Marc über die, seiner Ansicht nach, zu hohen Preise für ordentliches Kupferrohr auf, ohne zu bedenken, das er von seinem Kessel eine Jahrzehnte lange Lebensdauer erwartet.
    Er hat wahrscheinlich die Zeiten nicht erlebt, in denen solches Material für uns Bastler überhaupt nicht zu Kaufen war. Die kleinste Abgabemenge der Hersteller war eine Lkw- Ladung oder ein Binnenschiff voll.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo

    Weil eben Kupferrohre angesprochen wurden, was für Kupfer ist denn gemeint?
    Ich glaube hier mal gelesen zu haben, das SF-Kupfer nicht geeignet ist für Kessel.
    Kann sein das ich mich irre?
    Bitte um Aufklärung.

    LG Andreas

    Hallo Andreas,

    da frage ich mich, wo man sauerstoffhaltige Rohre kaufen kann. In meinen Materialkatalogen ist das negativ.
    Kurze Suche jetzt im Internet förderte auch nur SF-Rohre zutage.

    Als sauerstoffhaltige Kupfersorte kenne ich E-Cu für Elektrozwecke, hab ich aber noch nie als Rohr gesehen. Übrigens ist solches Kupfer nicht schweissbar.

    Das erinnert mich an Quellen, gemäß denen für Dampfkessel bis zum WK2 verwendete Kupfersorten heute gar nicht mehr hergestellt werden....

    Gruß Mike

  • Das erinnert mich an Quellen, gemäß denen für Dampfkessel bis zum WK2 verwendete Kupfersorten heute gar nicht mehr hergestellt werden....

    Gruß Mike

    Es gibt -naturgemäß- verschiedenste Kupfer-LEGIERUNGEN.
    Die “Sorten“ die dereinst für Feuerbüchsen/-kisten in Lokomotiv-Kesseln verwendet wurden, werden -mangels Bedarf- heute nicht mehr hergestellt;
    die gibt's, schlicht und ergreifend, nicht mehr!

    Die neu angefertigten Cu-Boxen der “Mh6“ und “310.23“ waren nach wenigen Jahren -abgezehrt- kaputt!
    Dereinst hielten solche Feuerbüchsen Jahrzehnte .............

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Hallo Gerald und Andere,

    da interessiert mich doch jetzt mal, um welche Kupfersorten/-legierungen es sich dabei gehandelt hat. In der Literatur werden ja Dutzende Kupferlegierungen genannt.

    Hat dazu jemand Informationen?

    Mike

    • Offizieller Beitrag

    da interessiert mich doch jetzt mal, um welche Kupfersorten/-legierungen es sich dabei gehandelt hat.

    ..vielleicht hat Martin Edelmann noch den Lieferschein der letzten Rohrbestellung für unsere "österr. U"?

    Die Rohre waren jeweils an den Enden, also wo keine Wärmeübergnag möglich war , abgezehrt. Innerhalb des Kessels waren die noch fast im Originalzustand.
    Die Lok hatte aber auch jeweis fast ~12.000 km auf dem Buckel. Wir fahren jetzt den 3. Rohrsatz.
    Die Rohre wurden undicht und sahen dann aus, wie ein Henkellocheisen. Beim Einwalzen hatten die Rohre ca. 5mm aus der Rohrwand rausgeschaut. Aber nur in der Feuerbüchsrohrwand. Das war alles abgezehrt bis in die Rohrwand hinein. Wenn Bedarf, kann ich mal Bilder suchen.

  • Bei uns bei der Dampfbahn Katzensee sind alle Rohre eingewalzt. ursprünglich Kupfer, zwischenzeitlich wurden an zwei Kesseln Stahlrohre eingewalzt und schlussendlich wurde ausschliesslich wieder Kupferrohre verwendet. Die Rohr weisen Wandstärken zwischen 2 und 2.5 mm auf.

    Feuerbüchseitig werden die Rohe mit einem Drückwerkzeug und des Gasbrenners ca 1.5 bis 2mm eingezogen (im Durchmesser zusammen gedrückt), rauchkammerseitig werden die Rohre 1 bis 2mm"aufgebechert", (im Durchmesser aufgeweitet).

    Die Rohre halten jeweils zwischen 10 und 15 Jahre, bei ca 40 Betriebstagen/Lok (4 Loks für den fahrgastverkehr) im Jahr bei durchschnittlich 6 Betriebstunden pro Fahrtag (samstags 4 Stunden, sonntags 7-8 Stunden). Dazu waschen wir jeden Kessel 2 x/saison aus.