Bohrung in Zylinder verschliessen - Plug - Wie?

  • Hallo an Alle

    Jetzt habe ich mal eine Frage.

    Bei einer Dampfmaschine (keine Lok) mit Kolbensteuerung sollen/müssen die Bohrungen zwischen Arbeitszylinder und Steuerungszylinder durch eine durchgehende Bohrung von aussen hergestellt werden. Anschliessend soll die Bohrung aussen durch einen Stopfen verschlossen werden (dampfdicht).

    Welche Technik für den Stopfen anwenden?

    1. Presspassung

    2. Innengewinde in Zylinder schneiden, Stopfen einschrauben. loctite?

    3. Hart einlöten

    4. Oder gibts noch andere Ideen?

    Material des Zylinders ist ein GG. Welches Material sollte der Stopfen sein?

    Danke, wenn mich jemand an seinen Erfahrungen teilhaben lässt. Sowas habe ich noch nie gemacht :/

    Gruß

    Mike

  • Hallo Mike,

    meist wird ein Gewinde geschnitten, eine Madenschraube eingesetzt. Wenn du dann noch mit Loktide 638 sicherst wird das ganze ewig halten. Alternativ ein R-Gewinde (konisch) schneiden.

    Presspassung verlangt identische Materialien wegen der Wärmeausdehnung, trotzdem kann es sich im laufe der Zeit lockern. Hartlöten bei GG, ob das funktioniert? Und gibt es nicht eventuell Verzug des Arbeitszylinders.

    Volker

  • Hallo Volker,

    klingt recht überzeugend mit der Madenschraube. Ist das Loctite ausreichend temperaturfest bei einem Zylinder?

    Ich bin absolut kein Fachmann beim Thema Hartlöten, aber das GG manchmal hartgelötet wird (mit Messingloten) weiss ich und es gibt Schlosser etc, die schwören auf hartlöten statt Schweissen bei Grauguss. Aber ich bin froh wenn ich nicht löten muss :)

    Verzug, okay, aber ich wollte sowieso die Querbohrung machen vor der Feinbearbeitung der Zylinderbohrungen (Grat) . Oder gibts da Bedenken?

    Mike

  • Hallo Mike

    Würde zu Schraube mit Loctite 638 raten. Hält die Temperatur aus, ist einfach her zu stellen, garantiert dicht und kann nach erhitzen mit der Lötlampe auch wieder leicht demontiert werden. Vorsicht: überschüssiges Loctite muss sauber entfernt werden, sonst kleben am Ende auch Schieber und Kolben fest! Viel Erfolg,

    Gruss, Dani

    Feldbahnmässiger Regelspurbetrieb mit elektrischen Dieseldampflokomotiven

  • Hallo

    Ich habe einmal ein 'falsche', zu tiefe Gewindebohrung am Zylinder wieder dicht bekommen und fast vergessen, weil es niemals ein Problem nachher damit gab, indem ich das Gewinde an der Schraube mit 'Stag Jointing Paste' abgedichtet habe.

    https://www.lawson-his.co.uk/stag-b-jointin…0-gram-b-p43833

    Das Zeug ist hitzebeständig, härtet langfristig steinhart aus, ist aber richtig gemein, wenn man es an die Finger kriegt. Es dauert ewig, bis man es wieder abkriegt - Ist in Deutschland uU nicht einfach zu bekommen...

    Gruß

    Johannes

  • Hallo Mike,

    wenn es Optisch vertretbar ist, würde ich sogar statt des Gewindestifts mit Innensechskant oder Schlitz (ja, so heißt die Madenschraube fachlich korrekt) eine Sechskantschraube mit unterlegtem Kupferdichtring nehmen. Das hält auch ewig und mal kommt ohne Lötlampe später nochmal dran, falls mal die Kanäle gereinigt oder innen poliert :P werden müssen. Oder Du machst eine Stufenbohrung und nimmst einen Gewindestift mit Kegelkuppe (DIN 551 / DIN 913) oder mit Spitze (DIN 553 / DIN 914).

    Dampfende Grüße
    Oliver
    __________________________________

    5"

    SBB E 3/3 8527: in Betrieb, rollende HU

    KPEV T4.2: im Bau
    DB 64 340: z.Z. HU

    7 1/4"

    Köf 3: im Bau

  • Hallo und danke an Alle für die Vorschläge und Tips. Ich werde wohl ähnlich Volkers Tip ein Gewinde schneiden und eine Madenschraube mit Loctite verwenden.

    Die Bohrung würde ich der Optik wegen am liebsten zuspachteln. Aber mit welchem Material bei einem Dampfzylinder (Hitze) ?

    Mike

  • Mit Lötwasser einstreichen und mit Weichlot zulöten. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Praxis ist was theoretisch nicht funktioniert.

  • Zitat

    Mit Lötwasser einstreichen und mit Weichlot zulöten. 29477-daumen-hoch-sonnenbrille-jpg

    Bei Grauguss wohl nicht die erste Wahl

    Da gibt es spezielle Spachtelmassen (Flüssigmetall) die auch Temperaturbeständig sind. Vielleicht mal in dieser Richtung im Netz suchen. Ein Beispiel hier Iron Cement, was bis 1600° beständig ist - gut vielleicht etwas zu extrem - aber falls jemand den Feuerschirm etwas . . .

    hier ist der link zu DIAMANT Metallplastic GmbH (Iron Cement)

    Es gibt allerdings auch Kleber beim Ofenbauer der dafür gehen sollte.

    Gruß

    Uwe

    Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es nocheinmal zu machen. [ . . . Murphys Gesetze].

    • Offizieller Beitrag

    Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein !!! :D Ich bin der Fräser Eilig, was ich nicht fräs das feil ich.... Genitiv ins Wasser weil es Dativ ist :pinch:

    • Offizieller Beitrag

    Hi Mike,

    dann halt dieses ....

    https://www.diamant-polymer.de/produkte/flues…CBoCfy8QAvD_BwE

    bis 200°C ..... bitte entschuldige, ich dachte die hätten alle ähnliche Temperaturbereiche.

    Grüße

    Christian

    Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein !!! :D Ich bin der Fräser Eilig, was ich nicht fräs das feil ich.... Genitiv ins Wasser weil es Dativ ist :pinch:

    2 Mal editiert, zuletzt von Steamchris (5. Juli 2018 um 08:14)