Welcher 3D - Drucker?

  • Servus,

    könntet mir ihr einen 3D drucker empfehlen wo das Preis/Leistungsverhältnis passt. Bräuchte ihn Hauptsächlich erstmal um mich mit den Thema befassen zu können und ein bisschen zum experimentieren. Ein Modell ist erst mal nicht geplant.

    Danke im voraus.

    Gruss Marcus

  • Hallo Marcus,

    ich habe den Prusa MK3 (gekauft gleich nach der Markteinführung, das aktuelle Modell ist schon MK3s), kann ihn wärmstens empfehlen. Ist nicht gerade billig, bietet aber hervorragende Performance und alles, was man so braucht - automatische Kalibrierung des Tisches vor jedem Druck, Filamentsensor mit "Maussensor", d.h. auch für transparentes Filament), die Möglichkeit, den Druck zu unterbrechen, z.B. um das Filament zu wechseln, und dann weiterzudrucken, Stromausfallsicherung (auch danach kann man weiterdrucken) u.v.a. Der Bausatz ist dank sehr guter Anleitung einfach zusammenzumontieren, manche schaffen es an einem Tag. In der FB-Gruppe finden sich diverse Beschwerden, angesichts der Mengen an Druckern, die Prusa verkauft, ist der Prozentsatz wohl verschwindend gering.

    Gruß

    Kristian

  • PS:

    Geil ist die PEI-Platte aus Federstahl: Sie hält mittels Magneten, nach dem Drucken nimmst Du sie einfach samt gedrucktem Teil runter, biegst sie und das Teil springt ab, kein mühsames Abmeißeln wie auf starren Tischplatten. Es gibt sie glatt und mit leicht strukturierter Oberfläche, ich habe nur die glatte, aber aus Reaktionen im Netz habe ich das Gefühl, sie ist besser als die strukturierte.

    Natürlich sind 700 Euro eine Stange Geld, aber wenn Du das Gefühl hast, Dich auch in Zukunft ausgiebiger mit 3D-Druck zu befassen, lohnt sich das Geld wirklich! Es gibt natürlich Klone, aber da ist immer die Frage, an was alles gepfuscht wurde (von der Firmware angefangen).

    K.

    • Offizieller Beitrag

    Hi Marcus,


    ich habe einen Anet A8 für rund 140€. Er bietet lange nicht so viele Feature, wie der Prusa, aber Bastler mit etwas Erfahrung bekommen top Ergebnisse raus. Ich habe mittlerweile über 1600 Druckstunden und die Ergebnisse sind top. Ich kann dir gerne nachher noch ein paar Bilder hochladen.

    Ich denke du solltest dir erstmal überlegen, ob du einen Drucker willst der immer ohne viel Aufwand marschiert, der etwas mehr kostet, oder ob du etwas Zeit investieren willst und dafür etwas Geld sparst.


    lg Jonas

  • Moin Marcus,

    ich habe den Anycubic mega i3. Der Drucker kostet aktuell zwischen 220 und 250€. Für mich war es damals wichtig, dass der Drucker Plug and Play funktioniert und das tut er auch. Mein Hobby ist das Modellbauen und nicht das Doktern an einem 3D-Drucker.

    Die Druckfläche ist mit 220x220mm in Ordnung für Anbauteile. Ich würde ihn mir wieder kaufen.

    Viele Grüße

    Eric

    • Offizieller Beitrag

    So Marcus,

    hier einige Modelle aus dem Anet A8:

    Modelle in 1:43

    Historischer Wagen aus den 30er Jahren der RH&DR

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    Bearbeitungsstufen von "Ruth" der RHDR (v.l.n.r.) frisch aus dem Drucker mit Stützstruktur, geschliffen und mit Türen und als letztes lackiert mit Decals.

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    Modellbauzubehör

    Radienmesser für die Gartenbahn

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    Schaltkasten für eine kleine Steuerung

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    Therapiematerial

    Brett für Patienten mit LRS für meine Freundin (Logopädin)

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    ...vielseitiger Einsatz.

    Ich denke schlussendlich erzeugen alle Drucker ein ähnliches Ergebnis. Die zu investierende Zeit variiert eben zusammen mit dem Preis.

    lg Jonas

  • Hallo Kristian,

    mit einer Bauplatform aus Federstahl ist eine tolle Idee. Ich habe den elegoo Mars Resindrucker. Das werde ich mal ausprobieren.

    Viele Grüße

    Uwe

    Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es nocheinmal zu machen. [ . . . Murphys Gesetze].

  • Danke für die aufschlussreichen Antworten. Kann man was über die Druckzeit sagen ?

    Und kann der Drucker laufen während man in der Arbeit ist ?

    Ich bin neuling in dem Gebiet und deswegen stelle ich so dumme Fragen.

    Habe den Bericht gelesen von dem der die Baureihe 218 gedruckt hat und er schrieb was von 400 Stunden Druckzeit. Darum die Frage ob man den alleine laufen lassen kann. Soviel Zeit zum zuschauen beim Druck habe ich auch nicht.

    Gruss Marcus

  • Hallo Markus,

    beruflich betreue ich eine Werkstatt an einer Uni. Hier haben wir u.a. auch zwei 3D Drucker die nach dem FDM Verfahren arbeiten und so zwischen ca. 3000 und 4000€ gekostet haben. Diese Geräte werden hauptsächlich für irgendwelche Projekte von Studenten eingesetzt. Hierbei treffe ich auch sehr oft auf Studierende, die selbst einen 3D Drucker zu Hause haben. Dieses sind dann meistens “Billiggeräte“ in der Preisklasse zwischen 150 und 300€. Ich habe noch von niemanden, der ein solches Gerät im Einsatz hat, etwas negatives gehört. Wenn ich die Leute dann zu der Qualität der gedruckten Teile befrage, kommt eigentlich immer die Antwort, dass der Unterschied zwischen den Profigeräten an der Uni und den Billiggeräten zuhause, nur sehr gering ist.


    Lange Rede kurzer Sinn..... auch wenn ich dir jetzt konkret keinen Modellnamen sagen kann, würde ich es an deiner Stelle mit einem Gerät in der Preisklasse 150 bis 300€ versuchen....

    Viele Grüße

    Uli

  • Darum die Frage ob man den alleine laufen lassen kann. Soviel Zeit zum zuschauen beim Druck habe ich auch nicht.

    Ja, das ist kein Problem, die Geräte unbeaufsichtigt laufen zu lassen.
    Unsere Drucker an der Uni laufen teilweise mehrere Tage am Stück.
    Damit du ein ganz bisschen Gefühl dafür bekommst, wie lange ein Druck dauert, würde ich grob sagen, dass ein faustgrosses Teil in der Regel so zwischen 10 und 15 Stunden druckt....

    Viele Grüße

    Uli

  • Hallo Marcus,

    natürlich kann man den Drucker (im Prinzip) unbeaufsichtigt drucken lassen, vorausgesetzt, er ist ausreichend zuverlässig und kann Ausnahmesituationen bewältigen:

    1. Filament geht aus: Voraussetzung ist ein Filamentsensor, Reaktion nach Features des Druckers nur Stop oder auch späteres Weiterdrucken
    2. Filament verklemmt sich, z.B. wegen Verknotung auf der Spule (schlecht gewickelt, beim Gebrauch versehentlich Windungen überkreuzt): Filamentsensor muss Bewegung/Stillstand unterscheiden (deshalb "Maussensor"), weiter siehe 1
    3. Stromausfall: Der Prusa speichert nicht nur die aktuelle Position, um weiterdrucken zu können, sondern hebt sogar noch den Druckkopf leicht an, damit er nicht am Druck festklebt.
    4. Kollision Düse-Druck: Es kann passieren, dass sich der Druck mangels Haftung vom Tisch löst und sich nach oben verbiegt (verunreinigte Tischoberfläche, starkes Warping, z.B. bei ABS). Der Prusa erkennt dies und stoppt, sonst läuft der Druck ungehindert weiter und man hat man am Ende einen Spaghettihaufen, und wenn´s blöd läuft, einen lädierten Drucker, wenn das Material irgendwo reingelangt, wo es nicht hinsoll. Der Prusa hat nicht mal (mitunter störanfällige) Endschalter zum Referenzieren: bei Auto-Home fährt er die Achsen einfach "gegen die Wand" und weiß, wo welcher Verfahrweg endet.

    Der Prusa ist wirklich ein Hightech-Produkt, technisch sehr gut ausgeklügelt (wenn auch man hie und da von Produktionsmängeln liest - Verschleiß an Führungsstangen u.Ä.). Neben der Technik ist auch der Benutzerkomfort nicht unerheblich: Anzeige der Restzeit, automatische Korrektur der (immer etwas) unebenen Tischplatte (habe heute interessehalber die erste Schicht gemessen - Schwankungen innerhalb weniger Hundertstel), diverse Einstellmöglichkeiten und Live-Tuning während des Druckes (Z-Höhe, Geschwindigkeit, Temperaturen, Kühlung u.v.a). Und seitens Services des Herstellers - laufende Updates und Upgrades.

    Sicherheitshalber: Ich nenne hier als Beispiel den Prusa-Drucker, weil ich keinen anderen kenne. Bestimmt können auch andere Fabrikate vieles davon bieten - musst Du selber vergleichen.

    Gruß

    Kristian

  • Hallo zusammen,

    ich habe seit kurzem den Ender 3 und bin sehr zufrieden damit. Er kommt als vormontierter Bausatz und ist nach ca. 90 min einsatzbereit. Danach sofort brauchbare Teile gedruckt. Und das alles für deutlich unter 200 EUR. Das Teil ist sehr empfehlenswert.

    Viele Grüße

    Mathias

  • Hallo Rainer,

    CAD-Programme erzeugen STL-Dateien. Die verarbeitet man dann mittels eines Slicer-Programms - das generiert anhand der Form des Teils die einzelnen Wege des Druckkopfes, fügt Intro-Line, Brim und Skirt sowie Befehle bezüglich Temperaturen und Kühlung u.Ä. hinzu und erzeugt am Ende eine GCODE-Datei für den Drucker.

    Gruß

    Kristian

  • Hallo Rainer,

    ja, der Slicer entspricht im Grunde genommen den für CNCs üblichen Postprozessoren. Zur Vorstellung: Aus 106 kB STL macht der Slicer 4,1 MB GCODE (ein aktuelles Beispiel bei mir). Ob irgendwelche CADs einen Slicer direkt integriert haben, weiß ich nicht.

    Universelle Slicer-Programme kann man wohl irgendwo gratis runterladen. Zum Prusa gibt es das speziell angepasste Sli3er, über andere habe ich keinen Überblick.

    Wichtig ist auch die Möglichkeit, im Slicer den erzeugten Druck visuell zu prüfen, ob man z.B. nicht versehentlich in die Luft druckt oder irgendwelche kritische Stellen vorhanden sind. Bei meinen Formen für Wachsmodelle, die ich bei Wandstärken von 1,2 mm ohne Support "in die Luft" drucke, habe ich stets mehrere Durchgänge gebraucht, bis ich mir sicher sein konnte, dass z.B. 0,8 mm starke "Träger" für Decken korrekt gedruckt werden und nicht wegen zu spitzen Winkeln von den Wänden reißen - das sind jedoch Extremfälle, braucht man i.d.R. nicht.

    Was ich vorher vergessen habe: Man kann im Slicer mehrere STLs für einen Druckvorgang auf den Tisch anordnen oder auch direkt die gewünschte Anzahl an Kopien einer STL einstellen, das wäre innerhalb eines CAD wohl kaum möglich.

    Gruß

    Kristian

  • Hallo,

    bei meinem Elegoo Mars war Chitobox für SLA/DLP/LCD Drucker als Slicer dabei. Die neuste Version kann man sich dann hier herunterladen.

    Gruß

    Uwe

    Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es nocheinmal zu machen. [ . . . Murphys Gesetze].

  • Hallo Kristian,

    du schreibst, daß du Formen für Wachsmodelle druckst.

    Dazu habe ich eine Frage:

    Druckst du direkt mit Wachs oder wie machst du das ?

    Danke für die Info.

    Grüße Hans-Dieter