IRR - Rangierlok Susi

  • Hallo Jonas,

    die Matcon-Motoren haben alle ein 6,35 mm Ritzel auf der Antriebswelle. Der Mitnehmer ist eine Abflachung an der Welle. Wenn Du eine 6er Kette verwendest, frage ich Dich, wie Du das Kettenrad an der Welle befestigt hast? Die chinesischen Antriebsritzel sind aus Blech gestanzt, einschließlich der Abflachung. Wenn Du ein Zahnrad für eine 6 er Kette, vielleicht noch mit Bund verwendest, habe sie alle eine runde Bohrung, aber keine mit einer Abflachung. Klebst oder schweißt Du einen "Mond" als Mitnehmer ein?

    Gruß Wolfgang

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Michael,

    genaue Daten zur Originalkette habe ich nicht. Den Originaldokumenten nach handelt es sich um eine 1,5" bzw. 2" Kette. Die 1,5" Kette würde da genau der Kette mit der 6er Teilung entsprechen.

    Hi Thomas,

    unter Last habe die Motoren eine Nenndrehzahl von 2700 RPM. Das ergibt bei der Untersetzung und den kleinen Rädern eine Geschwindigkeit von etwa 9 km/h. Wegen einer Wärmeentwicklung mache ich mir keine Gedanken. Die Lok wird ja, im Vergleich zu deinen Arbeitstieren, nur vor meinem Güterzug eingesetzt und nicht für den richtig harten Personenverkehr. Der kleine Akku in der Lok ist wahrscheinlich leer, bevor der Motor überhaupt überhitzen kann.

    Ich habe heute eine Probefahrt mit der Lok auf der Anlage mit meinem Zug gemacht und die Leistung reicht aus, um den Zug und mich locker die 2% Steigung hoch zu ziehen. Ohne Belastung kommt die Lok bei 12V auf ziemlich genau 10 km/h. Mit mir und dem Lorenzug reduziert sich in der Steigung die Geschwindigkeit auf etwa 8,5 km/h. Das Kettenrad auf der Achse hat die maximal mögliche Größe, so dass es nicht tiefer als der Schienenräumer hängt. Das Gewicht des Fahrwerks mit Ballastpuffern ist sogar schon ausreichend, um den Zug ohne zu Schleudern zu ziehen.

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    Hallo Wolfgang,

    was die Motoren angeht, hast du natürlich vollkommen recht. Allerdings habe ich, auch schon bei der Heidi, nicht den Motor mit Ritzel sondern den mit Walze für einen Riemen gekauft. Dieser hat eine längere Welle, welche nur eine Nut für einen Sicherungsring hat. Die Abflachung ist ähnliche, wie bei dem Motor mit Ritzel, allerdings endet die Abflachung weiter entfernt vom Motor. Die Walze habe ich abgezogen und entsorgt. Das Kettenrad habe ich auf der Drehbank ausgedreht und leicht auf die Motorwelle gepresst. Durch die Länge des Kettenrades sind etwa 50% auf dem Rundmaterial und 50% auf dem Bereich mit der Abflachung. Für eine gute Zentrierung reicht das aus. Zur Fixierung habe ich eine 2er Bohrung durch das Kettenrad und die Welle gebohrt und eine M2-Schraube durchgesteckt und mit einer Mutter gesichert.

    Auf diesem Bild kann man die Schraube auf dem Kettenrad sehen.

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    Viele Grüße euch

    Jonas

  • Hallo Jonas,

    du hast die Übersetzung für den Motor auf den Punkt richtig ausgelegt! Die einfache Reglel 80% der Leerlaufdrehzahl sollte die Lastdrehzahl sein

    bei 8 bis 10 Km/h. Ich habe meine Antriebe so ausgelegt und die Motore halten ewig und der Batteriestrom ist moderat unter Last. Für die entnehmbare

    Kapazität aus der Batterie ist ncht alleine der mitlere Strom entscheidend sondern auch die Spitzenströme beim Anfahren.

    Gruß

    Werner

  • Hallo Jonas,

    ich bitte um Entschuldigung, wenn ich Dich mich meinen penetranten Fragen nerve. Ich habe kein Ingenieurstudium hinter mir, Spötter bezeichnen mich als "Drankonstrukteur", ich werte diese Bezeichnungen als Lob. Du schreibst, daß Du das Ritzel "leicht auf die Motorwelle gepreßt hast". Frage: hast Du dazu das hintere Motorschild abgebaut, um das hintere Wellenende abzustützen oder war die Pressung so leicht, daß du das Ritzel von vorne aufschieben konntest? Im zweiten Fall wundert mich Dein Mut zur Befestigung. Du schreibst, daß Du eine M 2 Schraube mit Mutter zur Befestigung verwendest. Laut Tabellenbuch Metall beträgt der Querschnitt des Bolzens bei einer M 2 Schraube gerade mal 1,509 mm2. Dieses dünne Stiftchen sichert Deine ganze Zugkraft. Aber wie gesagt, von Theorie verstehe ich zuwenig. Ich arbeite mehr nach "Try and error".

    Gruß Wolfgang

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Wolfgang,

    deine Fragen nerven absolut gar nicht. Ich finde es sogar sehr hilfreich, wenn Sachen hinterfragt werden. Man kann eigentlich nur davon lernen :) Und was soll ich sagen... wenn man deine gelungenen Modelle anschaut, weiß man, dass man definitiv kein Ingenieur sein muss!

    Aber zu deiner Frage. Das Kettenrad habe ich so weit ausgedreht, dass ich es mit großer Kraft noch per Hand aufschieben konnte. Die leichte Verpressung hat gereicht, dass das Kettenrad sich bei der ersten Testfahrt nicht verdreht hat. Die Schraube ich habe ich daher eher als Sicherung eingebaut. Aber da du nun nachgefragt hast, hat es mich auch interessiert, was man einer so kleinen Schraube zumuten kann und ich habe es mal kurz überschlagen:

    Hierfür wird die tatsächliche und die zulässige Scherspannung benötigt. Die tatsächliche lässt sich aus dem Motordrehmoment und dem Wellendurchmesser berechnen. Sie beträgt je Schraubenseite etwa 46 N/mm². Die für Edelstahl (1.4301) angegebene Scherfestigkeit liegt bei etwa 400 N/mm². Das bedeutet, dass eine Sicherheit von 8,6 vorliegt und das auch nur, wenn das gesamte Drehmoment rein über die Schraube von der Motorwelle in das Kettenrad übertragen wird. Selbst im worst case, wenn ich die Bohrung richtig schlecht gesetzt hätte und nur eine Schraubenseite das Drehmoment übertragen müsste, läge eine Sicherheit von größer 4 vor. Sollte also halten.

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    viele Grüße

    Jonas

    PS: In der Regel bin ich beim Hobby faul und gehen ähnlich wie du eher über try and error. Denn selbst, wenn ich es dir ausrechnen könnte, wie es perfekt wäre... so herstellen kann ich es selbst eh nicht.

  • Hallo Jonas,

    danke für Deine nachträgliche Berechnung. Damit liegst Du ja auf der absolut sicheren Seite und meine Befürchtungen waren unbegründet. Ich freue mich auch, daß meine Eisenbahnmodelle Dir und auch einigen anderen gefallen.

    Gruß Wolfgang

  • Hallo Ihr zwei

    Ich hätte beim ersten Eindruck die selbe Meinung wie Wolfgang auch

    vertreten. Aber Jonas Berechnung bringt einen die Realität zurück.

    Man unterschätzt es einfach manchmal, weil es so mickrig aussieht

    und andererseits überschätzt man so manches.

    Gruß Michael

  • Moin,

    dafür, wie man es bei industriellen Anwendungen "machen sollte", gibt es Erfahrungswerte, Vorschriften, Nachschlagewerke und Berechnungsroutinen. Wie man(n) es im Hobbybereich erledigt, entscheidet der, der "schraubt", weil er es so will. Mit der Entscheidung und ihren Folgen muss er dann auch leben.

    Um Bauteile, die Kräfte übertragen sollen, auf Wellen zu befestigen, gibt es viele Möglichkeiten. Unter anderen Spannsätze oder ... . Ein Spannsatz scheidet wegen der Größe nach meiner Auffassung aus. Man kann aber auch zwei Zylinderstifte unter einem Winkel von 90 oder 120°, zwei entsprechende Flachstellen auf der Welle und Zylinderstifte mit einem Einsatz aus weichem Material (beispielsweise Messing) zur Schonung der Welle verwenden.

    Hier zwei Bilder zur Erläuterung, es handelt sich um den Steuer-Exzenter einer Dampfmaschine.

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    Da Jonas seine Lösung aber "unter Einsatzbedingungen auf Brauchbarkeit untersucht" hat, finde ich, dass er getrost weiter machen kann. Insofern freue ich mich auf weitere Beiträge von ihm.

    Viele Grüße und erfolgreiches Arbeiten

    Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

    Einmal editiert, zuletzt von Dampfspieler (19. Januar 2022 um 12:54)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    gestern habe ich mich um die Kupplungsblöcke gekümmert. Die beiden Teile bestehen aus einem Stapel an Laserteilen, welche zu einem Block verschweißt werden. Ein Block besteht aus insgesamt 14 Teilen mit drei verschiedenen Formen, welche aus einem 5er Blech ausgelasert wurden.

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    Für einen einfachen Zusammenbau habe ich je Teil zwei Zentrierlöcher mit schneiden lassen. Durch die Löcher wird eine 4er-Stange geschoben. Als erstes werden die beiden Stangen in der untersten Platte verschweißt.

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    Die restlichen Teile können nun auf die Stangen aufgesteckt werden. Die Stangen werden oben abgetrennt, der Stapel mit einer Schraubzwinge zusammen gedrückt und die oberen Enden mit der obersten Platte verschweißt.

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    Anschließend habe ich noch auf beiden Seite eine Schweißnaht über alle Teile gezogen und das Ganze mit der Flex nachbearbeitet.

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    Kleinere Fugen müssen beim Lackieren noch ausgefüllt werden, so dass es am Ende aussieht, wie ein einzelnes Teil. Was auch noch fehlt sind die sechs Befestigungsbohrungen zur Montage am Ballastpuffer.

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    Der obere, nach hinten überstehen, Teil passt in die Öffnung im Ballastpuffer.

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    Viele Grüße

    Jonas

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    die Simplex Lok der IRR verfügt nicht über gefederte Puffer, sondern nur über in U-Profilen befestigte Holzbalken. Im Modell wird das auch so umgesetzt. Die Halteblech auf der Rückseite der U-Profile wurden lasergeschnitten. In Das U-Profil wird demnächst noch ein passendes Holzteil eingesetzt.

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    Den Kupplungsblock habe ich außerdem mit den noch nötigen Bohrungen ausgestattet und sandgestrahlt. Ich werde nun dieses Teil lackieren, dass keine Feuchtigkeit zwischen die Platten gelangt und dort Rost bildet.

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    Im Rahmen habe ich die 12 M2 Gewindebohrungen eingebracht über welche die Grundplatte des Führerhauses und der vorderen Plattform befestigt werden.

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    Als nächstes werden die Bohrungen in den zwei U-Profilen eingebracht, die den Motoraufbau stützen. Anschließend werden die beiden Teile mit dem Rahmen verschweißt.

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    Bis dahin noch ein schönes Wochenende

    Jonas

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    am Wochenende habe ich noch begonnen den Puffer zu lackieren. Zuerst habe ich hierfür die feinen Fugen bis zur Sättigung mit Lack gefüllt. Ich hatte sonst Angst, dass mir der Kapillareffekt die Farbe an den Fugen weg saugt. Nachdem alle Fugen gesättigt waren, habe ich das Teil lackiert und anschließend den Lack eingebrannt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis!

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    Zusätzlich wurden die Holzeinlagen der Puffer gefertigt und montiert. Die Pufferhalter werden ebenfalls mit dem matten schwarz lackiert.

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    Viele Grüße

    Jonas

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    weiter geht es mit dem Führerhaus. Hier habe ich die letzten Wochen die Winkelprofile gesägt, geschliffen und viele M2 Gewinde gebohrt. Mittlerweile steht das Führerhaus auf der Lok, ist mit dieser aber noch nicht verschraubt. Das Vorgehen müsste recht klar sein, daher gibt es dazu heute nicht viel Text.

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    Nebenher arbeite ich noch an Druckteilen, die das Aussehen der Lok mit Details vervollständigen werden. Als erstes entstanden dabei die vier Sandkästen, welche hinter den Ballastpuffern positioniert sind. Die CAD-Daten hierfür habe ich erst jetzt erzeugt. Die Löcher in den Bodenplatten hatte ich aber bereits lasern lassen.

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    viele Grüße

    Jonas