Hemmschuh aus dem 3D Drucker

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    ich habe schon einige Hemmschuhe im Maßstab 1:6 für Schienen mit 10 mm Breite für meinen Lorenzug im Einsatz. Mein erster "Prototyp" sah noch etwas globig aus, aber die Funktion war immer gegeben. Die Abnutzungen der Hemmschuhe war minimal auch beim Auffahren mit recht hoher Geschwindigkeit. Mittlerweile habe ich ihn optisch etwas aufgehübscht, um etwas näher an das Original heran zu kommen.

    Den Hemmschuh habe wie speziell für meine Loren im Maßstab 1:6 entwickelt. Er ist auf einen Raddurchmesser von 70 mm optimiert. Größere Räder gehen natürlich auch, allerdings neigen leichte Wagen dann zum aufsteigen.

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    Den aktuellen Hemmschuh habe ich in zwei Orientierungen gedruckt. Zum einen als zweiteiliges Druckmodell, welches im Liegen ohne Stützstruktur gedruckt werden kann. Nachteil ist dann natürlich, dass die zwei Teile danach zusammen geklebt werden müssen.

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    und zum zweiten stehend, wobei hier dann einiges an Stützstruktur nötig ist, und manche Oberflächen dadurch nicht ganz so schön werden.

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    Ich werde die beiden wahrscheinlich am Montag mal ausgiebig testen und euch berichten.

    viele Grüße

    Jonas

  • Servus Jonas,

    sieht doch toll aus, lässt sich leicht herstellen, und es ist nicht so schlimm, wenn mal einer "auf der Strecke bleibt". Welches Material verwendest Du für den Hemmschuh? Bei meinem Versuch hab' ich PETG verwendet und den Hemmschuh aus vier Teilen mit Tangit zusammengeklebt. Das bekommt man nicht mehr auseinander, weil das PETG angelöst wird.

    Viele Grüße

    Andreas

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Andreas,

    aktuell sind sie noch aus PLA und für die anfallenden Kräfte ist das auch ausreichend. Eine finale Version werde ich dann aber auch auf ABS oder PTEG zurückgreifen :)

    Hi Heinrich,

    ich kann hier glaube ich nichts hochladen, das danach runtergeladen werden kann. Wenn du mir eine Mail schickst, dann sende ich dir gerne die .stl.

    viele Grüße

    Jonas

    • Offizieller Beitrag

    Hi zusammen,

    hier nun ein kleines Video vom Test des Hemmschuhs mit meinen sechs Kastenkippern. Beladen bringen die sechs Loren etwa 110 kg auf die Waage.

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    Viele Grüße

    Jonas

  • Hallo Jonas

    Klasse ! Was will man mehr. ?

    Wenn er verschlissen ist, schaltest die Maschine an und druckst Du einfach

    einen neuen. Selbst die Vorbilder verschleißen. ?

    Gruß Michael

  • Toll und interessant. Ja für Kleinteile ist der 3D Drucker echt gut zu gebrauchen.

    Alle sagten das geht nicht, dann kam einer der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.
    Die Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen!

  • hier nun ein kleines Video vom Test des Hemmschuhs

    Hallo Jonas,

    Dein Video demonstriert eindrucksvoll die Haltbarkeit des Hemmschuhs. Wenn Du allerdings auf diese Weise öfters Fahrzeuge aufhalten willst, dann geht das zu Lasten Deiner Räder. Wie Du in dem Video siehst, blockiert die erste Achse, so bald sie auf den Hemmschuh aufgelaufen ist. Auf der anderen Seite der Achse blockiert das Rad vermutlich auch, weil es ja über die Achse mit dem anderen Rad verbunden ist. Auf diese Weise rutscht das Rad direkt über die Schiene und bekommt so Flachstellen. Das wird nicht so dramatisch sein, wie bei der großen Eisenbahn, ich bin aber überzeugt, dass der Effekt nachweisbar ist.

    Um so etwas zu verhindern, werden die Hemmschuhe bei der großen Bahn je nach Verwendungszweck geschmiert. Für den demonstrierten Fall wird die Kappe auf dem Hemmschuhbock geschmiert. Das sorg dafür, dass sich das auf den Hemmschuh auflaufende Rad weiterdrehen kann. Die Bremswirkung durch den Hemmschuh bleibt die Gleiche und das auf der Schiene laufende Rad wird nicht beschädigt. Für Deinen gedruckten Hemmschuh ist das natürlich kontraproduktiv, denn das sich auf dem Hemmschuh drehende Rad wird den Hemmschuhwerkstoff schnell abraspeln. Es ist also zu überlegen, ob man den Hemmschuh auf der Kappe und auf der Sohle nicht mit Blecheinlagen an den kritischen Stellen versieht. Für das Aufhalten von Zügen halte ich ihn ansonsten nicht für belastbar genug.

    Ganz anders sieht das aus, wenn Du den Hemmschuh lediglich zum sichern abgestellter Fahrzeuge benutzen willst. Sprich, das Fahrzeug hält an und dann wird der Hemmschuh unter das Rad gelegt, damit das Fahrzeug nicht weglaufen kann. Für diesen Fall sind die gedruckten Hemmschuhe meiner Meinung nach durchaus geeignet und auch ausreichend dauerfest. Denn in der Regel wird dabei der Hemmschuh nicht bewegt und auch die Räder verrichten auf dem Hemmschuh keine mechanische Arbeit.

    Viele Grüße und bleibt gesund!

    Joschi

    Mit "eigentlich" fängt eine Lüge an!

  • Grüß dich Joschi

    Da spricht der Fachmann! Das die Hemmschuhe oben geschmiert werden

    wusste ich auch nicht. Aber einleuchtend, Du beziehst die Aussage bestimmt

    auf den Einsatz am Ablaufberg. Dort ist das Abbremsverhalten am größten und

    wird regelmäßig genutzt.

    Gruß Michael

    • Offizieller Beitrag

    Hi Joschi,

    ich stimme dir in allen Punkten voll und ganz zu. Wie schon geschrieben war das ein reiner Test und nicht der tägliche Anwendungsfall und daher nicht so kritisch. Ich will sie hauptsächlich dazu nutzen, um den abgestellten Zug zu sichern.

    Noch was interessantes nebenbei...durch die ungefederten Loren hebt die komplette Achse um 1 mm von der Schiene ab, so das gar kein Schleifen aufgetreten ist.

    viele Grüße und danke für deine Gedanken

    Jonas

  • Hallo Jonas,

    bedingt durch die Lage von Schwerpunkt und Hemmschuh wird der Waggon, zumindest während des Abbremsens, auf die drei vorderen Auflagepunkte "kippen" sich das Rad hinter dem Hemmschuh um die Höhe der Sohle abheben. Je nach Beladung kann er danach wieder auf die Hinterachse kippen.

    Viele Grüße, Stefan

  • Hallo Jonas,

    Dein Video demonstriert eindrucksvoll die Haltbarkeit des Hemmschuhs. Wenn Du allerdings auf diese Weise öfters Fahrzeuge aufhalten willst, dann geht das zu Lasten Deiner Räder. Wie Du in dem Video siehst, blockiert die erste Achse, so bald sie auf den Hemmschuh aufgelaufen ist. Auf der anderen Seite der Achse blockiert das Rad vermutlich auch, weil es ja über die Achse mit dem anderen Rad verbunden ist. Auf diese Weise rutscht das Rad direkt über die Schiene und bekommt so Flachstellen. Das wird nicht so dramatisch sein, wie bei der großen Eisenbahn, ich bin aber überzeugt, dass der Effekt nachweisbar ist.

    Um so etwas zu verhindern, werden die Hemmschuhe bei der großen Bahn je nach Verwendungszweck geschmiert. Für den demonstrierten Fall wird die Kappe auf dem Hemmschuhbock geschmiert. Das sorg dafür, dass sich das auf den Hemmschuh auflaufende Rad weiterdrehen kann. Die Bremswirkung durch den Hemmschuh bleibt die Gleiche und das auf der Schiene laufende Rad wird nicht beschädigt.

    Hallo zusammen!

    Geschmierte Hemmschuhe hab ich als hauptberuflicher Eisenbahner noch nie gesehen. Leider ist es auf Videos selten klar zu sehen, aber hier in Min 14:10 hhttps://www.youtube.com/watch?v=w-Rbt0RDKqk ist deutlich zu sehen, daß die Achse auf dem Hemmschuh steht. So hab ich es auch immer gesehen. bei der Abbremsung aus geringer Geschwindigkeit ist eine Flachstellenentwicklung eher zu vernachlässigen. Bei Achsblockierungen aus höherer Geschwindigkeit ist das schon was anderes. Leichte Flachstellen hat man damals vielleicht auch nicht so eng gesehen. Bei den heutigen "Flüsterradsätzen" ist das sicher wieder was anderes.

    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • ateshci !

    Na gut ich bin als Signaler nicht so tief in dieser Materie, bin aber trotzdem mit den Rangierern zusammen gekommen. Zumindest im DB -Bereich ist mir das noch nicht aufgefallen.Von wo stammt denn deine Vorschrift?

    Bei der Enteisung im Hemmschuhofen hat die Schmiere nicht mehr viel zu lachen. Auch glaube ich nicht, daß wie in meinem genannten Video alle Achsen immer sofort zum Stillstand gebracht werden. Da hab ich schon Verschleißbilder gesehen, wo die Hemmschuhe teilweise geglüht haben müssen. Da hätte sich die Schmiere schon längs abgemeldet.

    Nichts für ungut! Die Rangierer, mit denen ich zu tun hatte, haben das nicht gemacht. Theologie und Praxis eben;).

    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose