Hallo zusammen,
das Thema mit den Billigreglern in jeder Form habe hinter mir.... Spätestens, nachdem ein chinesischer Ersatzregler für einen 110V - MInidrehbankmotor mitsamt dem Motor in Rauch aufgegangen ist.
Das Problem bei Gartenbahnen ist, das die Fahrzeuge + Fahrgäste auf dem Zug genügend "Schwungmasse" mitbringen, um zumeist beim elektrischen Bremsen die Verlustleistungsgrenze der Transistorbrücke zu überschreiten, wodurch bei mangelhafter Auslegung der Kühlflächen und bei schlechter Bauteilwahl die Elektronik in Rauch aufgeht. Das gleiche passiert beim anfahren, weil die Motoren permanent gegen hohe Last mit geringer Drehzahl langsam beschleunigen, da fliesen irsinnige Ströme (insbesondere dann, wenn man gegen eine Steigung anfährt).
Daher muss solch ein Regler in der Auslegung ähnlich wie für einen Golfkarren oder Staplerantieb konstruiert sein, je nach dem wie groß die Modelle sind und in welcher Gewichtsklasse der Zug, der bewegt werden soll, sich bewegt.
Ein Regler für Gartenbahn Spur 5" und 7" sollte folgendie Kriterien erfüllen:
- Ausreichend Kühlfläche und ein aktiven Übertemperaturschutz
- Strombegrenzung, die die Transistorbrücke vor Überlast schützt und dafür sorgt, das die Motorwicklung nicht ständig im Bereich des Blockierstromes totgegrillt wird, wenn man im Schleichtempo gerade so noch den Berg hinauf kommt.
- Ein Kurzschlußschutz am Motorausgang (fals ein Motor aufgrund Wicklungsschaden einen Kurzschluß produziert und dadurch die Elektronik gleich mit vernichtet).
Die "altbewährten" 4QD haben keine aktive Strombegrenzung, auch die bekommt man auch kaputt... Jedenfalls habe ich ein paar davon herumliegen, als Ursachenforschungs- und Reparaturprojekte, wobei als Fehlerursache meist "Tod durch Verpohlung oder Überlast" festgestellt wurde.
Die wenigsten LowCost - Regler aus China oder sonst wo her erfüllen diese Anforderungen. Auch die meisten RC-Modellbauregler sind nur für kleinere Modelle noch brauchbar, sobald es etwas größer wird, sind auch die unterdimensioniert. Hersteller geben gerne die Maximalströme an, aber über die maximale Verlustleistung im Zeitraum X bei Strom Y liest man nichts, und jeder noch so gute Leistungs-FET produziert Wärme, die über Bauteil-Gehäuse und Kühlflächen abtransportiert werden muß.
Ich beschäftige mich mit diesem Thema (mal mehr oder weniger) seit langem und habe seit einger Zeit eine 4QD "Konkurenz"-Konstruktion auf meiner Werkbank liegen, die mehr kann und fast unzerstörbar ist - bei ungefähr gleichem Preis, wenn man das in Kleinserie fertigen lassen würde.
Folgendes kann meine Variante:
- 12V/24V/36V/48V bei 60 oder 120A Dauerstrom (elektronisch begrenzt).
- Motorausgang Kurzschlußfest / Steuerung ist Verpolungssicher und "Durchgehsicher" (Notabschaltung mittels Batterietrennrelais welche die Elektronik vom Akku trennt).
- Batterieunterspannungsschutz / Temperatur- und Uberspannungsschutz der Leistungselektronik.
- Schaltaugänge für Spitzenlichter und Typhone
- Direkt steuerbar über eine handelsübliche Modelbaufernsteuerung / 4 Kanal Proportional-Anlage
- über Leitungsgebundene Handfernbedienung steuerbar (1-Wire Bus, d.h. man benötigt für die Verbindung zwischen Regler und Bedienteil 3 Leitungen: + / - / Daten)
- Mittels 1-Wire Bus mehere Regler funktionsgleich kaskadierbar. D.h. Zwei Regler, für jedes Drehgestell einen eigenen Regler z.B.
Größe: L.140 x B.60 x H.45mm
So gebaut, das der Regler auch in eine 5"-Köf passt.
Für die Steuerung über 1-Wire Bus habe dazu eine eigene Fernbedienung programmiert, die auf käuflichen Arduino - Platinen basiert und dadurch kostengünstig selbst gebastelt werden kann.
Das ganze ist ein vier Stück Prototyp-Projekt, welches aber bis jetzt meine elektronische Folterkammer überstanden hat. Hat auch den Test gegen einen im Schraubstock blockierten 800W Scootermotor mit maximal möglichem Strom aus 24V/240AH Batterien bestanden, nur meine Messleitungen haben gelitten
Demnächst habe ich die Möglichkeit, das ganze mit einer elektronischen Last bis etwa 2,4 kW zu testen. Mal sehen, wer gewinnt.....
Leider bleibt das nur eine Freizeit-Bastelei... Berufllich arbeite ich gerade an regenerativer und via Telemetrie überwachten Energie- und Gebäudetechnik für innerstätische Verteilstationen, wo man mit Lastenfahrädern die Kundschaft mit Lebensmittel aus der Region versorgt. Also mal wieder was ohne Schienen 
Gruß Matthias