KÖF III in 7 1/4 Zoll

  • Hallo zusammen,

    Erstmal zu mir: ich bin Lennart, 19 Jahre alt und ich studiere bald Luft- und Raumfahrttechnik in Stuggi ;)

    Ich plane aktuell eine KÖF 3 auf 7 1/4 Zoll im Maßstab 1:5. Das ganze wird mein erster Lokbau.
    Die Lok soll der Einfachheit halber mit einem Simson Motor und einem dieser Kart Wendegetriebe angetrieben werden. Alternativ kann ich vielleicht noch einen Rückwärtsgang in die Simson murxen 🤷🏼‍♂️

    Dazu habe ich vom DB Archiv die originalen Pläne bekommen und konstituiere diese nun maßstabsgetreu unter Einhaltung der zu findenden NEM …G normen nach.
    Dabei fehlen mir aber ein paar Informationen, über die man nicht besonders viel erfährt in diesen Normen:


    - Wie wird das Rad auf die Achse befestigt? (Schrumpfen, Kleben mit Loctite 648, am stück drehen, …) was ist da so die gängige Methode?

    - Wenn das rad aufgeschrumpft wird: was sind dazu passende Toleranzen (Achsdurchmesser: 28mm an der Verbindungsstelle)

    - Welcher Stahl ist für die Räder am besten? Die sollten ja nicht wirklich rosten im besten Falle. Die Räder haben einen Durchmesser am Fahrkreis von 190mm (maßstabsgetreu in 1:5)

    - Welcher Stahl sollte es für den Rahmen sein? Da dieser nach dem Lasern lackiert/gepulvert wird, reicht vermutlich einfacher baustahl?

    - Meine Achsen werden beide angetrieben und sind 30mm im Durchmesser. Darauf kommen Klemmnaben als adapter für die Bremsscheibe und das Antriebsritzel (diese Klemmnaben gibt es recht günstig als Kartbedarf) hat damit jemand schlechte Erfahrungen gemacht?

    - Hat jemand Erfahrungen oder gar technische Zeichnungen zu einem dieser Kart Wendegetriebe „serie 30“ wie sie auch heißen?

    Den Motorraum werde ich mit Aluprofilen stützen und daran auch alle Bauteile befestigen. Das wird dann mit 2-3mm alu platten, die in Form gebracht werden verkleidet. Dadurch bleibt auch immer alles gut zugänglich.


    Ich freue mich auf eure Antwort und darauf, euch meinen Konstruktionsfortschritt zu zeigen ;)

    Viele Grüße, Lennart

  • Hallo Lennart

    Meinst du mit Simson Motor einen 2-Takt Verbrenner aus dem Zweirad?

    Wenn ja, dann bist damit bei uns nur willkommen, wenn die Schalldämmung perfekt ist.

    Wenn du ein Kettenrad auf der Welle befestigen willst, ist es hilfreich, wenigstens ein Rad auf dieser Achse abnehmbar zu machen. Das geht am einnfachsten durch die Verschraubung des Rades auf der Achse mit einem Spannsatz.

    Das Wendegetriebe, das du ansprichst ist mir unter diesem Namen unbekannt, hast du Bilder?

    Der Stahl für die Räder soll rostender Baustahl S355 o.ä. sein.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    Vielen Dank für deine Antwort :)

    Wieso ist der 2 Takter ein Problem? Die Schalldämmung wird auf jeden fall gut. (Dämmmatten im Motorraum und ein Schalldämpfer am Auspuff) Mir geht es damit um eine einfache Ersatzteileversorgung und Wartung, die ist bei den Simson M541 Motoren halt exzellent.

    Das Wendegetriebe ist z.B. das hier:

    VEVOR Antriebskupplung 2–7 PS-Motor, 2300 U/min hochfeste Antriebskupplung mit 3 Schaltmodi und dynamisch ausgewuchteter Achse, langlebige Schnellschaltkupplung mit komplettem Zubehör | VEVOR DE
    Kaufen Sie VEVOR Antriebskupplung 2–7 PS-Motor, 2300 U/min hochfeste Antriebskupplung mit 3 Schaltmodi und dynamisch ausgewuchteter Achse, langlebige…
    www.vevor.de


    Das mit dem Spannsatz ist eine gute Idee. Gibt es da konkret eine Firma o.Ä. die du empfehlen kannst?

    Wieso verwendet man für das Rad rostenden Stahl?

    Welchen Stahl sollte ich für den Rahmen verwenden? Auch den S355 o.ä.?


    Viele Grüße, Lennart

  • Hallo Lennart,

    Du möchtest, daß die Räder nicht rosten, dazu empfehle ich Dir Räder aus Nirosta-Stahl zu machen. Bei Deiner Baugröße haben die Räder einen Laufkreisdurchmesser von 190 mm. Dazu kommt noch der Spurkranz. Ich würde mir die Räder auslasern lassen. Für die Bearbeitung brauchst Du eine ordentliche Drehbank oder jemanden, der Dir die Räder drehen kann. Zur Befestigung rate ich Dir zu Spannsätzen. Die bekommst Du bei Fa. Maedler.

    Gruß Wolfgang

  • Genau, die teile wollte ich mir sowieso CNC Drehen / Fräsen / Lasern lassen (zumindest die großen und wichtigsten), da das für mich am einfachsten ist.
    Die Räder und Achsen hatte ich schon konstruiert. Dann ändere ich das nochmal zu spannsätzen, danke für den Tip. Gibt es da verschiedene Bauarten die ggf. nicht geeignet sind?


    Vielen Dank und viele Grüße,

    Lennart

  • Hallo Lennart

    Danke für den Link zum Getriebe.

    Bevor du aber anfängst, Teile zu kaufen, sollte sicher gestellt sein, das die von dir vorgesehenen Komponenten all in eine kleine Köf passen. Da habe ich bei dem von dir vorgesehenen Antrieb meine Bedenken.

    Besonders die Mechanik von Motor und separatem Getriebe benötigt sehr viel Platz. Dazu dann noch ein voluminöser Schalldämpfer?

    Besser wäre beim Verbrenner eine bereits vorhandene Motor Getriebe Kombination mit Fliehkraftkupplung.

    So etwas aus einer alten Rüttelplatte habe ich schon ganz souverän Fahren gesehen. Dazu in sehr kompakter Bauform.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Danke für deinen Tipp.
    Ich konstruiere die Lok sowieso im CAD einmal komplett durch bis ins detail, bevor ich irgendwas kaufe. Alles andere wäre natürlich doof, wenn da nix rein passt. Ich teste das im CAD davor, zum Glück gibts zu nahezu allen Teilen bereits fertige Normteilemodelle, die man nurnoch einfügen muss.
    Ggf. passe ich mein Antriebskonzept noch generell an und baue (sofern mein Budget und Platz das hergibt) einen hydrostat ein. Das schaue ich aber alles im laufe der Konstruktion.

    Viele Grüße und danke für deine Hilfe soweit!

    Lennart

  • Hallo Lennart,

    1:5 auf 7,25" als Normalspurlok, da stimmt etwas nicht. Normalspurloks (1435mm Spurweite) sind auf 184mm Spur (7,25") Maßstab 1:7,79. Üblich wird mit 1:8 bzw 1: 7,8 gerechnet.

    Selbst elektrisch angetrieben wird es in dieser Lok eng, habe unzählige dieser Loks elektrisch ausgerüstet. Zwischen den Achsen 2x 250W bzw. 350W Motor, im Vorbau 2 Akkus, Lautsprecher, Motorsteuerung und Funkausstattung.

    Als Antrieb würde ein Verbrennermotor für Fadenschneider passen. Diese haben eine eingebaute Fliehkraftkupplung. Habe in Kürnbach 2 Loks auf 5" mit diesem Antrieb gesehen.

    Ich kann mich Thomas nur anschließen, ohne richtige Schalldämmung wirst du auf kaum einer Vereinsanlage ein willkommener Gast sein.

    Volker

  • Hallo Volker,

    Ja, das mit dem eigentlichen Maßstab ist mir bekannt. Ich finde nur, dass die KÖF im maßstab 1:7,8 etwas zu klein ist. Ich habe gehört gehabt, dass auch bis zu 1:5 gängig ist, da halt dann nicht mit exakter Maßstabstreue im Fahrwerk.
    Mein Kriterium war auch, dass ich auf gängigen Anlagen fahren kann und das ist nunmal 7 1/4 und nicht so sehr die spur 10…

    Ein motor für einen Freischneider ist aber tatsächlich eine recht gute Idee. Danke dir dafür. Ich komme darauf zurück, wenn sonst nichts passt.

    Vielen Dank und viele Grüße,

    Lennart

  • Hallo Lennart,

    dann bau lieber in 1:5,43 bzw 1:5,5. Das wäre dann eine Köf auf 1000mm Schmalspur mit Mittelpuffer. Als Köf3 zwar ungewöhnlich aber als Köf2 gab/gibt es dies bei den Harzer Schmalspurbahnen. Setzt dann aber entsprechende Lackierung und Beschriftung voraus um Glaubhaft zu sein.

    Habe über 10 Köf3 in 7,25 Zoll eines befreundeten Modellbauers elektrisch ausgerüstet. Selbst in 1:8 ist die fahrfertig über 70kg schwer. Das hebt man nicht mehr allein.

    Ein richtig geiles Antriebskonzept ist ein Honda 4-Takter mit 4 PS (z.B. GX120) und ein Eaton 700 Hydrostat. Zum Anfahren erst die Motordrehzahl anheben und dann den Hydrostat füllen. Mit so etwas zu fahren macht richtig Laune.

    Volker

  • Das wäre eine Überlegung wert. Meine eigentliche Idee war zwar, das ding in DB rot zu lackieren aber das orange sieht natürlich auch nicht so schlecht aus :/

    Der Mittelpuffer ist dann ja mit doppelter Schraubkupplung wenn ich das richtig verstanden habe. Wie ist das dann mit möglichen anderen Wägen kompatibel? Wahrscheinlich nicht auf dem direkten wege?

    Wäre das problematisch, sie trotzdem in 1:5 zu bauen, dann aber als schmalspurlok zu konzipieren optisch? Die Räder bzw. das gesamte Fahrwerk sieht man bei der KÖF doch eh nicht besonders gut.
    Wieso nicht als normalspur optisch lassen und das Fahrwerk entsprechend halt anpassen?


    Das mit dem Honda und dem Eaton klingt ziemlich gut. Wenn mein Budget das hergibt würde ich das am liebsten machen. Scheint zuverlässig zu laufen und spaß zu machen :)

    Viele Grüße Lennart

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Lennart,

    mit dem Maßstab kann man durchaus etwas spielen. Allerdings betrifft es nicht nur den Rahmen und die Achsen. Auch die Pufferhöhen und -abstände, sowie die Hakenhöhe. Das wird die Optik also durchaus stören.. denn die Puffer werden dann sehr schmal aussehen. Ich würde daher lieber keine Maßstabsdurchmischung machen, aber das kannst du ja auch einfach im CAD prüfen. Vielleicht hast du uns mal ein Bild deiner Konstruktion, dann sieht man das ja schnell.

    Ich würde den Weg von Volker einschlagen. Also HSB Köf mit Mittelpuffer. Und wieso dann nicht gleich einen HSB Personenwagen als Sitzwagen?

    lg Jonas

  • Gibt es dazu irgendeine Norm, wie die Puffer zu platzieren sind bzw. die Kupplung? In den NEM normen habe ich dazu nichts gefunden.

    Vielen Dank für den Tipp euch beiden, ich teste das mal durch. Anders skalieren kann ich dann ja immernoch, ist ja nur CAD

  • Hallo Lennart,

    es gibt nur eine allgemeine Empfehlung in den Standarts des DBC-D. Dort steht dass die Mitte der Mittelpufferkupplung 100 - 150mm über SOK liegt.
    Dies ist nur eine allgemeine Empfehlung da Bahnspezifisch. Du müsstest dich an den Vorbildmaßen der HSB orientieren.

    Volker

  • Wie ist das dann mit der Kompatibilität des Mittelpuffers mit anderen Wägen?

    Welcher Stahl für den Rahmen und die Puffer?

    Gibt es fertige Bauteile für die Puffer oder sollte ich die selbst konstruieren und fertigen?

    • Offizieller Beitrag

    Hi,

    die Frage zum Material ist ganz einfach zu beantworten.. im Bezug auf jedes Teil. Reicht dir bei Stahl die Festigkeit von S235? Wenn ja, dann nimm das, wenn nein.. dann nimm ein Material mit höherer Festigkeit. Beim Rahmen, Puffer usw. nutzen fast alle einfach S235, da die Bauteile nicht hoch belastet werden.

    Bei Mittelpuffern gibt es keine Norm. Auch bei Vorbild gibt es hier ja viele verschiedene System. Ein Adapter ist schnell gefertigt.

    Für 7,25 Zoll gibt es kaum noch Hersteller. Hier findest du eine Herstellerliste im Forum: Lieferanten

    lg Jonas

  • Hallo Lennart,

    obwohl viele Fahrzeuge mit Mittelpufferkupplung eine außen- oder innenliegenden Balancierkupplung haben sehen viele Modellbahner, wie es es auch in der Realität existiert, im Mittelpuffer einen waagrechten Schlitz vor in den ein Kuppeleisen mit Bolzen hinter der Pufferplatte befestigt wird. Dadurch ergibt sich beim Fahren ein "starres" Verhalten zwischen den einzelnen Wagen und Lok.

    Volker