Bauplan für Motor-Drehgestell 5 Zoll

  • Hallo Jan,

    was CAD-Programme angeht, sind die meisten am Anfang etwas ungewohnt – aber das Üben lohnt sich! Wenn du einmal eines richtig beherrschst, fällt dir der Umstieg auf ein anderes meist nicht mehr so schwer.

    Jeder hat mal angefangen.

    Ich empfehle dir, zunächst die Tutorials in Fusion zu machen. Auf YouTube findest du außerdem reichlich zusätzliche Anleitungen.

    Andere Programme, mit denen ich schon gearbeitet habe, sind zum Beispiel Inventor. Es ist recht ähnlich zu Fusion, da beide Programme angeblich eines Tages zusammengeführt werden sollen. Inventor kostet allerdings für die private Nutzung rund 2750 €. Dann gibt’s noch SolidWorks (ca. 50 € pro Jahr). Dort arbeitet man stärker mit Abhängigkeiten, was es gerade für den Einstieg teilweise etwas unübersichtlich machen kann – zumindest im Vergleich zu Fusion.

    CAD-Programme sind aber letztlich auch Geschmackssache, und jedes hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Du kannst dir im Internet ruhig selbst einen Überblick verschaffen, um herauszufinden, was am besten zu dir passt.

    Allen, denen ich bisher CAD nähergebracht habe, kamen mit Inventor und Fusion am besten zurecht. Ich würde dir außerdem raten, vielleicht nicht direkt mit Eisenbahnteilen zu starten. Am Anfang hat man oft einen hohen Anspruch an sich selbst und neigt dazu, zu verkopft an die Sache heranzugehen. Außerdem bleiben anfangs meist noch viele Fragen zum Gesamtprojekt offen, sodass geführte Tutorials erstmal einfacher und motivierender sind.

    Viele Grüße

    Felix

  • Hallo, Felix,

    Danke dafür, dann ich ja auf dem richtigen Weg.

    Ich habe mir in den Kopf gesetzt, ein Chassis zu bauen, das ordentlich was hermacht: dieser Brummer der Franzosen, die CC72000.

    An und für sich sollte die Haube zu handeln sein, aber Fusion macht nicht mal Strg X und Strg V.

    Ich habe mir ein Bild mit einer (mäßig aufgelösten) Zeichnung in den Hintergrund gelegt und mal losgezeichnet. Die "gebrochene Nase" wollte ich mit Flanschen einzeichnen.

    Ich stelle aber fest, dass ich einen Gedankenfehler gemacht habe, denn wenn man den Bereich der Nase für das Lasern aufklappt, liegen die Blechteile sozusagen übereinander, so einfach wie ich es mir dachte ist es also nicht.

    Hmpf.


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  • Hallo Jan,
    Fusion 360 ist noch vergleichsweise einfach. Da ist Solid Works ein ganz anderes Kaliber.

    Es gibt nur sehr wenige Zeichnungssätze für unser Hobby. Meist existieren nur 3 Seiten Ansichten. Da ist schon Eigeninitiative gefordert.
    Für das Erstellen von Laserdateien (.dxf) reicht auch ein 2d-CAD Programm.
    Du kannst auch, so wie man es früher gemacht hat erst einmal alles mit Lineal, Zirkel und Bleistift skizzieren und zeichnen.
    Man muss sich halt einfach die Mühe machen und Infos im Netz recherchieren.
    Die wichtigsten Daten für die Drehgestelle der CC72000 habe ich in einer Stunde gefunden. Übrigens sind nur die Endachsen angetrieben. Mittelachse läuft leer.
    Der einfachste Weg für deine CC72000 Drehgestelle wäre 2 Warship 42 Drehgestelle mit einer neuen Bodenplatte zu versehen und eine nicht angetriebene Mittelachse einzufügen wenn da nicht das Problem mit dem Raddurchmesser wäre. Die Class 42 müsste 90mm Radscheiben haben die CC72000 erfordert 103mm. Mit 90er Radscheiben sieht die CC72000 wie eine Karikatur aus.

    Was auch sehr oft hilft sind Modelle in H0 oder N die man für die Konstruktin zu Rate ziehen kann. Für die CC72000 gibt es die auf ebäh für 30€.
    Die Nase als Blechteil? Geschickt aufgelöst ist das ein ein Rechteck mit je 3 "Zähnen" am Ende. Stirnseitig sind es 2 Blechkantungen zwischen den "Zähnen, Knackpunkt ist die Verrundung der "Zähne" so zur Seitenwand dass diese nach dem Biegen über die Rundung genau so zusammenstoßen dass sich die Seitenwand der Nase ergibt die dann verschweißt wird.
    Zur Visualisierung hilft es oft so etwas aus Papier zu falten und dann aufzuklappen.
    Ich würde dieses Teil als 3D drucken, auch beim Vorbild sieht man die senkrechte Trennkannte zwischen Nase und Führerstand. Link für eine stl-Datei hast du. Kosten von <1€ für den Download bezahlbar. Mittlerweile gibt es dort auch 3D-daten für die Puffer. Die Darstellung liefert genaue Infos über die Ausführung und auch das Mittelteil des Dachs für eine CC72000, es gab eine mit geänderter Dachpatzie ist vorhanden.

    Volker

  • Hallo Jan,
    so ein Projekt bringt Herausforderungen mit sich, aber da haben ja unsere Hobbykollegen genug gesagt. Ich kann dir raten: Fang erstmal an das Konstruieren zu lernen mit einfachen Formen. Wenn dann noch Fragen aufkommen frag doch jemanden der dir Live am Programm vor Ort helfen kann. Sicherlich findet sich der eine oder andere im LokPark, wenn nicht sogar auch ich:S. Bin ja auch LokPark Mitglied. Aber zum schluss nochmal gesagt, ein schönes Vorbild.

    Grüße aus dem verschneiten Braunschweiger Umland!

  • Außerdem habe ich mit Fusion versucht zu kooperieren, aber das Programm ist alles andere als benutzerfreundlich.

    Irgendwelche Tipps für Zeichnungen und 3D?

    Dankesehr!

    Hallo Jan,

    Ich kann Felix und Volker nur zustimmen. Fusion 360 ist auch meiner Meinung nach das benutzerfreundlicherer und einfachere CAD Programm. Und ich habe auf einigen gearbeitet bzw. mich darin versucht.

    Ich arbeite jetzt seit 10 Jahren fast täglich und dann meist mehrere Stunden im CAD, und lerne Tag täglich und immer wieder andere workflows, neue Funktionen die dazu kommen, finde alte Funktionen die ich noch nie gebraucht habe, und habe noch immer das Gefühl nur "an der Oberfläche" zu kratzen. Bei manchen Programmen fängst du fast von vorne an wenn eine neue Version kommt. Die Umstellung von Solid Edge und Solid Works auf Rhino war für mich irgendwie ziemlich hart, aber da war ich damals einfach "zu stur". Mit Creo bzw. Pro/Engineer und CATIA bin ich nie wirklich warm geworden.

    Fusion läuft bei mir nebenbei für gewisse Sachen einfach mit, hat sich über die Jahre solide weiterentwickelt, und ich finde es wird immer besser und "intuitiver".

    Ich glaube ich habe es hier schon mal wo erwähnt.
    Meine Freundin hatte keine Vorbildung bezüglich CAD, aber halt mit anderen Programmen im grafischen Bereich. In zwei Tagen hat sie nur mit YouTube-Tutorials gelernt etwas in Fusion zu konstruieren und schon am dritten Tag im 3D-Drucker ausgedruckt.
    Dann hat sie ihr Projekt komplett selbständig im Fusion gezeichnet, die Werkzeugpfade erstellt und dann die Teile weitgehend selbstständig auf meiner kleinen CNC-Fräse gefräst.
    Das ganze in einer Woche (bei einem 12-14 Stunden Tag).

    Glaube nicht, dass das in einem anderen Program möglich ist.

    Ich habe mir immer am leichtesten getan am Anfang wirklich "stupide" die Tutorials 1:1 "nachzuarbeiten", und erst gar nicht mit einem eigenen Projekt zu starten. Quasi wie in der Schule bei den ersten Schritten.
    Und, falls du in Englisch fit bist, stell die Benutzeroberfläche auf Englisch und arbeite auf Englisch. Du findest viel mehr und bessere Tutorials auf Englisch. Und auf Englisch sind sich meistens auch die Funktionen programübergreifend in der Benennung ähnlicher wie im Deutschen, welche manchmal übersetzt gar keinen Sinn machen.

  • Hallo Jan,

    mir wurde in meinen Anfängen mit 3D-Druck Fusion empfohlen, und nachdem ich später (wenn auch nur indirekt) andere Programme und deren Nachteile kennen gelernt habe, kann ich es nur weiterempfehlen. Es setzt allerdings technisches Denkvermögen und systematisches Vorgehen voraus, und anfangs auch viel Geduld . Als wesentliche Vorteile sehe ich:

    1. Zeitleiste, in der alle einzelnen "Operationen" als einzelne Ikonen abgespeichert werden, die du später einfach aufklicken und ändern kannst - Skizzen ändern, Dimensionen diverser Einzelschritte ändern (Extrusionen, Rundungen - es gibt Unmengen davon).
    2. Projektionen: Das ist die Möglichkeit, Teile miteinander zu verknüpfen - du projizierst z.B. eine Kante des Teils A in die Skizze des daran anbindenen Teils B. Änderst du später das Teil A (verschiebst z.B. die Kante), überträgt sich die Änderung automatisch auf Teil B (natürlich musst du dann prüfen, ob Teil B dann noch korrekt erstellt werden kann). Dieses Tool erleichtert spätere Änderungen, soweit man es von Anfang an konsequent verwendet.

    Diese Möglichkeiten vereinfachen die Arbeit ungemein - schließlich sind wir keine professionellen Konstrukteure, die z.B. ein ganzes Drehgestell schon im Voraus im Kopf haben und dann nur aufs Papier werfen, sondern ändern andauernd etwas, tasten uns an das "Produkt" schrittweise heran.

    Zum Lernen empfehle ich immer die Videos von Lars Christensen - er ist etwas geschwätzig und wiederholt Sachen ab und zu, wählt und erklärt jedoch immer die richtige Vorgehensweise (im Gegensatz zu vielen anderen, die oft Stuss verzapfen). Zieh dir für den Anfang die Serie "Tutorial for Absolute Beginners" ein.

    Gruß

    Kristian

  • Schade, das du deine Werke hinter der Bezahlschranke Facebook versteckst.

    Hallo Thomas,
    es ist mir bewust, dass Facebook nicht jedermanns Sache ist, allerdings ist das für mich eine Möglichkeit, ohne großen Aufwand und dazu noch kostenlos eine "Webseite" zu betreiben. Für eine richtige Webseite fehlt mir sowohl die Zeit, als auch die Lust...da nutze ich die Zeit lieber in der Werkstatt.

    Welches CAD Programm nutzt Du? Ich habe es mit Fusion versucht, aber das ist sperrig wie ein Bügelbrett.

    Hallo Jan,
    ich benutze SolidWorks, da das mittlerweile mein Favorit unter den CAD Programmen ist. Im Laufe der Jahre habe ich etliche CAD Tolls kennengelernt, u.a. Catia, NX , Inventor, Bocad, Auto Cad, SolidEdge und auch Fusion. Im Prinzip bringen dich alle dieses Programme zum Ziel, nur ohne entsprechende Einarbeitung und Übung ( egal welches Programm) wird es leider nichts!

    Wenn ich dir ein Programm empfehlen sollte, würde ich dir zu Fusion oder Solid Works raten, da es bei diesen Programmen eine recht große Comunity im Internet gibt und man bei Problemen viel Hilfestellung, z.B. über youtube findet.
    Außerdem würde ich dir raten, erstmal Abstand vom Bau einer so großen Lok zu nehmen. Deine Lok benötigt später auch einen Bedienwagen....fange doch erstmal damit an. So kannst du an einem relativ einfachen Modell (CAD) Erfahrung sammeln.

    Viele Grüße

    Uli

    Einmal editiert, zuletzt von Uli (11. Januar 2026 um 08:01)

  • Hallo Skyscrapers,

    Zeichnungen und eine Bauanleitung findest Du in der Zeitschrift "Gartenbahnen". Dort wird u.a. in der Ausgabe 3/25 die Bauanleitung für ein Drehgestell angeboten, welches ganz einfach, oder mit Motor oder mit Motor und Bremsen gebaut werden kann. Es sind auch die Dateien für das Laserschneiden der Einzelteile dabei. Du brauchst also kein CAD-Programm zum Bau des Drehgestells.

    Joachim

  • Hallo,

    könnt Ihr mit auf der Suche nach Bauplänen oder Berichten etc. zu einem Motor-Drehgestell helfen ?

    Dankesehr,

    VG, Jan

    Hallo, die Motordrehgestelle bei Maxitrak (Maidstone Engineering) sind seit 5 Monaten ausverkauft da ich 8 Stück auf einmal gekauft habe. Auf Anfrage wurde mir aber bestätigt das die Teile demnächst wieder am Lager sind. LG

  • Hallo, Ulli, hm, vielleicht könntest Du das in andere Form bringen -- Deine Berichte sind großartig!

    Welches CAD Programm nutzt Du? Ich habe es mit Fusion versucht, aber das ist sperrig wie ein Bügelbrett.

    VG

    Hallo, ich benutze LibreCAD. Für einen Einsteiger mehr als genial. Das wirklich einzigste was fehlt ist ein Icon zur einfachen Darstellung von Gewinden. Aber sonst genial einfach.