Vom Schluss her Angefangen

  • Bevor wir mit dem eigentlichen Bericht beginnen, möchte ich kurz den Werdegang erklären, wie es zum jetzigen Punkt gekommen ist:


    Als Mensch, der zuvor kaum her wirkliche Erfahrung im Echtdampf- bzw. generell im Modellbauwesen erlangt hatte, habe ich eins über die drei Jahre meiner Teilnahme an diesem Hobby gelernt: Ich hab irgendwie vom falschen Ende her begonnen ^^'


    Normalerweise beginnt man doch mit irgend einer Art fundiertem Vorwissen, jedoch muss ich wahrhaft eingestehen, ich hatte keine dergleichen. Ich wusste nichts vom Gleisbau oder dem Bau von Rollmaterial jeglicher Art, hatte keinen direkten Kontakt zu Besitzern von Miniaturbahnen (Zumindest war das mein damaliger Wissensstand), und ich hatte keine Werkstatt, Anlage in der Nähe oder sonstiges, das mich dem Hobby näher brachte. Nur einen Wunsch: Eine Dampflok besitzen.


    Zurückblickend hätte ich da wahrlich anders an die Sache heran gehen sollen. Mit meinem Mangel an Wissen eher das Fachgespräch mit Forumsmitglieder suchen sollen. Stattdessen orderte ich mir bei Maxitrak in England eine 1'B Heißdampflok in 7 1/4 Zoll Spur. Und damit kam der Stein ins Rollen.


    Ich lernte in der Zeit, wo ich auf die Auslieferung meiner kleinen Dame wartete, das Schweißen, bzw. das zusammenheften von Metal mittels Schweißgerät in einer Art die wahrscheinlich jeden gelernten Arbeiter zur mittleren Krise führen würde, aber die Hauptsache war, es hielt. Ich tratt diesem Forum bei, mir durch das erlesen der Beiträge Wissen anzueignen, und Möglichkeiten des Fahrzeugbaus zu finden, aber all dies Wissen endete bei einem Hauptproblem: Mit weniger als 150 Quadratmeter Wohnfläche, ist nicht viel zu machen. Im Herzen Thüringens erst recht nicht, und vor allem, nicht ohne passenden fahrbaren Untersatz!

    Die Wahl fiel also auf eine "Wanderbahn", eine Ortsunabhängige Strecke, die ich aufbauen könnte, wo man mir erlaubt zu bauen und zu fahren. Ein, für den Anfang, adquates Fahrzeug wurde beschaffen, und, nachdem meine kleine Dame endlich eingetroffen war, gingen die ersten Einsätze los. Schon bald jedoch, lehrte mich die Erfahrung mehrere Lektionen:

    1. Mein Wissen im Bezug auf die Reparatur einer in England gebauten Innensteuerungsmaschine mit mehrheitlich Zölligen Maßen war deutlich begrenzt

    2. Meine Werkstattkapazitäten waren mit "Dürftig" noch deutlich wohlwollend beschrieben

    3. Obgleich die "Wanderbahn" die freuden der Echtdampfbahn in viele Ecken des Thüringer Beckens brachte, so war der Wunsch nach einer Dauerhaften Anlage doch ungebrochen, allein schon deswegen weil die 45-60 Minuten Aufbauzeit, je nach Ort und Untergrund, doch etwas belastend sein könnten.


    Wobei wir nun endlich beim eigentlichen Punkt und Grund für diesen neuen Forumseintrag wären!

    Nach knapp zwei Jahren Suche, fanden wir ein wunderbar passendes Haus, welches für unsere Zwecke durchaus passend sein würde. Kurz vor Weihnachten 2025 konnten wir den Kaufvertrag unterzeichnen und seit Februar 2026 sind wir im Apoldaer Vorort Herressen ansässig.

    Seitdem sind nun gut 3 Monate vergangen, das Wetter wurde besser und man konnte endlich wahre Arbeit im Garten verrichten. Sprich: Die Vorbereitungen für die ortsfeste, dauerhafte 7 1/4 Zoll Bahn konnten beginnen!

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    Zunächst ging es an die existierende Materie. Zwei alte Hochbeete standen dem künftigen Streckenverlauf im Weg. Das erste, im oberen Bild zu sehen, wurde mit relativ wenig Arbeit dem Erdboden gleich gemacht. Die noch vorhandene Erde wurde gleich zur ersten Auffüllung des "Grabens", welcher den hinteren Teil des Gartens bildet, verwendet.

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    Das zweite Hochbeet war aus einem wahrlich anderen Holz geschnitzt. Genauer gesagt, aus alten Bahnschwellen gebaut. Doch auch diesem wurde in kräftiger Zusammenarbeit von mir (Links im Bild) und meinem Vater (Rechts im Bild) zur Leibe gerückt. Die größten Blockadepunkte waren damit beseitigt. Die Bahnschwellen, die nicht schon zu Erde verfault waren, wurden gleich dem nächsten Zweck zugeführt, dem Bau der nördlichen Begrenzung des aufzufüllenden "Grabens".


    Die Vorbereitungen des Gleisbaus waren somit so gut wie abgeschlossen, bis auf das wichtigste: Die Nivellierung des Geländes selbst. Trotz der recht günstigen Position des Geländes, ist das Gefälle in nördlicher Richtung doch recht deutlich. Der vorher schon angesprochene "Graben", sowie ein doch ziemlich heftiger Absatz auf dem Weg durch den Garten zur Grundstücksgrenze verstärken das Problem nur noch mehr. Der Garten selbst ist ebenfalls recht uneben, so dass meine Mutter doch ihre Probleme hat, gefahrlos durch diesen zu laufen, ohne das Risiko einzugehen, umzuknicken.

    Die Entscheidung fiel darauf, den Garten in gänze zu begradigen. Mit hilfe eines Minibaggers soll in den nächsten Wochen die erhöhte Seite im Süden abgetragen, und im Norden im "Graben" verteilt werden, um diesen auf das Niveau des restlichen Gartens zu heben. Da bis zu diesem Zeitpunkt der genaue Streckenverlauf allerdings nur wage zu schätzen gewesen war (Der Originale Plan, mit den 6m Radius Gleisen, welche ich auch bis Dato mit meiner "Wanderbahn" nutze, wurde verworfen, als ich durch gute Fügung in den Besitz von etwas über 100m Gleis mit 4m Radius kam), war es Grund genug, die schon seit mehreren Monaten gelagerten Gleisjochen endlich in Position zu bringen.

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    Das Ergebnis sieht man im Bild oben: Ein... tja, wie genau nennt man nun diese Form? Oval, im weitesten Sinne, würde ich sagen. Im Westlichen Teil der Strecke (Im Bild oben), ist eine der beiden mitgelieferten Weichen geplant. Das davon abgehende Abstellgleis soll dem dortigen Holzlager, sowie Misthaufen dienen. Der Hintergedanke für die Bahn war und bleibt immer die einer Fahrstrecke zur persönlichen Erheiterung (Sowie der Erheiterung der Gemeinde), aber auch die einer nutzbringenden Bahn für die Arbeiten in und um den Garten. Im Bild links ist die zweite Weiche zu erkennen. Diese zweigt von der Hauptstrecke ab, und verschwindet in Richtung des erst kürzlich errichteten Gartenschuppens, welcher in der Zukunft einen Anbau mit Lokremise bekommen wird.

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    Besagter Gartenschuppen. Der genaue Gleisplan ist noch in der Debattenphase. Ich persönlich würde ihn am liebsten vom Blickwinkel rechts des Schuppens haben, mein Vater ist der Meinung, links davon wäre eine bessere Position, obgleich dafür noch ein Baum gefällt werden müsste. In dieser Hinsicht bleibt dieser Bauabschnitt noch recht spannend.

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    Letztlich noch zwei Bilder, die einen gewissen Einblick auf die jetzige Höhenlage der Gleise und des noch existierenden Weges geben.


    Innerhalb von drei Monaten hat sich auf unserem Grundstück viel getan. Mein Vater ist wahrlich überrascht, wie weit wir wirklich bis jetzt gekommen sind, er hatte mit so viel Fortschritt in so kurzer Zeit wahrlich kaum gerechnet. Ich bin ebenfalls überrascht, jedoch reichlich positiv, dass ich es trotz meiner Arbeit als Lokführer bei DB Cargo geschafft habe, so viel mitzuhelfen ^^' Ich hoffe, dass die letzten drei Monate nicht nur ein kurzer Sprint im Vergleich zum verbliebenen Marathon darstellten. Es gibt noch reichlich zu tun, bevor der erste Zug auf unserer kleinen Bahn fahren wird. Auf jeden Fall werde ich von nun an versuchen, so oft wie möglich die Fortschritte beim Bau unserer Bahn hier zu teilen. Wer weiß, vielleicht haben wir beim nächsten Baubericht bereits einen Namen zu vermelden? ^^

  • Gratuliere zur eigenen Feldbahn.

    Bei den 4m Radien würde ich vielleicht für die Wagen Radsätze mit Lagern in den Rädern empfehlen und ganz kurze Radstände in den Drehgestellen.

    Die Steigung, wenns geht nicht in den Bögen.

    Hab ebenfalls 6m Radien und 25-30 Promille Steigung. Privat ganz interessant, aber für Publikumsbetrieb nicht zu empfehlen, da viel Verschleiß.

    Schöne Grüße, Herbert

  • Hallo,

    solange die Steigung in der Geraden ist bleibt der Verschleiß auch bei Publikumsbetrieb in Grenzen. Setzt naürlich korrekte Radsatzgeometrie und Schienen voraus.

    Bei meinem Verein haben wir in den Drehgestellen der Personenbeföderungswagen kugelgelagerte Räder. Da haben wir seit 25 jahren kein einziges Rad ersetzen müssen.

    Volker

  • Danke für die Warnung/Tipps! Wie bereits geschrieben, die Strecke wird am Ende zum Großteil ebenerdig werden, mit recht minimalem Gefälle. Wenn die Nivellierung abgeschlossen ist und die Gleise liegen, wir mit der Batterielok und einem Wagen eh erstmal eine Probefahrt gemacht, um zu testen, ob auch alles wie erhofft passt.

    Bei den 4m Radien würde ich vielleicht für die Wagen Radsätze mit Lagern in den Rädern empfehlen und ganz kurze Radstände in den Drehgestellen.


    Was wäre in diesem Kontext "Ganz kurze Radstände"? Nur damit ich an meinem vorhandenen Rollmaterial mal kontrollieren kann, wie sehr ich noch im Rahmen des möglichen bin?

  • Hallo Lukas,

    damit eine Führung eines Drehgestells möglich ist muss der Achsabstand größer als die Spurweite sein. Also bei 7,25 Zoll mindestens 200mm.
    Die auf meinen Plänen basierenden Drehgestelle mehrerer Anwender, auch Vereine, haben einen Achsstand von 210mm und laufen absolut entgleisungssicher.

    Volker

  • So, nach mehr als genug realem Irrsinn, endlich wieder Zeit, ein wenig vom Baufortschritt zu berichten!


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    Da das Wetter in den folgenden Wochen nach dem letzten Bauberichtes kaum den Einsatz von schwererem Gerät erlaubten (Zumindest ohne die angrenzenden Pflanzwelten zu stark in Mitleidenschaft zu ziehen), ging es erst ende Mai wieder weiter. Der Bagger tat sein Werk in wenigen Stunden und mit großem Fortschritt, die Grundfläche war endlich auf passende Ebene gezogen. Oder, zumindest so gut wie. Es fehlen bis jetzt noch immer einige Meter Erde, am östlichen Grundstücksrand (Im Bild oben). Dies soll mit einigen Tonnen Erde noch entgültig auf den passenden Höhenstand gebracht werden, die Lieferung soll morgen erfolgen. Ich hoffe, das Wetter spielt lang genug mit, um alles an Ort und Stelle zu bringen...


    Der Ergeiz packt einen jedoch unermüdlich, vor allem nach einer Nachtschicht mit kaum etwas zu tun. Also, Kreuzhacke, Spaten, Schaufel und Schubkarren gepackt, und ran geht es an die Bettungsvorbereitung!

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    1 1/2 Stunden im schwühlwarmen Wetter gehen schnell rum, mit leider doch recht wenig Fortschritt. Ein paar Meter konnte ich zumindest schon mit dem alten Kiesbett, der früher den Weg durch den Garten bereitet hatte, ebenen (Auch wenn mehr Erde als Schotter im mancher Schaufelladung war...). Es wird wahrlich Zeit, einen ordentlichen, sauberen Schwung Schotter zu holen, um die Schotterbettung, die dann wirklich zwischen den Schwellen zu sehen ist, zu verwirklichen.


    Eine Korrektur muss ich jedoch einfügen: Es gab nicht "Nichts" zu tun, neben dem Gleisbau. Die Wartung meiner Dampflok nach zwei Fahrtagen hat gut Zeit eingenommen, aber dennoch hatten wir Zeit finden können, uns an ein kleines Herzensprojekt zu wagen:

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    Und "Wagen" ist auch der passende Ausdruck, denn es ist ein Wagen! Oder, genauer gesagt, wir es einer. Auf Basis von Feldbahnfahrzeugen soll, quasi als Theoriebestätigung, dieser kleine Wagen demnächst als Grundlage für weitere Fahrzeuge gleicher Grundbauform entstehen. Geplant ist ein "Einheitchassis", auf welchem verschiedene Aufbauten realisiert werden können. Geplant sind, für den Anfang: Ein simpler Flachwagen, eine Kipplore, sowie ein sogenannter "Bobber" Güterzugbegleitwagen Amerikanischer Bauart, als Abschlussfahrzeug für meine reguläre Zuggarnitur. Wie im Bild zu erkennen sind Rahmen und Achslager bereits montiert. Sobald die Räder demnächst eintreffen, werden die Achsen fertiggestellt und montiert.


    So weit der Stand der Dinge in Herressen.

  • Nach ein paar weiteren Tages des Schweigens, ein neuer Eintrag meinerseits:

    Wie bereits im vorangegangenen Bericht genannt, kam gut drei Tonnen Erde am Folgetag bei uns an.


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    So ein leichter Berg in der Einfahrt macht sich jedoch weniger gut, daher wurde fix mal das Lied "16 Tons" angestimmt, und binnen einer Stunde mit Schaufel und Schubkarre der Berg auf die aufzuschüttende Fläche verlagert.

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    Der große Witz: Keine 10 Minuten nach Beendigung des Transfers begann es wie aus Eimern zu Regnen. Manchmal bedarf es doch ein Fünkchen Glückes xD


    Darauf folgten mehrere Wochen ausgiebiger Schichtarbeit, bis letzte Woche, wo ich zum 1150-Jährigen Jubiläum unseres Ortes meine Kleinbahn als Attraktion aufbauen, und mich so auch gleich im Dorf "Vorstellen" durfte. Leider war es der Hitzewelle geschuldet, dass der Dampflokeinsatz ausblieb, man wollte ja doch hinterher noch ein paar der Bäume stehen sehen, und das Risiko eines Waldbrandes war doch zu groß in den Augen der Veranstalter, als einem lieb gewesen wäre.

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    Letztlich konnte ich, zusammen mit meinem Vater, endlich den Gleisbau im eigenen Garten antreten. Das Wetter, auch wenn etwas windig, war perfekt, und so konnten wir ein Viertel der Kernstrecke ausschachten, mit Geotextil auskleiden, mit einer Fuhre Altkies als Grundschotterung versehen, und die Gleise verschrauben.

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    Sobald die gesamte Strecke in ihrer Grundsubstanz fertig ist, wird mit einer frischen Ladung Schotter das entgültige Gleisbett geschottert. Wir gehen von zwei bis drei weiteren Tagen aus, dann sollte alles bereit sein für eine erste Testfahrt. Wer weiß, vielleicht gibt es zum nächsten Baubericht bereits Fotos vom Rollmaterial auf der Strecke?

  • Hi Lukas,

    Du bist ja mächtig aktiv was den Gleisbau betrifft. Ich hoffe, Du kannst mir mal die Gelegenheit geben, Deine Anlage vor Ort zu besichtigen.

    Was mich mal interessieren würde, die Du den Schotter stopfst. In Droyßig verdrücken sich meist alle, wen es darum geht und deshalb blibt das häufig an mir hängen. Ich verwende dann zum Stopfen eine normale Stopfhacke aus DR-Zeiten. Aber da ist meine Kondition natürlich längst nicht mehr so, dass ich da 100 m Gleis am Stück stopfen kann. Von daher mal meine Frage zu Deiner Methode.

    Gruß

    Joschi

    Mit "eigentlich" fängt eine Lüge an!

  • Guten Morgen Jürgen!

    Das mit dem besichtigen wird kein Problem sein, jeder ist jederzeit willkommen, mal vorbeizuschauen! Der Spaß einer Kleinbahn wird doch umso größer, je mehr Leute daran teilhaben! ^^

    Schotter stopfen... Ich muss ganz ehrlich sein, der Gleisbau im gesamten ist für mich absolutes Neuland, deshalb mache ich das im Grunde "Frei der Nase nach", und hoffe, dass es einigermaßen richtig wird ^^'

    Das verlegen der Gleise geht immer mach dem gleichen Schema bei mir ab: Erst wird ausgelegt, dann mittels Hake links und rechts der Joche eine Begrenzungsfurche gezogen, die Joche wird wieder entfernt, mit Schaufel und Spaten ein wenig Erde ausgehoben, Geotextil eingesetzt, dann kommen ein paar Schaufeln Schotter drauf zur Befestigung, dann ein paar weitere Schaufeln, damit ein Grundbett an Schotter vorhanden ist, dann wird die Joche wieder eingelegt, mit der vorherigen verschraubt, und mit Wasserwaage geprüft, ob das Gleis einigermaßen eben liegt. Wenn nicht, kommt mit einer kleinen Kohlenschaufel noch ein wenig Schotter gezielt unter die Ecken wo es fehlt, und dann geht es zur nächsten Joche, wo das Spiel sich wiederholt.

    Wenn die ganze Strecke fertig ist, kommt dann der finale Schottergang, dann mit frischem Schotter und nicht mit dem Altmaterial, das wir zuvor aus dem Boden hier gefischt haben. Wie wir da dann den Schotter genau unter das Gleisbett füttern wird sich wahrscheinlich dann beim Bau selbst zeigen ^^'

  • Hallo Lukas,
    Du hast schon mal das gemacht, was ich auf einer gewissen Strecke im Sachsen-Anhaltinischen schmerzlich vermisste: Erst mal einen Graben mit Schotter verfüllt und da die Gleisjoche draufgelegt. Allerdings solltest Ihr mit einem Stampfer vorher das Ganze verfestigen, damit die dichteste Packung entsteht und es vermindert das Risiko des Absackens. So braucht man weniger nachstopfen. Bei 7 1/4" ist eine Stopfhacke natürlich der Overkill, da würde ich den Kopf eines 500g-Hammers an einen längeren Stiel machen. Aber damit 'festklopfen' rund um und in den Zwischenräumen ist essentiell.

    Sagt einer, der mit und ohne Joschi die Stopfhacke geschwungen hat.

    Gruß vom Heizer

  • Bei 7 1/4" ist eine Stopfhacke natürlich der Overkill, da würde ich den Kopf eines 500g-Hammers an einen längeren Stiel machen. Aber damit 'festklopfen' rund um und in den Zwischenräumen ist essentiell.

    Moin!
    Hier mein Tipp bei 5"; Gleisstopfzange.
    Sollte bei 7½" auch gehen.
    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Diesmal etwas schneller als gedacht, kommt auch schon der neue Baubericht:

    Was macht der Mensch, wenn er einen einzigen Tag in der Woche frei bekommen hat? Richtig, er vollendet seine "Kreisbahn" ^^


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    Der Weiterbau gestaltete sich als deutlich leichter als der Anfang. Wo vorher noch starke Einschnitte gemacht werden mussten, um die Gleise zu verlegen, konnten wir dieses mal direkt mit Geotextil und Schotterschicht anfangen. Von der Anschlussweiche Komposthaufen/Zukünftige Schüttgutverladestelle, ging es schnell die Strecke hinunter.


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    Die Abzweigweiche zum Gartenschuppen war innerhalb von 60 Minuten erreicht.


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    Der letzte anzupassende Abschnitt. Hierfür mussten wir einige fertige Gleisjoche einkürzen und anpassen. Aber auch dieser kleine Abschnitt sollte uns nur kurzzeitig ausbremsen, und schließlich konnten wir die letzte Schraube festziehen.


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    Die Strecke in Endzustand, verschraubt und zumindest mit Grundschotterung versehen. Endlich war der Zeitpunkt einer Rollprobe gekommen!

    ...Und schnell stellte sich heraus, dass etwas nicht ganz passte. Im Graden war alles perfekt. In den Kurven sprang der Wagen konstant zwischen die Gleise. Einmal Messen mit Zollstock ergab die Bestätigung auf die Vermutung: In den Kurven ist ein Gleisabstand von 19cm. Wahrscheinlich, damit die vorher Mehrheitlich Zweiachsigen Fahrzeuge durch die Radien passen. Die Drehgestellwagen, welche mein Hauptrollmaterial darstellen, sind da weniger im Einklang zu bekommen. Seltsamerweise kommen sowohl Dampflok als auch Drehgestell-Schlepptender ohne Probleme durch die Kurven. Oder, zumindest kamen sie ohne Probleme durch die Kurve die wir Testweise einmal ausgelegt hatten...

    Wie dem auch sei, eine Lösung wurde kurzfristig erdacht: Ein 4mm Starker Metallstreifen soll an den inneren Gleisbögen der Kurven angeschweißt werden, damit die fehlenden Millimeter wiedererlangt werden können. Das Ergebnis sollte hoffentlich nächste Woche dann vorzuweisen sein. Bis dahin wird erstmal Ruhe einkehren.

  • Hallo Lukas,

    190mm ist wahrlich eine relativ weite Spurerweiterung. Allerdings auf 7 1/4" in engeren Kurven nicht ungewöhnlich.

    Bevor du da jetzt Streifen zur Verengung anbringst, würde ich die Rad-Achsgeometrie deiner Fahrzeuge ausmessen ob diese nicht zufällig wie bei vielen englischen Modellen, Untermaß haben.

    Ggf. könnten deine Räder/Laufflächen auch zu schmal sein.

    Ich kenne einige Anlagen die 190mm Spurweite in den Kurven haben und da fällt in der Regel die annähernd nach Norm gebauten Radsätze nicht dazwischen.

    Ein Metallband einschweißen fände ich jetzt etwas..... Sorry

    Viele Grüße aus dem Süden

    Alex

  • Morgen Alex,


    Ich hatte mich nochmal mit meinem Händler kurzgeschlossen, von dem ich die Gleise bekommen hatte, und hab darauf hin wirklich nochmal meine Räder und Achsen nachgemessen mit dem Ergebnis, dass die Achsen bzw. Radscheiben tatsächlich etwas enger bzw. schmaler ausgefallen sind, als es die Regelnorm vorschreibt. Bei meinem zweiten Wagen scheint das ein Produktionsfehler von der Werksseite her gewesen zu sein, bei meinem ersten kann ich mir das nur so erklären, dass der Vorbesitzer meines Wagens kein geeignetes Material passender Stärke hatte, um die Räder in Normgröße zu drehen.


    Leider hilft das aber nicht, dem Problem Herr zu werden. Wir haben gestern ebenfalls einmal meine Batterielokomotive auf den Gleisen getestet, welche zwar zu 90% durch die Gleisbögen gefahren ist, ohne die Spur zu verlieren, aber leider ist auch sie sehr auf Kante gefahren, und nach Messung der Achsen und Radscheiben kann ich bestätigen das diese vollständig der Norm entsprechen, gleiches gilt für meine Dampflok.


    Ich gebe zu, das die "Lösung" einen sehr Russischen Akzent hat, die Alternative dazu sehe ich jedoch nur darin, die Kurven an einer Seite zu öffnen, die Schienen um einige Millimeter zu versetzen, und neu zu schweißen. Eleganter und, ich glaube da bekomme ich Zustimmung, die "Richtigere" Lösung, nur würde diese mich wahrscheinlich mindestens zwei Tage kosten, inklusive sämtlicher Anpassung der ganzen Übergänge. Unsere Plan würde uns wahrscheinlich nur einen Tag in Anspruch nehmen, und das Material ist ja ebenfalls schon bestellt ^^'


    Wir werden versuchen nächste Woche, so fern das Material bis dahin schon da ist, eine Kurve einmal anzufangen, Quasi als Probe auf die Theorie, und falls es zufriedenstellend seien sollte, werden wir damit weiter machen. Falls nicht wird es wahrscheinlich doch auf die oben beschriebene Art gemacht.

  • Hallo , mein Gedanke dazu ,

    wenn die Gleise die Norm haben , dann so lassen und alle Achsen die nicht der Norm entsprechen korrigieren . Das ist in so fern das beste , wenn Du mit deinem Rollmaterial mal als Gastfahrer irgendwo bist wird es dann keine Problme geben mit dem Radsatzmaß , und wenn Gastfahrer mal zu dir kommen ist es auch dann passend .

    Waldenburg, Tssd,*Ed3/4-Balson*

    • Offizieller Beitrag

    Hi Lukas,

    ich habe mich in den letzten Wochen durch etliche Normen gewühlt. UK, DBC-D, NEM… Mit 190 mm liegt das Gleis noch im Normbereich und hat eine übliche Spurerweiterung für enge Kurven. Ich würde daher den Fehler auch bei den Achsen suchen.

    Ich würde daher auch Andreas Ansatz verfolgen.

    Lg Jonas

  • Hallo Lukas,

    mir kommt es auch so vor, dass du ein Opfer des zweiten mechanischen Gesetzes nach Murphy bist: "Alle Toleranzen addieren sich nach einer Seite".

    Ich würde beim Verbessern bei den Radsätzen ansetzen und nicht beim Gleismaterial. Denn das rollende Material macht später vielleicht mal Ausflüge in andere Bahnwelten, wo verbindliche Normen herrschen. Die Gleisanlage wird das kaum tun. Und auch wenn du mal was verscherbelst, macht sich ein Fahrzeug nach DBC-D Norm besser als eins nach Lukas-Norm.

    Bei den Gleisen kannst auch versuchen die Oberkanten der Schienen vorsichtig etwas zueinander zu biegen. Das kann durchaus die entscheidenden ein bis zwei Millimeter bringen. Und es entspricht dem Vorbild, auch wenn es dort nur max. 1:40 sind.

    Grüsse von Toni

  • Der Aspekt "Gastfahrzeuge/Besuche bei anderen Bahnen" ist in der Hinsicht interessant anzusprechen, als das ich tatsächlich in der Vergangenheit bereits bei einer Anlage war, und dort sowohl Dampflokomotive als auch meinen Wagen 1 dabei hatte, welcher besagte schmaleren Radscheiben aufweist. Jetzt müsste ich lügen wie es mit dem Wagen war, aber bei der Lokomotive waren keine Unstimmigkeiten zu finden. Ich stimme auch zu, dass die Anpassung des Rollmaterials das Sinnigere wäre, leider kommt da jedoch eine Problematik der Kapazitäten und der Erfahrung ins Spiel. Besser gesagt: Ich habe weder die Zeit, noch die Erfahrung, um mich daran zu schwingen, meine gesammte Rollmaterial-Flotte umzuspuren.


    Stand jetzt bin ich doch am Zweifeln meiner Fortschreitenden Entscheidung. Am liebsten wäre mir wirklich, wenn ich ein Fahrzeug zur Hand hätte, dass zuversichtlich den gängigen Normen entspricht, um dieses mit meinen Fahrzeugen abzugleichen/testweise auf meinen Gleisen ein paar Meter entlang zu schieben, um entgültig Klarheit in der Sache zu bekommen. Wie dem auch sei, kann ich bis nächstes Wochenende sowieso nichts an dieser Baustelle bewegen, die größere, leider auch deutlich unzuverlässigere, Eisenbahn verlangt meine Präsenz (bei deutlich zu wenig zu verrichtender Arbeit).


    Ich danke euch allen trotzdem vielmals für die Antworten, ist beruhigend, Fachwissen von Leuten zu bekommen, die wirkliche Erfahrung in dem Bereich bereits haben, als ich Novize mit meinen paar Jährchen des Fahrens und Friemens ^^'