Neues aus der Lokwerkstatt Teil 2

  • Mahlzeit!

    Nun ist urplötzlich der Frühling hereingebrochen und in den Gärten der Nachbarschaft herrscht emsige Betriebsamkeit. Da auch für den eigenen Garten in den langen Wintermonaten einige Ideen gereift sind, war es nun an der Zeit, die Transportmöglichkeiten bereitzustellen. Natürlich mit der Feldbahn...

    Zunächst wurde die bisherige provisorische Strecke neu trassiert, um Platz für ein Hochbeet zu schaffen.

    Das andere Streckenende wurde anschließend um 8 m verlängert, um Pfanzsteine für den Hochbeetbau verladen zu können.

    Da die Fläche hin und wieder als Stellplatz genutzt wird, müssen die Gleisjoche ebenerdig verlegt werden. Verbaut wurden
    neben U-Profil-Schienen auch erstmals S5-Profile.

    Die erste Probefahrt auf dem neu verlegten Gleis.

    Anschließend wurden auch die Loren auf die Strecke geholt.

    Nach mehreren Fahrten über die Strecke wurden noch einige Stellen nachgebessert und mit der Bergung der Pflanzringe begonnen.

    Pro Lore konnten 4 Pflanzringe verladen werden, so kommt der Zug schon auf eine Masse von rund 400 kg.

    Die erste Ladung ist am Bestimmungsort angekommen, insgesamt wurden 38 Ringe mit einer Gesamtmasse von rund 1,1t
    transportiert. Wenn demnächst der Bau des Hochbeetes in Angrfii genommen wird, gibt es sicherlich weiteres Material zu bewegen.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit Alex,

    danke für die Bilder. Deine Schienen sind für meine Zwecke leider viel zu groß.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    Bereits vor zwei Wochen gab es wieder einen größeren Baueinsatz mit der Feldbahn. Parallel dazu hat ein Freund weitere Gleisjoche gebaut.

    Zuschneiden und entgraten von Schwellen aus Flachstahl, der schon bei den geborgenen 750-mm-Jochen aus dem Sägewerk als Schwellen diente.

    Fertig gebohrte Schienen auf dem Schweißtisch in der Werkstatt.

    Das erste Joch ist geschweißt. Links im Hintergrund die Einzelteile der in Arbeit befindlichen Fräsmaschine.

    Der Feldbahnzug ist an der bereits abgesteckten Hochbeetbaustelle eingetroffen.

    Für den Aushub der Baugrube ist ein fliegendes Gleis bereitgelegt.

    Über die Auflegedrehscheibe gelangen die Loren zum Befüllen.

    Das Ganze macht nicht nur wesentlich mehr Spaß als mit der Schubkarre, sondern ist auch wesentlich schonender für den nach dem langen
    Winter aufgeweichten Boden.

    Zwischendurch kam auch gleich mal die "Baulöwin" vorbei und konntrollierte den Fortgang der Arbeiten.

    Für die andere Seite wurde ein weiteres Gleis gelegt und mit der ungebremsten Kastenlore bedient.

    Nach dem die Baugrube fertiggestellt war, ging es an den Transport von Kies für die Frostschutzschicht. Dieser wurde in der "hauseigenen
    Kiesgrube" gewonnen.

    Auch hier wurde wieder mit fliegendem Gleis gearbeitet.

    Ein Vollzug wartet auf den Abtransport.

    Nach getaner Arbeit darf der Schweißer den Lokführerposten übernehmen.

    Vorbeifahrt an der Werkstatt.

    Feldbahnidylle...

    Insgesamt wurden an dem Tag rund 1,5t Material transportiert und 3 Joche aus S4,5-Profil gebaut.
    Am nächsten Tag kam die Bahn nochmal beim Transport von Baumaterial zum Einsatz.

    Pfanzringe und Kies wurden verladen.

    Der Zug steht abfahrbereit an der Ladestelle.

    Der Kies wurde am Hochbeet verbaut, die Pfanzringe sollten zunächst im ehemaligen Brennholzlager zwischengelagert werden.

    Dazu wurde die Strecke nochmal um 4 m auf nunmehr 41 m verlängert.

    Pro Fahrt konnten 20 Steine transportiert werden, mit der Schubkarre gerademal 4 Stück.
    Soweit für heute, sobald es Neuigkeiten gibt, wird hier davon zu lesen sein.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

    Einmal editiert, zuletzt von Maschinist (24. April 2013 um 13:42)

  • Sven,

    das ist extrem großes Feldbahnkino was du uns hier zeigst !!! Großes Lob !!!

    Der Umzug ins eigene Haus ist auch für deine Feldbahn genau das richtige gewesen. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch bei euch.
    Dann mag ich aber auch mal Feldbahnfahren.

    zum Ausgleich darfst du dann auch mal mit meiner neuen Gartenbahnfeldbahn spielen wenn ihr in die Pfalz kommen solltet.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Grüße, Gerd

  • Mahlzeit!

    Am gestrigen Feiertag wurden wieder einige fliegende Gleisjoche verlegt, insgesamt 12m.

    Diesmal stand die Auflösung des alten Komposters vom Vorbesitzer an, die Erde sollte für das Hochbeet verwendet werden. Zunächst wurden noch drei Joche S5 geschweißt und dann mit drei bereits fertigen als
    rechtwinklig zum Streckengleis angeordnete Stichstrecke verlegt. Die Anbindung erfolgte in bewährter Weise mit der Auflegedrehscheibe.

    Für die letzten Meter wurde kurzerhand eine Schneise in die Hecke geschnitten, die später sowieso an der Stelle entfernt werden sollte.

    Der Holzkastenkipper steht zur Beladung bereit.

    Der erste Kipper ist gefüllt.

    Die Entladung und das Sieben der Erde hat meine Freundin Martina selbst übernommen. Insgesamt wurden 8 Loren voll Erde transportiert, was etwa einem m³ entspricht.
    Nach den tagelangen Regenfällen zeigte sich diese Transportmethode wiederum als sehr rasen- und kräfteschonend.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

    Einmal editiert, zuletzt von Maschinist (3. Mai 2013 um 10:04)

  • Mahlzeit!

    Ein paar neue Bilder gibts von der Feldbahn, die Arthur auf seine Weise nun erkundet:

    Erstmal als Streckenläufer zu Fuß.

    Etwas später hat er sich schon zum Bremser hochgearbeitet.

    Mama würde sagen: "Die Jungs sind draussen beim Spielen"

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sven,

    das nenne ich mal nachhaltige und Gründliche Ausbildung.
    Schön von der Pieke auf.
    Zuerst Erkundung des Oberbaus und Unterweisung als Bremser.
    Ich befürchte da dauert es nicht mehr lange bis die Ausbildung zum Lokomotivführer ansteht.
    Und ehrlich gesagt, paßt Arthur von seiner Größe her viel besser zu den Modellen, als wir Riesen.
    Weiterhin viel Erfolg bei der Fort- und Weiterbildung.

    Liebe Grüße aus Sibirien ( wo nicht zum Eichen suchen bin)

    Martin

    • Offizieller Beitrag

    HeY Sven,

    danke für dieses begeisterte lachen, super Bilder von euch zweien.

    Da fällt mir noch ein...Wenn der Vater mit dem Sohne...

    So entstehen Männerfreundschaften fürs Leben :thumbup: , ich war vielleicht 1 Jahr älter da gings

    mit Daddy zu ersten Mal zum Lok fahren.

    Wünsch Euch noch viel Spaß zusammen!

    Gruß,Chris

  • Mahlzeit!

    Ja Arthur macht es richtig Spaß, das freut mich umso mehr :)
    Die Lokführerausbildung wird noch etwas dauern, ich hab meine Abnahme zum Dampflokführer auch erst vor 3 Wochen gehabt.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Das erinnert mich daran, wie ich mit meinem Bruder Vatern bei der Gartenarbeit geholfen haben, nicht mit
    den eigentlich dafür vorgesehenen Eimern, sondern mit unseren Plast-LKWs.
    Das ging Vatern natürlich alles "viel zu schnell". :thumbup:

    Gartenbahn habe ich damals gerade erst in einem Buch kennengelernt, war also Utopie.

    Dein Feldbahnbetrieb ist erste Sahne :thumbup:

    Ich frag mich nur grad, was die Archäologen in einigen Jahrhunderten denken werden, wenn sie Reste deiner
    Feldbahn freilegen.
    Und wenn dann noch Evolutionsbiologen ihre "Forschungsergebnisse" einbringen, werden sie nur noch nach
    "den Beweis" in Form von sterblichen Überresten für die Kleinwüchsigkeit einiger Bevölkerungsteile unserer Zeit suchen.

    Bitte weiter machen mit dem Täuschen zukünftiger Archäologen! :thumbup:

    Viele Grüße
    Dirk

    M.A. Verick:
    Die gefährlichsten Massenvernichtungswaffen sind die Massenmedien. Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen, und ersetzen diese mit Angst, Misstrauen, Schuld und Selbstzweifel.

  • Mahlzeit!

    In den letzten Tagen hat sich wieder einiges an der Feldbahn getan.

    Zunächst wurde das erste gebogene S5-Joch gebaut.

    Das Biegen hat ein benachbarter Metallbaubetrieb übernommen, da ich für das Profil noch keine Biegeausrüstung zur Verfügung habe.
    Für eine zügigere Fertigung habe ich mir zwei Spurzwingen angefertigt, die hier erstmals zum Einsatz kamen.

    Das fertige Gleisjoch mit einem Halbmesser von 2,5 m wurde am Freitag Abend am westlichen Streckenende angesetzt, wo die Strecke später mal um das Haus führen soll.

    Jetzt erfolgte die Verlegung jedoch nur provisorisch für die anstehenden Erarbeiten.

    Am Sonnabend erfolgte dann der seit Langem geplante Abbau der alten Strecke im Erzgebirge. Bei "bestem" Gleisbauwetter wurden zunächst alle
    Laschenverbindungen gelöst und die Joche nach und nach abtransportiert. Noch liegt das Gleis auf der Brücke.

    Abbaufortschritt am Kompostgleis.

    Der Rückbau hat die Fußgängerbrücke erreicht.

    Die Weiche an der ehemaligen Lokschuppenzufahrt wurde gerade ausgebaut.

    Nach rund vier Stunden waren die Gleise, die in den letzten 14 Jahren dort verlegt wurden, fast vollständig demontiert. Lediglich die inzwischen
    zugebaute Lokschuppenzufahrt und die Gleise auf der Brücke musste ich vorerst liegenlassen.

    Das ausgebaute Gleismaterial liegt bereit für den Abtransport. Bei strömenden Regen habe ich es heute morgen verladen und nach Dresden gebracht.

    Auch dort hatte sich keine Wetterbesserung eingestellt, eher im Gegenteil. Immerhin konnte ich beim Transport der Gleisjoche und Weichen nun auf eine Flachlore zurückgreifen.
    Die Joche wurden auf dem neuen Lagerplatz sortiert und gestapelt.

    Die Weichen habe ich erstmal nur beiseite gestellt, die bedürfen vor dem erneuten Einbau noch kleinerer Reparaturen.
    Soweit für heute, weiter geht es erst bei besserem Wetter ;)

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    Nun hat es aufgehört zu regnen und es konnte mit dem Einbau der ersten Weiche weitergehen.


    Blick auf die Baustelle. Die Anbindung des Lorenunterstandes wird zwar nur provisorisch erfolgen, doch wer weiß wie lange das Provisorium halten muss. Später wird der Unterstand mit einer Linksweiche aus der Gegenrichtung angebunden und das Gleis eingepflastert.

    Die Weiche ist nach ein paar Stunden eingebaut. Allerdings musste sie noch einmal ausgebaut und das Planum gründlicher ausgekoffert werden.

    Das war an dem Tag aber nicht mehr zu schaffen, deshalb nur eine nächtliche Probefahrt.

    Am Freitagnachmittag wurde die Anbindung nochmal überarbeitet und auch die Weiche ausgebessert.



    Mit der fertigen Anbindung an den Lorenunterstand ist der Betrieb nun wesentlich einfacher, die Auflegedrehscheibe wird nicht mehr benötigt.



    Nun kann die Feldbahn viel öfter Transportaufgaben wahrnehmen, wie hier zum Baustofftransport.

    Als nächstes wird im Gleisbogen vor dem Unterstand noch ein Holzbohlenüberweg gebaut.


    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    In den letzten Wochen war die Bahn verstärkt im Baustelleneinsatz. Für den Bau eines Vordaches war ein Fundament herzustellen, dessen Ausmaße das Verlegen eines
    Baugleises rechtfertigten.

    Das Baugleis sollte an den Abstellplatz unter der Terrasse angebunden werden.

    Nachdem die Trasse freigeräumt war, wurden am Gleislager die benötigten Joche verladen und zur Baustelle transportiert.

    Zunächst wurden die gebogenen Joche einmal probeweise ausgelegt, um eine geeignete Streckenführung zu finden.

    Am Ende setzte sich diese Variante durch, das Gleis ist fertig verlegt und verschraubt.

    Am späten Abend erfolgte die Probefahrt.

    Dank der ebenerdigen Verlegung auf dem Pflaster waren an der Gleislage keine Korrekturen erforderlich und der Baustellenbetrieb konnte beginnen.

    Zunächst wurden die bei der Vorbereitung der Baugrube gewonnenen Pflastersteine verladen und zum Lagerplatz transportiert.

    Da auch mehrere Lorenladungen Erdaushub beiseite geschafft werden musste erhielt der Komposthaufen kurzfristig auch noch einen Gleisanschluss,
    der über die Auflegedrehschreibe an die Hauptstrecke angbunden wird.

    Beim Betrieb des "Kippengleises" entstanden einige Aufnahmen wie diese, bei denen die Grenzen zwischen Modell und Vorbild zu verschwimmen scheinen...

    Auch Arthur hatte am Baustellenbetrieb sichtlich Spaß!

    Ein mit Pflastersplitt beladener Zug vor der Abfahrt zum Zwischenlager.

    Dort angekommen wurde abgekippt.

    Nachdem die Schalung erstellt und die Bewährung eingebaut war, stand der Transport von 40-kg-Säcken mit Estrich-Beton zur Baustelle an.
    Spätestens bei dieser Aufgabe hatte sich der Bau des Anschlussgleises gelohnt, mit Schubkarre oder gar von Hand hätte das keinen Spaß gemacht!

    So konnten pro Zug 14 Säcke, also 560 kg transportiert werden.

    Ein Leerzug auf dem Weg zum Umladeplatz an der Garagenzufahrt. Für die Durchfahrt unter der Terrasse musste ich natürlich absteigen ;)

    Auch wenn die Verlegung des Baugleises eine knappe Stunde in Anspurch genommen hat, war der Einsatz der Feldbahn bei diesem Bauprojekt eine enorme Arbeitserleichterung und hinsichtlich des Spaßfaktors natürlich kaum zu übertreffen. Innerhalb von ein paar Stunden wurden rund 5t Material transportiert.

    Am späten Abend folgtem dem Hauptfundament noch drei Kleine für die Außenpfosten des Vordaches, das an der Stelle auch den Weg mit überspannt.
    Die Abstände sind auf einen Vorschlag der Hausherrin so gewählt, dass später einmal ein Gleis ohne Einschränkung des Lichtraumprofils hindurchgeführt werden kann.

    Neben dem Baustelleneinsatz hat sich in den vergangenen Wochen aber auch noch ein wenig in der Werkstatt getan:

    Bereits im Mai konnten wir beim Minibahnclub in Radebeul einen kleinen Flachwagen mit 600 mm Spurweite bergen, der aus dem Sägewerk stammt, welches sich früher auf dem Gelände befand.

    Der Wagen besitzt geschmiedete Achsen mit Losrädern von 100 mm Durchmesser. Anfangs war nur eine einfache Umspurung angedacht, doch das Ergebnis wäre recht unförmig geworden.

    Daher wurde beschlossen, einen kleinen Stirnbordwagen zu bauen. Vorbild sind Wagen, die in der Ziegelei Zwickau-Fuchsgraben vorhanden waren.

    Zunächst waren dafür die Achsen umzubauen. Hier sind waren bereits gekürzt und für das Verschweißen vorbereitet.

    Aus den herausgeschnittenen Stücken wurden kurze Achshalter gefertigt und seitlich an die Achse geschweißt. Damit kann später die Befestigung an den neuen Rahmen erfolgen.

    Die fertig geschweißten Achsen müssen noch gebohrt werden. Die Radscheiben selbst mussten nur am Spurkranz abgedreht werden, da dieser mit 15 mm fast doppelt so hoch war,
    wie notwendig.

    Der Rahmen wurde aus gehobeltem Fichtenholz gezimmert, es fehlen noch die Holznägel an den Zapfenverbindungen und die Querverbinder.
    Die Arbeiten am Wagen wurden dann jedoch unterbrochen, da unerwartet eine gute gebrauchte Drehmaschine erwerben konnte.

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Es handelt sich um eine Leit-und Zug-Spindeldrehmaschine mit 500 mm Spitzenweite der mir bislang unbekannten Firma UNION-Werk AG Mittweida, gebaut vermutlich
    Ende der 50er Jahre. Zwar hätte ich gern eine größere Maschine gekauft, doch der Preis und die geringe Transportentfernung waren dann doch zu verlockend.
    Zudem sind Maschinen in der Größenordnung meist nur mit einer Leitspindel ausgerüstet, die Drehzahlverstellung über Riemen und die Vorschubwahl über Wechselräder
    möglich. Die UNION-Maschine besitzt auch Zugspindel, eine Drehzahlverstellung über Zahnradgetriebe mit Handhebel und einem Vorschubgetriebe mit Norton-Schwinge.

    Nachdem der Transport per Spedition aufgrund der astronomischen Summen und der Anlieferung nur bis Bordsteinkante gescheitert war, blieb nur noch die Möglichkeit einen 3,5t-LKW
    mit Ladebordwand zu mieten, da weder am Standort der Maschine noch zu Hause ein Stapler zur Verfügung stand. Auch das war wegen der langen Warteliste trotz der zahlreichen Vermietfirmen nicht ganz einfach. Als ich dann kurzfristig doch noch ein Fahrzeug mieten konnte, musste in der Nacht vor dem Transport noch der Rest einer Zwischenwand in der Werkstatt abgerissen werden.

    Eine Stunde später war das Werk vollbracht, pünktich mit dem Mitternachtsläuten der benachbarten Schlossturmuhr.

    Am nächsten Morgen wurde die Maschine mit einen vom Nachbarn des Verkäufers geliehenen Hubwagen aufgeladen. Den Hubwagen durfte ich dankenswerterweise gleich bis nach Hause ausleihen, was die Entladung dort ungemein erleichterte. Das Holzgestell diente der Befestigung einer Plane zum Schutz der Maschine, da der Verkäufer an diesem Tag nicht vor Ort war, musste sie zwei Nächte im Freien auf dem Firmengelände verbringen.

    Unterstützung beim Transport bekam ich von einem Freund, der hier mit dem Entladen an der Werkstatt beschäftigt ist.

    Am Ende fand die Maschine dann einfacher als Gedacht an ihren neuen Aufstellplatz, nur das Abladen von der Palette ohne Hebezeug, wird nochmal eine "heiße Übung".

    Am vergangenen Wochenende habe ich die Maschine für eine Durchsicht zum Teil zerlegt und gereinigt, Lager und Führungen nachgestellt, einige verschlissene oder beschädigte Teile erneuert und das Öl gewechselt. Da keine Betriebsanleitung und nur ein Teil der Beschilderung vorhanden ist, mussten auch die 6 möglichen Drehzahlen bestimmt werden. Jetzt fehlt nur noch die Erneuerung des Handrades für den Längsvorschub, das beim Transport in die Werkstatt des Vorbesitzers schon vor Jahren zerbrochen war. Ein Ersatzhandrad war zwar vorhanden, da jedoch der Nabendurchmesser 1 mm kleiner war, als der Wellendurchmesser, wurde es nie montiert.

    Soweit für heute.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sven,

    ich finde deine Berichte immer wieder super, wie du deine Feldbahn richtig bei deinen Arbeiten an Haus und Garten benutzt. Das Bild mit deinem Kleinen auf deiner Feldbahndiesellok sieht hammer aus. Da stimmen die Proportionen zwischen Modell und Mensch so perfekt.

    weiterhin viel Spaß mit deiner Feldbahn

    Jonas

  • Mahlzeit Jonas,

    danke für deine Anerkennung, bei dem Maßstab ist der Einsatz auf der Baustelle schon richtig effektiv, vom Spaß mal ganz abgesehen.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    Am vergangenen Wochenende konnte die Werkstatt soweit komplett eingeräumt werden und es wurde an dem kleinen Stirnbordwagen gebaut.

    Blick in die eingerichtete Werkstatt.

    Für den Bau einer Schienenbiegemaschine sind die ersten Laserteile eingetroffen. Im Vordergrund liegen Rohlinge für Pufferkappen, Kuppelbolzen und Bolzenscheiben für den Lorenbau bereit.

    Der Rahmen des kleinen Stirnbordwagens konnte soweit fertiggestellt werden, die Sechskantmuttern werden noch durch welche mit Vierkant ausgetauscht, wie es für solche hölzernen Wagen typisch war.

    Um eine zu den anderen Fahrzeugen passende Kupplungshöhe zu erhalten, werden zwischen Achsen und Rahmen diese Beilagen gesetzt.

    Als nächstes wurden die Achshalter angefertigt.

    Für den bündigen Abschluss mit der Oberseite der Rahmenträger wurden Aussparungen in die Langträger gestemmt.

    Montage der Achshalter und Beilagen.

    Mit der Montage der Achsen ist das Fahrwerk fast fertig.

    Es fehlen noch die die Zug- und Stoßvorrichtungen.

    Für den Wagenkasten waren nun zwei Rahmen aus Winkeleisen 30x4 zu bauen. Eigentlich wäre hier eine Schmiedearbeit passend zum Stil des Wagens, doch dazu feht mir die Ausrüstung.

    Daher blieb nur die Ausführung als Schweißkonstruktion. Zumindest sollten es nicht einfache Gehrungsschnitte, sondern der Steg jeweils um 90° gekantet werden. Für jede Ecke wird die Mittellinie angerissen und zwar unter Berücksichtigung der Stegstärke, die auch beim Abstand der Mittellinien zueinander von der vorgesehenen Kantenlänge des Rahmens abzuziehen ist.

    Nach dem Abkanten im Schraubstock wurde die Ecke mit dem Hammer etwas nachgerichtet und geheftet.

    So wurde der Rahmen Ecke für Ecke bearbeitet, dann auf dem Schweißtisch gespannt und verschweißt. Somit ließ sich der Verzug in Grenzen halten. Die Rahmenmaße stimmten am Ende bis auf den Millimeter genau. Zum Schluss wurden die Nähte sauber verputzt.

    Die Rahmen zur Probe auf dem Fahrwerk.

    Nachdem die Rahmen fertig waren, wurden sie angerissen und gebohrt.

    Nächstes Wochenende geht es weiter.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D