Eine Schuhmacher KöfII 7 1/4" mit Benzinmotor!

  • Servus Manfred,
    Die Motoren hab ich mir auch schon betrachtet (Fa. STRONG; Honda;RobinEH 35 u.s.w.), keine Frage günstige Varianten.
    Aber leider sind die Dinger allesamt zu groß ;( ;( !
    Da mußte ich leider erkennen: " A....backen zusammenkneifen und durch!"
    Definitiv keine Alternative möglich bei der Köf.
    Denn meine Köf ist denk ich, die erste die einen direkten Antrieb über einen Benzinmotor mit Getriebe hat.
    Und der neue Motor ist genau der richtige!!
    Selbst für einen Bezin / elektrischen Antrieb reich der Platz nicht. Daher die mechanische Übertragung.

    Gruß
    Andreas

  • Hallo,

    ein Frage hätte ich noch. Kann man solch einen Motor so umrüsten das man ihn auf Knopfdruck (Elektrostarter) starten kann? Eine Modelllok mit dem Seilzug wie ein Rasenmäher anzuwerfen finde ich nähmlich nicht so schön.

    Gruß,

    chris69

  • Servus Chris!

    Leider gibt es in dieser Grösse kein E- Starter. ;(
    Aber man kann einen E-Starter adaptieren wenn man genug Platz hat.
    Der Seilzug lässt sich demontieren und eine andere Starteinrichtung hat Platz.

    Gruß
    Andreas

  • Servus Leute!

    Weiter geht´s mit der Köf, ich war gestern in der Firma (hab Schlüsselgewalt) und machte mich daran den Motor an das Chassis anzupassen.
    Es ging erstmal darum, die Lage und Platzmöglichkeit innerhalb des Rahmen festzulegen.
    Meine Erwartungen wurden übertroffen!!
    Die Maschine hat genug Platz und ich mußte nicht das Gehäuse des Motors cleanen!
    Am originalen Chassis musste garnicht soviel verändert werden.
    Die Investition hat sich schon gelohnt!
    Daneben habe ich auch gleich den Luftfilter und Kühlergrill gemacht. Der wurde aus 1.4021 gefertigt und WIG geschweisst

    Hier wieder ein paar Bilder:

  • Weiter geht´s!

    Da ich jetzt den Motor habe kann ich die Motorhalterung/ Motordämpfung individuell gestalten.
    Das ist zwar umständlicher ,als sich alles zu kaufen ; aber es geht auch so.
    Am Anfang war der Gummi und ein 35X35 V2A Vierkantrohr, dass alles ausgestanzt mit ner 200Tonnenpresse(!) :D
    Dann ein größeres Formrohr mittels WIG angeschweißt und das alles dann getrennt.
    Der Gummi ist übrigens von einer elastischen Kupplung die 400KW überträgt.
    Dann wurden die Gummis mit einem 9,5mm Bohrer gebohrt Hiernach folgte die Fertigung der Achsstümpfe aus 1.4021 Stahl.
    Das Resultat lässt sich sehen!
    Einige Bilder lassen meine Vorgehensweise erkennen.

  • Hochzeit ist angesagt!!!!

    Gestern habe ich den Motorrahmen fertig gemacht und den Motor montiert alles in V2A und WIG geschweisst.
    Der Rahmen ist aus 4mm V2A Blechstreifen, es fehlt jetzt "nur " noch die Montage der Zwischenwelle und Kettenspanner; sowie der Kettenräder.
    Dann werden wir ja sehen, ob das ganze auch funzt! Auch die Achslager müssen noch "gehübscht"werden, nicht zu vergessen die zusätzlichen Stifte für die Federbleche!(auf Anraten vom Hinrich)
    Anbei wieder eine chronologische Reihenfolge von Bildern.
    Gruß aus Tirol
    Andreas

  • Hochzeit ist angesagt !!!!

    Wie Ihr sehen könnt, ist der Rahmen nicht symmetrisch in der Fz. Mitte angeordnet.
    Das hat seinen Grund, denn das Motorkurbelgehäuse ist auch nicht voll symmetrisch zur KW Achse wegen des Kühlgebläses.
    Und das Gehäuse hat die Befestigungsbohrungen mit M5 Gewinden.
    Das ganze zu adaptieren, wäre zu blöd enn ich will an der Maschine so wenig wie möglich verändern!
    Auf der nächsten Bilderserie, gibt es mehr zu sehen und das Resultat.
    Somit ist der Motor schwingungstechnisch komplet vom Lokchassis getrennt und macht den Rest der Lok nicht zum Akustikkörper!
    Ich habe mal die hintere Achse lose eingebaut, um zu sehen ob sich nichts miteinander ins Gehege kommt.
    Paasst!!! :thumbup:

    Gruß
    Andreas

  • Moin Andreas,

    Du hast das 4 mm-Blech an den Biegekanten mit einer 90°-Kehle versehen? Wie hast Du die hergestellt und wie tief hast Du die gemacht?

    Wünsche Dir Erfolg und bin auf die Fortschritte gespannt
    Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • In meiner Datenbank gibt es diesen kleinen Artikel, leider weiß ich nicht mehr, wo ich den abgekupfert habe. Wenn der Author dies hier sieht... Bitte ein kleiner Hinweis und ich züge die Quelle dann hier ein oder ich lösche den ganzen Text.

    Nachtrag:
    Ein aufmerksamer Leser hat mir den Author genannt. Die Quelle ist: http://www.themt.de.

    BIEGENUT

    Lasst uns für ein konkretes Beispiel von 0,5mm-Blech ohne seitliche Ätzverluste ausgehen, ok? Die Rechen-Beispiele gelten auch für andere Blechstärken wie z.B. beim Lorenfahrwerk, da sind's nur 0,3mm.

    Also, "a" ist die Materialstärke, 0,5mm. Da immer symmetrisch tief- und durchgeätzt wird, weil das gleichzeitig stattfindet, beträgt "b" (= Tiefätzung) 0,25mm.

    Wenn Du also eine Hohlkehle tiefätzen willst für eine 90°-Biegung, entsteht links oben in der Aufsicht ein Quadrat von 0,5 × 0,5mm - dort, wo die Biegung sitzt (gelb angedeutet).

    Da in der Tiefätzung in der Biegung die Mittellinie in der Mitte des tiefgeätzten Blechs liegt (dort gestrichelte Linie), beträgt der Radius c dieser Mittellinie drei Viertel der Materialstärke (c = a × 0,75).

    Entscheidend für die nötige Breite der Biegefuge, damit die nicht tiefgeätzten Teile einander nicht überlappen, sind also 90° der Bogenlänge einer Kreises mit Radius c. Der beträgt bei 0,5mm Materialstärke a 0,375mm. Die Formel zur Ermittlung der Bogenlänge lautet BL = (Radius c × PI [3,14159] × Grad) ÷ 180. Das können wir bei 90 alten Grad erheblich vereinfachen auf BL = c × PI × 0,5 = 0,59. Die Biegenut muss also in jedem Fall knapp 0,6mm breit sein.

    Jetzt bleibt noch die Frage nach den rechts und links an diese Nut angrenzenden Teilen ab der Mittellinie der Nut. Und das ist genau der Punkt, an dem es erst richtig schwierig wird.

    Denn es ist ja klar: Bei rechtwinklig verlöteten Teilen mit Paßnasen und -Nuten bleiben die Kantenlängen erhalten. Aber wie sieht's bei der Biegung aus?

    Erreicht werden soll ja, dass nach dem Biegen die Längen von Kante d und e noch exakt stimmen. Nun ist es klar, dass jeweils 45° einer 90° Bogenlänge mehr sind als eine gerade Strecke.

    Daher müssen die Teile theoretisch ab dem Mittelpunkt der Biegenut kürzer werden. Stimmt aber nicht! Das gilt nämlich nur, wenn die abgewickelte Bogenlänge ÷ 2 das Maß "a" (Materialstärke) erreicht. Das ist hier aber nicht der Fall.

    Legen wir 'mal den Außenbogen zu Grunde, also 0,5mm Radius. Der hat nach der Formel eine Bogenlänge von 0,785mm. Wenn wir das durch zwei teilen, kommen wir auf etwa 0,39mm. Oops - das ist deutlich weniger als 0,5mm! Also müssen in diesem Fall bei der Länge der Kanten "d" und "e" jeweils rund 0,11mm zugegeben werden, damit deren Maß nach dem Biegen noch stimmt. Aber nicht in der Hohlkehle!

    Nochmal im Klartext und zusammen gefasst:

    Die Formel für die Berechnung der Breite der Biegenut (Bogenlänge) lautet
    BL = (Materialstärke a × 0,75) × 3,14159 × 0,5.

    Die Formel für die Länge der angrenzenden Kanten ab der Mittellinie der Fuge lautet
    l = (geplante Länge gl) + (Materialstärke a × 3,14159 × 0,25).


    Und nun ich:
    Nach diesem Formel hab ich auch schon dickere Bleche angefräst, gebogen und auch noch verlötet.

  • Moin ,Moin Dietrich!

    Ganz einfach, Anriss mit ner Reisnadel; dann Flex mit nem 2mm Blatt drauf.
    Dann bis ca. 0,5mm Reststärke auf dem Riss entlang einschneiden und ganz wichtig den Schnitt beidseitig jeweils auf 45°aufweiten(Flex).
    Das ganze vorsichtig biegen und an den Ecken mit einem Schweisspunkt sichern.
    Dann werden in der Winkelkehle noch 1 - 2 Schweisspunkte gesetzt.
    Das war´s!
    Gruß
    Andreas

    P.S.: Gruß mir das schöne Mecklenburg/Vorpommern (insbesondere Eggesin!! :D :D )

  • Uup´s, da war der Johannes aber schneller!
    Aber wenn es um fünfzehntel Millimeterbleche geht muß man schon so rangehen.
    Aber ich hatte gerade keinen "Bock", die Fräse abzurüsten; da waren noch der Teilapparat montiert und der Hydroschraubstock lag daneben.
    Bei "grobmotorischen" Arbeiten, wie der obigen von mir beschriebenen; muss man bedenken das war 1.4303 Blech in 4mm.
    VA Blech ist schön zähe und bricht nicht so schnell, außerdem kan man das schön WIG schweissen.
    Bei "Schwarzblech"(Stahl),hab ich manchmal noch so meine Schwierigkeiten.
    Das wird der Johannes bestimmt an Seinem BTmms Wagon noch sehen(an einer Stelle,nicht sehbar), da haben bestimmte Einstellungen nicht gestimmt. Denn wenn die Nadel nicht stimmt und die Stromstärke u.s.w., kannst Du ganz schön Probleme bekommen wenn Du so ne dünnen Bleche schweisst.
    Beim Führerhaus der Köf, hab ich auch Lehrgeld zahlen müssen.
    Aber wenn´s funzt ist das ne prima Sache mit dem WIG.(werde beim WiFi einen WIG Lehrgang für Kupferlegierungen machen ^^ )
    Gruß
    Andreas

  • Hallo,

    ich hab mich weggeschmissen vor Lachen. Zuerst erklärt der Johannes fast wissenschaftlich wie man´s ganz genau macht und dann:

    "Ganz einfach, Anriss mit ner Reisnadel; dann Flex mit nem 2mm Blatt drauf." :D :D

    Gruß,

    chris69

  • Servus Leute!

    Ich habe heute den Motor im montierten Zustand getestet und mit nem i-Phone die Lautstärke gemessen.(Akustik App)
    Leider konnte ich das nicht fotografieren. ;(
    Aber laut Anzeige sind es es bei 3/4 Gaszug(4000U/min) ca 68-70 Dezibel und das mit nem Standartdämpfer!!
    Ich denke die meisten Geräuschemissionen kommen direkt vom Motorkörper.
    Wenn jetzt noch die Seitenwände des Führerhauses und die "Wettergardinen"sowie der Dreikammerdämpfer dazukommen, kann sich das ganze sehen und hören lassen! :D
    Nochmal auf die Biegevariante zu kommen: Wenn Du exate Winkel und Seitenlängen haben willst, geht es nicht anders; als die Variante vom Johannes zunehmen.

    Gruß Andreas

  • Weiter geht´s!
    Ich habe gestern noch arbeiten müssen und war daher noch vor Ort inder Firma.
    Nach getaner Arbeit, habe ich mal auf die "Husche" die "Tröte" für den Motor gefertigt.
    Achja der neue Krümmer, ist auch schon fertig; habe aber leider keine Fertigungsfotos gemacht :pinch: .

    Rezept für nen Dämpfer:

    1. diverse Kleinteile aus 1.4301
    2. Röhrchen schweissen
    3. Prallplatte schweissen
    4.Deckel schweissen
    Topf fast fertig, fehlt nur noch der Anschluß für das Flexrohr.
    Das kommt aber später und wird entsprechend der Lage des Dämpfers angepasst.

    Hier wieder einige Bilder:


    Gruß
    Andreas

  • Hallo Andreas,

    sieht recht ordentlich aus. Ist aber etwas stabil, oder? War nur das Material verfügbar oder wolltest Du kein dünneres nehmen?.

    Viele Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.