Erfahrungen mit Polly oder Maxitrak

  • Ich gehe davon aus, dass es sich um Eigenbauten handelt.

    So ist bei stationroadsteam ja aktuell auch eine C-19 gelistet, für die es von Reeves ja die Pläne und vermutlich auch Gussteile gibt.

    Auch meine Mary E. ist ein Eigenbau eines englischen Modellbauers, der mehr ein Bauer als ein Fahrer ist und daher die Maschinen relativ schnell verkauft.

    Und bei Stationroadsteam steht ja häufig auch ein bisschen zur Geschichte dabei, so ist eine Maschine schon mehrmals über Stationroadsteam im Verkauf (ich glaube aktuell das dritte mal).

    Hubert The Goose

  • Die allermeisten der Gebrauchtloks dürften Eigenbauten sein. Der Gussteilmarkt ist gross (schau mal bei Reeves 2000), es gibt einige Hersteller von Kessel-Materialsätzen und auch einige Kesselbauer (sogar eine Kesselbauerin). Da sind einige Klippen für den Selbstbau schon umschifft.

    Bei den Herstellern von Bausätzen gab es auch mal Winson (ging den Bach runter) und Modelworks (übernahm vieles von Winson, um dann auch den Bach runter zu gehen). Böse Zungen sagen, das einzige, was an den Bausätzen zusammenpasste, waren die Verpackungskartons, und nicht mal da klappte es immer......Solche Maschinen werden immer wieder mal angeboten, meist sind sie "unsteamed" (was könnte hierfür der Grund sein :S ?). Für die Vitrine sind es echt schöne Modelle, für den Fahrbetrieb nur was für gute und geduldige Bastler, die die Fehler des Herstellers ausmerzen können.

    Mike (der Chef von Stationroadsteam) gehört für mich zu den Guten in dieser Branche und versteht sein Handwerk, er hält sich auch über Schwächen seiner Gebrauchtloks nicht zurück. Ausserdem stellt er oft auf Videos der fahrenden Loks in Netz. Die Frage ist nur immer: Kaufst du dir ein gebrauchtes Auto oder eine gebrauchte Wohnung ohne vorherige Probefahrt und Besichtigung? Ich nicht, und trotzdem hab ich schon eine Gebrauchtmaschine bei ihm gekauft: Sie hatte wirklich nur die Fehler, die er auch beschrieben hatte.

    Stationroadsteam seine Eigenkonstruktion (Stafford, technisch baugleich mit dem neuen hier im Forum genannten Arthur-Koppel-Verschnitt ) dürfte von der Robustheit her eher der Zimmermann-Philosophie entsprechen. Man muss allerdings den Marine-Kessel mögen, die einen sagen "praktisch", die anderen "scheußlich". Und Antwort auf Fragen bekommst du bei diesem Hersteller schon.

    Grüsse von Toni

    P.S.: Die von Goose beschriebene C19 ist schon der Hammer! Nur sind da bei mir Anlagenspurweite, Werkstatt, Körperkraft und Geldbeutel entschieden zu klein....

    Und Tante Edith hat der Philo-Dingsbums noch ein überflüssiges p entfernt

    2 Mal editiert, zuletzt von wurmtöter (9. Februar 2013 um 18:45)

  • Hallo Volker,

    Zimmermann, Orbetech, Balson, Süd-OstBahn etc.....ich "kenne" sie alle. Auch Haeger Waggonbau hat 2011 ein Dampfloksystem angeboten. Mein Interesse für die englischen Anbieter bezieht sich hauptsächlich auf die finanziellen Aspekte. Ich weiß und mir ist es durchaus bewußt, dass die Zimmermann technisch und qualitativ sehr hochwertig sind. Und letztendlich sollte man nicht am falschen Ende sparen. Aber als Führerscheinneuling kaufe ich mir ja auch nicht sofort eine Mercedes S-Klasse; mit einem Fiat Panda kommt man auch ganz gut zurecht. Es ist sicher auch abhängig davon, was man damit machen will. Aber zum Kucken, ob mir das Hobby überhaupt liegt, wäre eine etwas günstigere Einstiegslok wohl eher besser.

    Danke für die Tipps.
    Stefan

  • Hallo Stefan,

    mir scheint, ich muss mal eine Lanze für die kleinen dampfenden Ladies von der Insel brechen:

    Akzeptierterweise erscheint uns auf dem Kontinent die Verwendung von Imperial-Maßen erstmal nicht so einfach, aber:

    Selber betreibe ich eine 5" SIMPLEX seit Jahren ohne Probleme (hab mir beim Kauf der Lok gleich einen Satz passender Maulschlüssel besorgt). Wenn es mal um Ersatzteile geht (Ventile für den weiteren Ausbau der Lok etc.) kommt man bei -zig britischen Lieferanten via deren Online Shops schnell zu den benötigten Teilen. Es ist ja auch nicht erforderlich, an diesen Loks metrische Teile zu verbauen, da benötigte Komponenten von der Insel deutlich preisgünstiger zu erhalten sind.

    Jedenfalls hab ich es nie bereut, mir das Lökchen von dort geholt zu haben. Tender und Wagen kann man locker selber bauen : http://www.forum.dampfbahner.eu/wbb3/index.php…d&threadID=5986

    http://www.forum.dampfbahner.eu/wbb3/index.php…=5759&highlight

    Also - als Beginner - keine Angst vor britischen Loks; eher "Zupacken" bei einer Gebrauchten, die bereits gut eingelaufen ist.

    Aufgrund der dortigen weitaus größeren Community gibt es in Großbritannien eine recht große Anzahl von angebotenen 5" Loks im Bereich akzeptabler finanzieller Bereiche (€2000 - €3000).

    Viele Grüße


    Volker

    Einmal editiert, zuletzt von Bigboy (11. Februar 2013 um 23:21)

  • Hallo Stefan,

    mir scheint, ich muss mal eine Lanze für die kleinen dampfenden Ladies von der Insel brechen:

    Akzeptierterweise erscheint uns auf dem Kontinent die Verwendung von Imperial-Maßen erstmal nicht so einfach, aber:

    Selber betreibe ich eine 5" SIMPLEX seit Jahren ohne Probleme (hab mir beim Kauf der Lok gleich einen Satz passender Maulschlüssel besorgt). Wenn es mal um Ersatzteile geht (Ventile für den weiteren Ausbau der Lok etc.) kommt man bei -zig britischen Lieferanten via deren Online Shops schnell zu den benötigten Teilen. Es ist ja auch nicht erforderlich, an diesen Loks metrische Teile zu verbauen, da benötigte Komponenten von der Insel deutlich preisgünstiger zu erhalten sind.

    Jedenfalls hab ich es nie bereut, mir das Lökchen von dort geholt zu haben. Tender und Wagen kann man locker selber bauen : http://www.forum.dampfbahner.eu/wbb3/index.php…d&threadID=5986

    http://www.forum.dampfbahner.eu/wbb3/index.php…=5759&highlight

    Also - als Beginner - keine Angst vor britischen Loks; eher "Zupacken" bei einer Gebrauchten, die bereits gut eingelaufen ist.

    Aufgrund der dortigen weitaus größeren Community gibt es in Großbritannien eine recht große Anzahl von angebotenen 5" Loks im Bereich akzeptabler finanzieller Bereiche (€2000 - €3000).

    Viele Grüße


    Volker

  • Für mich stellt sich auch die Frage: können die englischen Loks wirklich SOOO schlecht sein? Immerhin gibt es eine sehr große Fangemeinde dort. Ich hatte das Glück, vor Jahren in Bristol eine Modellbahnausstellung besuchen zu können. Die Masse an liebevoll gestalteten und auch technisch aufwendigen Anlagen hat mich verblüfft. In der Form habe ich so etwas in Deutschland noch nicht gesehen!

    Ich habe mir nun aber eine Strategie zu gelegt: in den nächsten Monaten werde ich mich fit im Weich/Hartlöten, Bohren, Gewindeschneiden etc. machen, dann evtl. mich an einen Bausatz einer Dampfmaschine wagen und mich dann im nächsten Schritt an einen Dampflokbausatz. Ob der dann aus England oder Deutschland (oder gar CH??) kommt wird sich zeigen, wie ich das Thema familär positionieren kann.

    Grüße
    Stefan

  • Moin Stefan,

    Zitat

    ... können die englischen Loks wirklich SOOO schlecht sein?


    die Frage so zu stellen, ist kontraproduktiv, weil die Antwort grundsätzlich an den Gegebenheiten in der Szene vorbei geht. Es gibt überall auf der Welt, also auch auf der Insel, hervorragende Modellbauer, von den ich einige kenne, die Modelle in einer wirklich hervorragenden Art und Weise "hinstellen". Das betrifft sowohl das Äußere wie auch die Benutzbarkeit und die Funktionalität. Wenn deren Erzeugnisse zum Verkauf stehen, sind "kleine Vermögen" fällig.
    Dann gibt es die breite Masse der Modellbauer und Fahrer, die sich nach Kräften bemühen und "sich selbst verwirklichen" und dann gibt es noch die, die Sachen "zusammennageln", damit auch mehr oder weniger glücklich sind und beim Verkauf hoffen, dass ... . Von allen dreien gibt es Hinterlassenschaften, von denen die Hinterbliebenen meist vollkommen andere Wertvorstellungen haben, als der Rest der Gemeinde oder der "gemeine" Interessent.
    Genau so ist es beim Betrieb der Modelle, es gibt viele verschiedene Herangehensweise und Verständnisse vom Hobby.

    Von daher gibt es also so etwas wie eine schlechte englische Lok an sich nicht.

    Dass die Größen der englischen Szene wie Greenly, Evans und L.B.S.C. teilweise schon vor Jahrzehnten in eine andere Welt gewechselt sind, erschwert die Sache zusätzlich. Den von ihnen empfohlenen Herangehensweisen und Lösungen merkt man deutlich "die Bürde der Jahre" an. Vieles wird heute einfach anders erledigt, manche Grundsätze haben sich dramatisch geändert.

    Dass "Dampf" heute nicht mehr gesellschaftliches Allgemeingut ist, ist ein weiterer Punkt. Beispielsweise finden sich im DUBBEL ("Des Ingenieurs Taschenbuch") in den Ausgaben nach 1956 kaum mehr brauchbare Informationen zu Dampfmaschinen. Von daher ist es bei Neuentwicklungen für Live Steam auch kaum verwunderlich, dass da konzeptionelle Mängel drin sind, die einer ordentliche Funktion einfach mal entgegen stehen.

    Der Kauf einer gebrauchten Lokomotive ist wie Gebrauchtwagenkauf auch Vertrauenssache und erfordert Verständnis von der Sache (Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Erfahrungen). Wem es daran mangelt, (die Gründe stehen dahin) sollte sich die aneignen. Manchmal ist es da sinnvoll, Gesprächsangebote einfach unbefangen zu nutzen.

    Weil Du ja speziell nach MAXITRAK gefragt hattest - mit genügend Engagement ist aus jeder Lok noch was zu machen, wobei der Aufwand durchaus erheblich werden kann. Es gibt nämlich auch außerhalb Deutschlands Leute, die von einem schicken Farbkleid auf gute Funktion und hohen Gebrauchswert schliessen und das erwarten. Das kann so sein, in den allermeisten Fällen ist aber das Gegenteil der Fall. Zumeist verfügen die Zeitgenossen, denen das passiert über zu wenig Erfahrung in der Sache oder sie sind im Moment der Entscheidung "ein wenig umnachtet", was ja nicht weiter tragisch ist, wenn man im Moment des Erwachens dazu steht.

    Hier im Forum findest Du an mehreren Stellen Beispiele dafür, wie man aus einer Lok, die augenscheinlich auf Grundlage der bei MAXITRAK verfügbaren Pläne und Teile für eine RUBY entstanden ist etwas machen kann. Die bei MAXITRAK für die Lok verfügbaren Pläne stammen aus dem GREENLY-Archiv und sind 1980 neu gezeichnet. Sie spiegeln folglich einen Kenntnisstand und Verfahren von Mitte des letzten Jahrhunderts wider. Mit den unten gezeigten und weiteren Änderungen/Verbesserungen, sind sie an den aktuellen Wissensstand anzupassen. Dass man eine derartige Lok (ohne funktionsfähige eigene Bremse) heute auf keiner öffentlichen und/oder Clubanlage mehr fahren/fahren lassen würde, sondern immer einen fest gekuppelten Bedien- und Vorratswagen dahinter hängt ist beispielsweise da zu nennen.

    Ich habe die Lok für mich "Grün-Gold" (Arbeitstitel wegen der Farbe der Seitentanks und der glänzenden Messingteile) getauft, schon um deutlich zu machen, dass da gegenüber einer RUBY "von der Stange" erhebliche Änderungen vorgenommen wurden.
    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    - nachträglicher Einbau einer Zylinderentwässerung,
    - neue Kessellagerung im Verein mit komplett ausgetauschten Rahmenwangenverbindern
    - Neubau der Abschlammlösung des Kessels mit neuem Ventil und größerem Leitungsquerschnitt der Zuleitung

    Hier mal ein paar Vorher-/Nachher-Bilder (von etwas mehr als 900 insgesamt gemachten) "von einem der zu Hause blieb und das Fürchten lernte".

    Vorher
    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Nachher
    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Fazit: - man sollte schon wissen, wie es geht, die notwendigen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Maschinen haben und/oder entsprechende Leute kennen und immer im Hinterkopf haben, dass es mit alten Loks wie mit Odltimer-Autos ist - die nächste Überraschung wartet hinter der nächsten gelösten Schraube.

    Und ganz zum Schluss - wenn man andere Leute wozu auch immer "einspannt", weil man selber andere Sachen besser kann, sollte man auch bereit sein, einen angemessenen Gegenwert für diese "Spanndienste" zu geben.

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

    Einmal editiert, zuletzt von Dampfspieler (15. Februar 2013 um 13:47)

  • Hallo Blusharx

    Ich bin in diesem Thema nicht ausschlaggebend, da mir die nötigen Kenntnisse fehlen. Aber aus den Beiträgen mehrerer Schreiber lese ich, das eine solche Lok doch einiges an Nacharbeit benötigt.

    Wie ein Mitglied schon geschrieben hat; Trete einem Klub in Deiner Nähe bei, dann dürfte der Kauf einer solchen Lok kein Problem sein. Ich selbst bin vor 11 Jahren auch ohne richtige Kenntnisse in die Dampfscene gekommen. Aber ich habe mich gleich einem Klub angeschlossen und habe wervolle Tips und Hilfe erhalten.

    Mit freundlichem Gruss ego