Geared

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Ted,

    schön mal wieder was von dir zu lesen/sehen.
    Die Kreuzköpfe gefallen mir sehr gut. Wie immer spitze.
    Bin gespannt auf weitere Berichte.

    Viele Grüße
    Christian

  • das Gussteil ist ein US-make (s. Review_02/2). Der Zweck der Randwulste beim Original ist mir unbekannt - Verstärkung oder Schnickschnack? Mindestens aber machen sie das Einspannen des Teils nicht einfacher.

    Hallo,

    die Kurbelwellengehäuse sind beim original bei weitem nicht so massiv wie die meisten Modellvarianten (Maßstäblich umgerechnet betrachtet) und müssen trotzdem eine weit aus höhere Masse bzw. Belastung aushalten. Die Schwachstellen sind die Bereichen der Treibstangendurchführung, da hier am wenigsten Material vorhanden ist. Daher wurden diese besonders entlang der dünneren unteren Kante verstärkt. Somit als eher Verstärkungsrippe als Schnickschnack.

    Im Übrigen hatten alle frühen Shays einzeln aufgehängt Zylinder so wie es bei meiner Shay der Fall ist, ohne durchgehendes Kurbelwellengehäuse. Die Einzelaufhängung hat jedoch den Nachteil daß sich bei hoher Belastung die Mittellinie der Kurbelwellenlager verschieben konnte und so kam es gerade bei den 3-Zylinder-Motoren häufig zu Kurbelwellenbrüchen. In der Lokwerkstatt der Michigan California Lumber Co. wurde dann eine solche Maschine mit einem durchgehenden Kurbelwellengehäuse umgebaut und erprobt. Das Design wurde später von Lima übernommen und fortan bei fast allen Shas angewendet.

    Bei meiner kleinen Shay kann man beschriebenen Effekt im Führerhaus sehr gut beobachten, wenn sich unter Last die oberen Zylinderdeckel minimal quer zur Fahrrichtung verschieben und tänzeln.

    Ansonsten ist das wieder eine Klasse Arbeit die du uns hier zeigst und ich bin schon sehr auf die Fortschritte gespannt.

    Grüße, Gerd

  • Review_13/2. LagerSchmierung

    Das Shay Triebwerk allein hat gegen die 20 Gleitlager. Der Ansatz zum Zuführen
    des Schmiermittels ist daher ein Thema. Die Lösung soll funktional sein, in zweiter
    Linie aber auch das Modell nicht verunstalten.

    Die mir bekannten Öler haben Abmessungen über der gesuchten Dimension
    (zB. Ø4/Ø6 mm Bohrung/Aussenmass). Bisher verwendete 'Kugelöler' machen das
    Nachfüllen schwierig. Die Kapazität zur Ölaufnahme ist begrenzt, leicht verbessert
    nach dem Öffnen des Kugelgehäuses.

    Beispiele Ölzuführung: AxialBohrung, Kugelöler, Kugelöler mit 'geöffnetem'
    Gehäuse.

    Frage. Welche anderen Lösungen, Verbesserungen sind realisiert worden, haben sich bewährt?

    Gruss. Ted

  • Review_13/3. Gleitlager, Einstiche

    KurbelWelle und KurbelWellen Gehäuse, offene LagerSchalen mit Einstichen, Pleuel.


    Volker,

    Meine Gleitlager haben Einstiche gem. Shay Werkzeichnungen. Ich nehme an du meinst
    dasselbe mit 'Öltaschen'.
    Zu meiner Frage oben, hast du ev. eine bessere Alternative zu den Kugelölern?

    Gruss. Ted

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Ted,

    ich freu mich mit dir, wirklich sehr schön.
    Da hat deine Arbeit sich doch gelohnt.
    Bin gespannt wie alles montiert am Fahrwerk aussieht .
    Weiterhin viel Spaß und Erfolg.

    Gruß
    Christian

  • Review_13/5. Zylinder, Winkeltreue Flächen

    Spannen und Bearbeiten, Beispiel Zylinderbau.

    Erste Referenz Fläche (Seite Schieberspiegel) gegen die feste Schraubstock
    Backe spannen. Rundmaterial zwischen der beweglichen Backe soll fehlerhafte
    Einwirkung der Spannkraft verhindern.
    Zweite Referenzfläche mit Endmass unterlegen und mit Schonhammer
    anschlagen, bis sich die Unterlage nicht mehr bewegen lässt. Festspannen, kontrollieren.

    Die Referenz Flächen sind nach gleichem Verfahren hergestellt.

  • Review_14/1. Zylinder, Fertigung

    Erfahrung mit etwas schmächtigen Gussteilen gab für die Zylinder wieder dem 'Vollen' (Sphäro GJS 400) den Vorzug.
    Nach dem Ausbalancieren im 4-Backenfutter, untere Flanschbearbeitung und Zylinderbohrung in einer Aufspannung.

    Anschliessend, mit der Zylinder-Bohrung als Referenz, Konturfräsen und Gewindebohren.

  • Review_14.2. Zylinder, Fertigung

    Winkeltreues Aufspannen (s. Review_13/5) ist wiederholt erforderlich, letztlich zum
    fertig schleifen des Schieberspiegels.

    Als Nächstes sind die Bohrungen am Schieberkasten und für die Dampfkanäle im Zylinder an der Reihe.

  • Hallo Ted,

    danke für Deine schönen Berichte! Zum letzten eine Frage: Irgendwo wurde ich vor dem Schleifen auf einer "normalen" Dreh- oder Fräsmaschine gewarnt, da der Schleifstaub eventuell die Bahnen der Maschine ruinieren kann. Was machst Du dagegen? Genügt viel Kühlemulsion?

    Dank und Gruß...

    Kristian

  • Kristian,

    Warnung bekannt, verständlich - aber wie auch manch anderer Hinweis
    von sog. Pundits - vielleicht etwas zu wichtig gemacht.

    Meine Schleifanwendung - wie auch der ev. für einen Meister etwas umständliche Zylinderbau - kann nicht unbedingt als 'so macht man es'
    angenommen werden, weil ich kein Fachmann bin.

    Daher nur soviel: Alle Bahnen/Spindeln sind herstellerseitig spritzfest abgedeckt. Keine Kühlemulsion sondern
    nur Öl (zB. CRC 3-36) verwenden, Rückstände aus Öl/Schleifstaub absaugen.

    Gruss. Ted

  • Review_14/3. Zylinder, Dampfkanäle

    Dampfkanäle: 3 Zylinder, 2 Einströmkanäle mit je 6 Dampfkanälen ergibt 36 Bohrungen. Interessante
    Vorbereitung, aber die Wiederholung erfordert Geduld und gibt Anlass für Fehler.

    Die Bohrungen beginnen auf einem Lochkreis an den Zylinderenden und sollen auf einer Geraden
    in der den Einströmkanälen enden, was bekanntlich unterschiedliche Bohrwinkel erfordert. Ohne
    exakte Vorbereitung schwindet die Chance auf ein brauchbares Resultat. Wer kann rechnet, mit
    Zeichnen geht's auch. Einstellungen: Genaue Winkel erreicht man mit Katheten Messungen.

    Damit die Bohrung auf dem abgekippten Lochkreis exakt ansetzt, wird vorgängig eine Fläche gefräst,
    dann zentriert und erst anschliessend gebohrt. Lange Bohrungen mit kleinen Durchmessern (30/3)
    wollen materialgerechtes Zustellen und - Ölen schadet nicht.

    Wenn's dann passt, kommt die 'Erleuchterung'.

    46% Zylindervolumen war Hohlraum, dessen ursprünglicher Inhalt sich inzwischen schwarz und zäh in alle
    Richtungen der Werkstatt verteilt hat.

  • Moin Ted,

    wieder mal richtig feine Doku.

    Wenn man es denn bei der Planung berücksichtigen kann und "genügend Fleisch am Knochen" ist, um die Stehbolzengewinde/Bolzengewindelöcher vernünftig einbringen zu können, wäre ein Weg zu ausreichend groß dimensionierten Dampfkanälen möglicherweise auch das folgende Verfahren.

    • In den Zylinderblock wird eine um 3 - 4 mm größere Bohrung als die ursprüngliche Zylinderbohrung eingebracht.
    • Die Dampfkanäle werden als Taschen in den Zylinderblock in der erforderlichen Breite und Höhe eingefräst.
    • In die erweiterte Zylinderbohrung wird eine separate Laufbuchse eingeschrumpft oder eingeklebt, wobei die Buchse zusätzlich durch einen Gewindestift je Seite gegen Verdrehen gesichert wird.

    Bei der Materialauswahl für Buchse und Zylinderblock muss man aber auf gleiches oder sehr ähnliches Ausdehnungsverhalten im Betriebstemperaturbereich achten, sonst hat man schneller als einem das lieb ist "den Salat".

    Und weil ich gerade dabei bin, hast Du eine Verdrehsicherung an den Kreuzkopfbolzen der Shay vorgesehen? Ich habe an meiner Dauerbaustelle "Martin" (englischer Bausatz eines Dampf-Lkw, den ich mir gebraucht gekauft habe) feststellen müssen, dass der Bolzen sich sowohl im Kreuzkopf wie auch im oberen Pleuelauge frei drehen konnte und sich aus diesem Grund in beiden Bauteilen "prima" eingearbeitet hat. Von daher sollte er zumindest in einem fest sein.
    Die bei Verbrennungsmotoren übliche Methode, den Kolbenbolzen im Kolben mittels Presssitz zu befestigen und im oberen Pleuelauge mit Schiebesitz beweglich zu halten, ist bei unseren Maschinen ja eher unüblich oder im Instandsetzungsfall schlecht zu handhaben.


    So, nun halte ich wieder meine vorlaute Klappe ;) ;) und bin gespannt, was Du als nächstes zeigst.

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

    3 Mal editiert, zuletzt von Dampfspieler (30. Oktober 2014 um 09:22)

    • In die erweiterte Zylinderbohrung wird eine separate Laufbuchse eingeschrumpft oder eingeklebt, wobei die Buchse zusätzlich durch einen Gewindestift je Seite gegen Verdrehen gesichert wird.


    Hallo allerseits,

    wo das schon angesprochen wurde - hat das schon jemand gemacht? Was für Werkstoffe, wie dicke Laufbuchse, welche Methode?

    Dank und Gruß...

    Kristian