Tatzlagerantrieb

  • Moin Volker,

    man kann so manches, aber etwas mehr Leistung aktivieren zu können, als rechnerisch erforderlich ist, hat seine angenehmen Seiten, wie ich aus eigenem Erleben - "Herausziehen" aus einer brenzligen Situation in die ich wegen anderer Leute Unfähigkeit mit meinem CADDY geraten bin - weiß.
    Und wenn es nur darum geht, dass ... man es vermeidet, "jeder Beschreibung zu spotten" noch dazu, wo man Ingenieur ist, ist ein durchaus ehrenwerter Antrieb. ;);)

    Grüße
    Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Sehr schön geworden!

    Haha, dafür reicht das nicht. Es sind ja nur 60 Watt Motoren, also in Summe 240W. Da kommt man in KA mit einem Personenzug kaum den Berg hoch.

    Wieso 60 Watt pro Motor? Weiter oben war von den 987-5025F mit 35 W Nennleistung die Rede. Hast Du das Leistungsmaximum aus der Kennlinie herausgemessen (ca. 55 W)? Oder sind das inzwischen andere Motoren?

    Bitte nicht als Kritik oder Genörgel verstehen: Mechanisch ist die Lösung freilich nicht gerade ideal: Der zweite Motor bewegt sich beim Einfedern (mindestens) dreimal so weit wie der erste; seine deswegen dreimal so große Trägheitskraft wirkt wiederum mit einem dreimal so großen Hebelarm auf den Radsatz zurück. Du hast also die wirksame ungefederte Motormasse gegenüber der einmotorigen Lösung ungefähr verzehnfacht!

    Nachdem aber (wie schon in RE: Modellgesetze und Skalierungsfaktoren: Warum Dampfmodellbau überhaupt möglich ist unter "Dynamische Kräfte" geschrieben) die Wirkung von Trägheitskräften im Modell viel geringer ist als im Original, und weil eine Kinderlok wahrscheinlich keine Rennsemmel ist, wird es schon passen.

    Liebe Grüße, Moritz

    Einmal editiert, zuletzt von Bierjunge (29. Januar 2025 um 11:09)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Moritz,

    du hast recht, es waren natürlich 35W Nennleistung und 55W Peak im Datenblatt. Die 60W habe ich am Motorprüfstand bei uns in der Firma gemessen.

    Ein spannender Gedanke bezüglich des Einfederns, aber vor Trägheitskräften beim Einfedern der Achse habe ich bei der Gartenbahn absolut gar keine Angst 8o.

    Viele Grüße
    Jonas

  • Die 60W habe ich am Motorprüfstand bei uns in der Firma gemessen.

    Hallo Jonas,

    da die durch die Verlustleistung entstehende Wärme und ihre Ableitung die limitierende Größe beim Betrieb eines Motors ist und die daraus resultierenden Temperaturen im Motor infolge der Wärmekapazitäten und -trägheit einige Zeit lang ansteigen, frage ich mal: Wie lange hast du den Motor unter dieser Leistung betrieben, nach welcher Zeit haben sich die Temperaturen eingepegelt? Zumindest die Oberflächentemperatur, was anderes ist ja kaum zu messen, oder doch (vlt. Abluft)?

    Beim Betrieb solcher "zwangsgekühlter" Motoren ist auch zu bedenken, dass die Kühlung mit sinkenden Drehzahlen abnimmt, man also gerade beim Hinaufkriechen einer Steigung (vlt. behindert durch Stau auf der Strecke) dem Motor nicht so viel Leistung abverlangen kann wie auf freier ebener Strecke mit voller Pulle. Nüchtern / maximalistisch betrachtet läuft das auf Messung der Motortemperatur als Limit für den aktuell maximal nutzbaren Motorstrom hinaus. Wäre mal ein Projekt zum Austoben für einen Elektroniker ;)

    Das Problem besteht natürlich bei allen Motoren, ich schätze aber mal, dass z.B. die MY10.. und vor allem die massiveren MY76.. mehr Überlastung über eine längere Zeitspanne wegstecken können als diese kleinen Blechmotoren. Dementsprechend sind aber beim Testen auch längere Einpegelzeiten zu berücksichtigen.

    Schöne Grüße

    Kristian

  • Hallo kristian,

    gerade die My16.. sind eine Ausgeburt an Murks bzgl. Kühlung. Es fehlt durch den gelapselten Aufbau jede Möglichkeit die Wärme abzuführen. Nicht umsonst hat Thomas Adler damals an seiner D5 die Motoren bzgl. Kühlung umgabaut.
    Da sind diese kleinen Motoren mit ihrer eher offenen Bauform und vorhandenem Luftaustausch besser.
    Limitierend bzgl. der Temperatur dieser Motoren ist immer der Magnetwerkstoff. Wird einmal die Curietemperatur überschritten wars das für den Magneten. (Nicht umsonst haben ein Kollege und ich bei einer Produktentwicklung auf den Einsatz von CoSm-Magneten bestanden. Mit Neodymmagneten wären die Schaltungen im Prüffeld direkt gestorben (Langzeitfunktionstest bei 125°C).)

    Volker

  • Hallo Jonas,

    Wie befestigt Du das Zahnrad auf der Motorwelle? Heiß machen mit Gasbrenner und Aufschrumpfen?

    Und das Gleiche für die Welle und die Kugellager? Wie befestigt Du die aneinander?

    Und wie kommst Du auf alle diese Links? Danke im Voraus!

    • Offizieller Beitrag

    Hi,

    die Zahnräder sind mit Loctite 648 auf die Motorwelle geklebt.

    Die Kugellager und die Radscheiben sind aufgepresst.

    Die letzte Frage verstehe ich nicht. Die Links kann man üben im Internet Explorer kopieren. Auf die Webseite kam ich durch Recherchen ;) Kennst du google? Das hilft bei der Recherche allgemein ;)

    lg Jonas

  • Guten Morgen Jan,

    ohne etwas konkretes beitragen zu können, möchte ich Dir nur mitteilen: bleib geduldig und scheue Dich weiterhin bitte nicht, Deine Fragen zu fragen.

    ich bin noch nicht lange dabei und fuchse mich ins Thema, anfangs dachte ich, das das ja nicht so schwer sein kann, aber der Funktionsmodellbau ab Spur 5 aufwärts ist eine ganz andere Dimension als alles andere was ich vorher schon im Modellbau gemacht habe. Die Informationslage ist ebenfalls wesentlich dürftiger und ich bin froh, das es das www gibt und Foren möglich sind, sonst wäre ich am Ar.... 8)

    Mein Dank auch mal an die, die hier so gut beitragen :thumbup: das hilft auch mir als stillen Mitleser enorm weiter - weiter so, und bitte nicht die Geduld mit uns Greenhorns verlieren. Ich weiß gar nicht wieviele Hektolieter Bier o.ä. ich schon bei einem Treffen ausgeben müsste .....

    Mit den besten Grüßen aus Ostfriesland
    Boris

    im Bau : "V100 2062" und Köf II "323 636" für Spur 5
    auf dem Zeichenbrett : Diesellok für Spur 7
    auf der Liste Spur 5 : 1 Bedienwagen, 1 Personenwagen
    auf der Liste Spur 7 : Bedienwagen, Personenwagen und Werkzeugwagen f d Gartenarbeit

  • Hallo Jan,

    ich könnte noch 4 Teile Sätze für 4 Antriebsradsätze für die V200 bzw das Wharshipp anbieten.

    Incl 4 Motore aus noch meiner Fertigung mit je 12 Volt und 120 Watt.

    Alle Teile werden Geschraubt!

    Plus noch jeweils Teile zum nach Giessen für die Federungs Teile ( nicht funktionsfähig)

    Und ich hätte auch noch die Frontschürzen der V200 zwei Stück in GFK und einen Satz Puffer für die V200

    Alles Weitere gerne per Nachrichten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Klaus Wagner

  • Hallo Jan,

    mit Loctide 638/648 geklebte Ritzel auf der Motorwelle bekommst du nur noch mit der Flex oder Temperaturen >250°C ab. Bei letzterer Methode ist aber auch der Motor nicht mehr zu gebrauschen.

    Montage von Radscheiben und Kugellagern. Die genaue Montageart hängt von der Fertigungsgenauigkeit ab.
    Kugellager lassen sich oft, wenn man sie auf 80°C erwärmt und die Achse im Eisfach lag einfach aufstecken. Ich verwende oft eine passende Hülse die genau auf den Innenring des Lagers drückt und ein Schlag mit dem Hammer reicht und das Lager schiebt sich auf. Niemals Kraft über den Außenring einleiten, das Lager ist Schrott. Auch wenn das Lager zu schwer, weil die Sollmaße der Achse nicht stimmen, sich Aufschieben lässt spürt man dies anschließend wenn man den äußeren Lagerring dreht. Man spürt einen unruhigen Lauf.
    Radscheiben, entweder sind es Presspassungen, dann ist eine Spindelpresse oder eine KFZ-Lagerpresse das Werkzeug der Wahl. Z.B. HDs Achsen und Radscheiben. Dann gibt es Anbieter da reicht es die Radscheibe auf 200°C im Ofen zu erwärmen und sie fällt auf die Achse. Andere wiederum haben einen Schiebesitz, da ist dann wieder Loctide638/648 erforderlich. Und zu guter Letzt gibt es Achsen mit Kegelsitz, da wird die Radscheibe einfach aufgesteckt und mit einer Mutter auf dem Gewinde der Achse fixiert. Für innengelagerte Achsen wie bei der Warship Class42 oder V200 sind BAR Spannsätze ideal. Damit lassen sich die Radscheiben wieder demontieren, ideal wenn Instandsetzungen an den Lagern nötig sind.

    Volker

  • Also ich bin hier komplett neu und oft ist man unheimlich neugierig und findet die Infos nicht schnell genug... Belästigt Leute privat mit Mails, und hofft dass sie nix besseres zu tun haben... Bis man dann so eine Resource hier findet und an Informationen erschlagen wird und sich dann blöd vorkommt, dass man da vorher so ne nervensäge war. :(
    Sorry dafür.

    Was ich allerdings noch nicht gefunden habe ist der "Link" hinter dem Kürzel HD. Bzw für was diese Abkürzung steht.
    Hier würde ich mich vielleicht über einen Hinweis freuen und ansonsten begnüge ich mich mit dem Durchforsten des Forums nach interessanten Lösungen und bedanke mich rechtsherzlich für die Zeit die hier in die Dokumentation gesteckt wird.

    Viele Grüße
    Der Mario